Einspruch gegen Blitzerfotos einlegen

Zu schnell oder bei Rot gefahren: Wenn dann ein Bußgeldbescheid kommt, wird es teuer. Wehren kann man sich dagegen nur mit Anwalt oder einer Rechtsschutzversicherung. Eine Internetseite verspricht kostenlose Hilfe. Wie du richtig Einspruch gegen Blitzerfotos einlegst, das liest du hier:

Ein Polizist misst mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit von Autofahrern 1 min
Bildrechte: imago/Uwe Meinhold

MDR JUMP Mo 20.07.2020 10:45Uhr 00:58 min

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Wann lohnt es sich Einspruch einzulegen?

Das Blitzerfoto ist meistens der einzige Anhaltspunkt für die Identifizierung des Fahrers. Wenn das Bild unscharf ist, ist der Bußgeldbescheid zwar nicht ungültig, aber eine Anfechtung kann sich in dem Fall lohnen. Enthält der Bescheid gar kein Foto, muss wenigstens angeben sein, wo man das Bild einsehen kann. Verfahren zu Ordnungswidrigkeiten haben eine normale dreimonatige Verjährungsfrist. Wird in diesem Zeitraum kein Bußgeldbescheid zugestellt, gilt die Ordnungswidrigkeit als verjährt. Ist diese Frist verstrichen und dann flattert der Bescheid ins Haus, kann man Einspruch erheben. Eine weitere Möglichkeit ist die Genauigkeit des Messgeräts infrage zu stellen.

Wie legt man richtig Einspruch ein?

Ein Plastikfigur in Gestalt eines Polizisten und ein rotes Modellauto stehen auf einem Bußgesldbescheid
Bildrechte: IMAGO/Blickwinkel

Ignorieren sollte man den Bußgeldbescheid auf keinen Fall. Wer jedoch Zweifel bzgl. Der Korrektheit hegt, kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung bei der Verwaltungsbehörde, die den Bußgeldbescheid erlassen hat, Einspruch einlegen. Wichtig: Der Einspruch muss auf jeden Fall schriftlich erfolgen, sollte das richtige Aktenzeichen enthalten und Gründe warum man mit dem Bescheid nicht zufrieden ist.

Wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte man das über den Anwalt machen. Da sind die Chancen recht gut.

Was leistet die Internetseite geblitzt.de?

Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit seinen Bußgeldbescheid im Netz prüfen zu lassen. Autofahrer geben auf der Internetseite geblitzt.de ihre Daten ein und laden den fotografierten oder eingescannten Bußgeldbescheid hoch. Dann prüfen die Anwälte der Seite das Schreiben. Alle entstandenen Kosten würden übernommen, heißt es auf der Internetseite. Über die Internetseite werden nur die Daten der Autofahrer aufgenommen und an Kanzleien mit Verkehrsrechtsexperten, u.a. in Leipzig weitergeleitet. Wer jedoch vor Gericht gegen Punkte oder Fahrverbote vorgehen will, muss dafür, wie gewohnt, mit Kosten rechnen.

Wie geht es nach dem Einspruch weiter?

Die Bußgeldstelle überprüft den Fall erneut. Gibt sie dem Betroffenen Recht, wird der Bescheid zurückgenommen und man muss kein Bußgeld zahlen. Es kann aber auch sein, dass die Behörde den Vorwurf aufrechterhält. Dann wird der Fall in der Regel dem Gericht übergeben. Dort kann ein Verfahren eröffnet werden das im Zweifel hohe Kosten mit sich bringt.

Dieses Thema im Programm JUMP bei der Arbeit | 20. Juli 2020 | 10:45 Uhr

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