Faltencreme - bringt das was und wann damit anfangen?

Jeder bekommt sie irgendwann – Falten sind eine ziemlich gerechte Sache. Wer sich damit nicht abfinden will, sollte möglichst früh was dagegen tun. Wir klären, welche Mittel wirken und wie du sie am besten anwendest.

Warum wir überhaupt Falten bekommen

Unsere Haut schützt uns vor allen möglichen äußern Umwelteinflüssen. Dazu ist sie ziemlich clever in mehreren Schichten aufgebaut. Die mittlere, die Dermis enthält sogenannte Kollagenfasern und Hyaluron, wichtig für straffe, elastische Haut. Schon ab dem 25. Lebensjahr verlieren wir immer mehr dieser Stoffe. Hinzu kommt besonders bei älteren Lauten ein gestörter Wasserhaushalt. Wer gerne und ausgiebig Sonne tankt, beschleunigt den Alterungsprozess zusätzlich.

Zeit und Umwelt arbeiten also gegen uns. Deshalb rät Hautärztin Dr. Ina Schulze aus Markkleeberg: „Je früher Sie anfangen, etwas gegen Falten zu unternehmen, desto geringer ist der Aufwand, den Sie betreiben müssen. Haben Sie erstmal so richtig tiefe Falten und Furchen, braucht es wirklich viel Zeit, Mühe und auch Material, um mit Erfolg etwas dagegen zu tun.“

Was die Haut gegen Falten braucht

 „Mit 25, 30 Jahren kann man schon anfangen, die Haut besonders mit Feuchtigkeit und Vitaminen zu versorgen,“ rät unsere Expertin. Das geht von innen durch reichlich stilles Wasser und eine gesunde Ernährung und von außen durch Pflegelotion und spezielle Anti-Falten-Cremes. Das Angebot und die Versprechungen sind riesig, deshalb solltest du bei der Wahl laut Dr. Schulze auf wichtige Inhaltsstoffe achten: „Die ideale Pflege enthält natürlich Hyaluronsäure, auch Vitamine, wie Vitamin A und andere Wirkstoffe sind ideal gegen Falten und für eine frische Haut. Gute Cremes enthalten Nanopartikel, die besser durch die Hautbarriere gelangen und somit möglichst viel Wirkstoff transportieren.“

Auffüllcremes helfen nur zeitweise

Wer sich nur mal schnell für das Klassentreffen oder ein wichtiges Foto eine glattere Haut zaubern will, kann fetthaltige Cremes mit kleinen Füllpartikeln verwenden. Die werben oft mit Versprechen wie „sichtbar glatter in wenigen Minuten“ und ähnlichem. Das stimmt auch, ist allerdings nicht viel mehr als eine Art Spachtelmasse, die nach ein paar Stunden wieder rausbröckelt. Kein Betrug also aber auch keine wirkliche Pflege für die Haut.

Warum auch viele gute Cremes nicht wirken und wie es besser geht

Fett und Feuchtigkeit sind in einer Creme wichtig. Tatsächlich haben viele gute Anti-Falten-Cremes genau das in der Tube. Das große Aber von unserer Hautärztin: „Das Problem bei den meisten Produkten ist, dass sie nicht tief genug eindringen. Unsere Haut hat ja eine natürliche Barriere, gegen alles was von außen kommt.“ Und genau die verhindert, dass die guten Wirkstoffe an Ort und Stelle wirken können. Dagegen hat Dr. Schulze einen Trick: „Wir wollen ja den Wirkstoff in Richtung Haut zwingen und das geht ganz preiswert und einfach, wenn Sie sich nach dem Auftragen der Salbe eine Haushaltsfolie auflegen. Es gibt auch spezielle Pflaster, die den Wirkstoff an Ort und Stelle halten.“ Das bringt eine längere Einwirkzeit und verhindert, dass die Creme versehentlich abgewischt wird oder die Feuchtigkeit verdunstet.

So wird richtig gepflegt

Du kannst die teuerste Anti- Falten-Creme haben und sie nützt nix, wenn du sie falsch anwendest. Dazu rät unsere Expertin „Wichtig ist, dass die Haut aufnahmebereit für das Pflegeprodukt ist. Sie sollte also gereinigt werden und möglichst offene Poren haben. Ist die oberste und ohnehin tote Hornschicht so dünn wie möglich, bekommen Sie viel Pflegeprodukt an die richtige Stelle.“

Dafür darfst du dir gerne ein sanftes Peeling im Vorfeld gönnen. Wichtig auch: Die Creme muss zu deinem Hauttyp passen. „Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie von Natur aus schon fettige Haut haben und dann noch eine Fettcreme benutzen,“ sagt Dr. Schulze.

Woran du schlechte und überteuerte Cremes erkennst

Ganz simpel an zu großen Werbeversprechen. Eine Anti-Falten-Creme schafft es auch nach Aussagen von Ökotest und Stiftung Warentest nicht, Falten in kurzer Zeit und vor allem dauerhaft und deutlich sichtbar zu reduzieren. Wer damit wirbt, erzählt Kokolores. Eine einfache Feuchtigkeitspflege mit Hyaluron und Vitaminen bekommst du für wenige Euro in der Drogerie, mehr können auch die Top-Markenprodukte in der Regel nicht leisten.

Selbstbehandlung vs. Hautarzt

Falten deutlich und dauerhaft zu reduzieren, das bekommt eigentlich nur der Hautarzt hin. „Natürlich kommen wir mit einer Injektion gezielt an den Punkt, wo die Falte aufgefüllt werden muss und zum Beispiel das Hyaluron fehlt“, so Hautärztin Dr. Schulze. Und: Die Behandlung beim Profi kann Wirkstoffe auch in größerer Menge an den richtigen Ort bringen. Das hält dann schon ein paar Monate vor. Auch Botox kann gegen Falten eingesetzt werden. Es wirkt allerdings nicht auffüllend sondern lähmt Muskeln, die zur Faltenbildung beitragen. Tatsächlich nehmen viele Menschen diese Möglichkeit auch schon ab einem Alter von 30 Jahren wahr. Passieren kann dabei nix; ist Botox nach ein paar Monaten abgebaut, kommen auch die Falten wieder.

Ein Hautcheck ist sinnvoll

„Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Haut am besten pflegen, macht es schon Sinn, sich beim Hautarzt beraten zu lassen, welches Produkt und welche Behandlung bei Ihnen den größten Erfolg bringt“, rät Dr. Schulze abschließend. Dabei können auch eventuelle Hautschäden entdeckt und behandelt werden.

Ganz wichtig: Wenn du deine Haut möglichst lange frisch halten möchtest, setze sie nie zu lange und niemals ungeschützt der Sonne aus. 

Fazit

Anti-Falten-Cremes können helfen, die Haut mit Feuchtigkeit und Nährstoffen zu versorgen. Das Produkt muss zu deinem Hauttyp passen. Großen Werbeversprechen solltest du nicht trauen, sensationelle Ergebnisse schafft keine Creme. Je eher du mit der Pflege anfängst, desto besser lässt sich die Faltenbildung verlangsamen. Deutliche Ergebnisse bekommt nur der Hautarzt hin.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 12. August 2021 | 11:45 Uhr

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