Wie gut sind Fahrräder vom Discounter?

Fahrräder im Angebot eines Discounters 1 min
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MDR JUMP Mo 03.06.2019 10:35Uhr 01:09 min

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Grundsätzlich können es sich weder Discounter noch andere Läden in Deutschland leisten, unsichere Räder zu verkaufen. Denn es gilt das Gewährleistungsrecht. Das heißt: Verkauft der Händler eine mangelhafte Sache, muss er dafür haften. Er wird also schon aus eigenem Interesse darauf achten, mangelfreie Produkte zu verkaufen. Fahrräder beim Discounter stammen häufig von No-Name-Firmen, die in großer Stückzahl kostengünstig produziert wurden. Aber auch Markenprodukte sind hin und wieder zu finden. Das sind meist ältere Modelle aus der Vorsaison. Diese Räder bieten dann oft nicht die modernsten Komponenten, was sich bei E-Bikes besonders am Gewicht und der Akku-Leistung bemerkbar machen kann. Die Preise für die Fahrräder sind daher meist günstiger als im Fachhandel.

Discounter fehlt oft Fachpersonal

Fahrräder stehen in Reihe
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Beim Discounter bekommst du das Fahrrad in der Regel nicht vollständig montiert. Denn die Räder werden in der Fabrik nur vormontiert. Der Lenker ist dann quergestellt und heruntergedreht, die Pedalen sind nicht eingeschraubt. Das spart Platz. Beim Discounter oder auch im Baumarkt muss das Rad dann also fertig aufgebaut werden. Für die Montage braucht es entsprechendes Werkzeug, wie etwa einen Drehmomentschlüssel und bestenfalls Fachwissen. Nicht ausreichende Kenntnisse führen dann mitunter dazu, dass beim Discounter Räder mit falsch eingebauten Gabeln, zu locker oder zu fest angezogenen Schrauben und völlig falsch eingestellten Lenkern verkauft werden. Kaufst du nur ein vormontiertes Rad, musst du zu Hause selber ran - und Lenker, Sattel und  Pedale anbauen beziehungsweise noch richtig einstellen. Ohne handwerkliches Geschick kann das Probleme bereiten.

Nichts gegen die Verkäufer im Discounter, aber das sind ja keine gelernten Fachkräfte. Beratung fehlt da komplett und selbst wenn das Rad dann bei Ihnen heil ankommt, muss es ja nicht automatisch für Sie passen.

Eine Probefahrt ist beim Kauf im Discounter meist nicht möglich. Manchmal sind die Räder noch nicht mal vor Ort. Es gibt zum Beispiel bei ALDI die Möglichkeit, das Rad im Laden zunächst zu zahlen, um es dann mittels PIN online zu bestellen. Die Lieferung erfolgt dann per Lieferservice. Konrad Krause, vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), erklärt: "Nichts gegen die Verkäufer im Discounter, aber das sind ja keine gelernten Fachkräfte. Beratung fehlt da komplett und selbst wenn das Rad dann bei Ihnen heil ankommt, muss es ja nicht automatisch für Sie passen." Denn dafür kommt es auf viele kleine Details an: Sind Sattel und Lenker auf deine Größe eingestellt, hast du die richtige Rahmengröße, kommst du mit Griffen und Schaltung zurecht? "Dazu können Sie eben nur ausführlich im Fachhandel beraten werden. Auch wenn Sie nach zwei Wochen  merken, dass es doch irgendwie noch nicht richtig läuft, können Sie zum Fachhändler zurück und der justiert Ihnen das Rad dann nach", so Experte Krause.

Wann lohnt sich das Discounter-Rad?

Zwei Fahrräder stehen an einen Baum gelehnt.
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Wer den Drahtesel nur selten nutzt, kann auch mit einem Discounterfahrrad gut fahren. "Wenn du zweimal die Woche in den Garten fährst, dann kann dir das Rad vom Discounter wirklich gute Dienste leisten. Da gilt auch für den Kauf im Internet. Müssen du täglich damit zur Arbeit und willst du gerade bei E-Bikes wirklich leistungsfähige Akkus, solltest du das Rad im Fachhandel kaufen", sagt Konrad Krause. Gerade beim Kauf von vermeintlichen Schnäppchen wie E-Bikes für unter 1.000 Euro können Schwierigkeiten auf dich zukommen. "Wenn ein Akku nach zwei Jahren mal ausgetauscht werden muss, halten Fachhändler die entsprechenden Bauteile lange vor. Beim Discounter könnten Sie richtig Probleme haben, entsprechenden Ersatz zu bekommen", betont unser Fahrradexperte.

Wichtige Fragen vor dem Radkauf

Hast du die Antworten auf diese Fragen, dann kannst du schon ziemlich gut selbst einschätzen, ob sich der Weg zum Fachhändler lohnt oder ob es auch das Discounterrad tut. Solltest du eine genaue Beratung in Sachen Radtyp (z.B. City-oder Mountainbike), Rahmengröße, Bereifung oder ähnliches brauchen, lass dich beim Fachhandel beraten. Hier kannst du das Rad auch ausprobieren und vergleichen.

Fachchinesisch beim Fachhändler

Mopeds, Fahrräder und Kanister
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Viele scheuen den Weg in ein großes Fahrradgeschäft, weil sie das Angebot überfordert oder sie Angst haben, als komplett unwissend enttarnt zu werden. Und es kann tatsächlich passieren, dass der Verkäufer dir die Namen und Typenbezeichnungen von Baugruppen und speziellen Superextras um die Ohren haut. Sobald du merkst, dass du nicht ernst genommen wirst, such dir einen Händler, der sich für eine richtige Beratung inklusive Probefahrt Zeit nimmt und alle deine Fragen ausführlich beantwortet. Gute Händler stellen das Rad selbstverständlich individuell ein und korrigieren auch mal zwischendurch oder checken dein Rad kurz vor einem längeren Trip.

Fazit

Discounter bieten auch beim Fahrradkauf günstige Preise. Doch dafür musst du ein paar Abstriche machen. Du bekommst das Rad oft nur vormontiert und musst Bauteile noch anbringen und einstellen. Eine Probefahrt vor Ort ist meist nicht möglich. Ohne richtige Beratung bleibt das ein Kauf mit Risiken. Wenn dur wirklich viel Zeit auf dem Rad verbringen willst, dann informiere dich umfassend und lass dich nicht von "Super-Angeboten" unter Druch setzen.

Tipps rund ums Fahrrad

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2019, 02:10 Uhr

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