Fotos in der Cloud speichern

24.07.2019 | 02:10 Uhr

Eine Frau schaut sich auf einem Tablet Fotos an 1 min
Bildrechte: imago/Jochen Tack

MDR JUMP Mi 24.07.2019 02:10Uhr 01:05 min

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Mit dem großen Speichervolumen von Smartphones und digitalen Kameras sind mittlerweile schnell tausende Fotos gemacht. Trotzdem müssen all diese Bilder irgendwann gesichert werden, um den Speicher wieder zu leeren und die Fotos vor Verlust zu sichern. Cloud-Dienste helfen dabei, sie online zu speichern und damit jederzeit abrufbar zu haben. Angeboten werden sie von großen Firmen wie Telekom, Google, Dropbox oder Amazon.

Die Vorteile der Cloud-Dienste

Alle Anbieter stellen Software oder Apps bereit, die auf dem Computer oder Smartphone installiert werden. In der Regel sind diese Programme kostenlos. Mit ihnen können nach dem Anlegen eines Benutzerkontos die Daten hochgeladen werden. Die Bedienung ist meist einfach und selbsterklärend und das Hoch- bzw. Herunterladen der Daten dauert, anders als noch vor einigen Jahren, auch nicht sehr lange. Bei größeren Datenmengen erfordert es jedoch trotzdem immer noch etwas Zeit. Die Anbieter kümmern sich darum, dass die Daten geschützt sind, beispielsweise vor Hackerangriffen oder Sicherheitslücken.

Laptop, Tablet und Smartphone übereinander gestapelt
Bildrechte: imago images / Westend61

Einmal hochgeladen, können die Fotos von Berechtigten von nahezu jedem Punkt der Welt aus abgerufen werden, sofern es einen Internet-Zugang gibt. Dadurch können beispielsweise Familienfotos auch mit entfernt wohnenden Verwandten geteilt werden. Werden Handy oder Computer gestohlen, gehen verloren oder werden unbenutzbar, sind die Daten in der Cloud immer noch da. Besonders hilfreich dafür ist eine Funktion, die die meisten Anbieter im Programm haben: Die Fotos werden automatisch in die Cloud geladen, ohne, dass man selbst daran denken muss. In welchen Zeitintervallen das geschieht, kann genauso eingestellt werden wie die Option, nur dann hochzuladen, wenn sich das Gerät in einem WLAN befindet, damit die mobilen Daten des Handys nicht zu schnell aufgebraucht werden. Bei einer Reise ins Ausland sollten diese Einstellungen unbedingt überprüft werden, damit die Mobilfunkrechnung nicht unnötig durch zu hohes Datenaufkommen strapaziert wird, weil die mobile Datennutzung nicht ausgeschaltet wurde.

Die Nachteile der Cloud-Dienste

Symbolfoto Cloudspeicher
Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Bei Namen wie Amazon, Google oder Apple schrillen bei vielen die Alarmglocken: Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren negative Schlagzeilen gemacht, weil sie im Verdacht standen, persönliche Daten der Nutzer zu zweckentfremden. Außerdem entstehen meist beträchtliche monatliche Kosten, wenn der Speicherplatz im Netz große Mengen umfassen soll.

Testergebnisse: So viel Geld kosten die besten Anbieter

Stiftung Warentest hat im Mai 2019 elf der beliebtesten Cloud-Speicher getestet. Fast alle bieten auch kostenlosen Speicherplatz an – zwischen 2 Gigabyte bei Web.de, Dropbox oder pCloud bis zu 15 Gigabyte bei Mega. Wem das nicht reicht, der muss Datenvolumen zubuchen. Für ein Terrabyte Speicherplatz bezahlen die Nutzer im Schnitt zehn Euro pro Monat. Testsieger nach der Bewertung von Handhabung, technischen Funktionen und Datensicherheit ist bei Stiftung Warentest der Cloud-Service "Freemail Online-Speicher" von Web.de. Ebenfalls gut abgeschnitten haben Produkte von Telekom, Dropbox, Google und pCloud.

Privater Netzwerkspeicher als Alternative

Wer seine Daten nicht in die Hände der großen Konzerne geben möchte, kann sich auch selbst seine eigene Cloud bauen. Dafür ist ein Netzwerkspeicher notwendig, der im heimischen WLAN installiert wird. Die Privat-Cloud funktioniert wie ein Computer, der sich mit dem Internet verbindet und auf den die Daten gespeichert werden können. Der Upload ist in der Regel schneller als bei den Cloud-Diensten. Auch deshalb sind die Netzwerkspeicher für größere Datenmengen besser geeignet.

Neben der Tatsache, dass der Nutzer selbst die Kontrolle über seine Daten hat, spart er auch ordentlich, denn der Netzwerkspeicher muss nur einmalig angeschafft werden. Die beiden Modelle der Marken Synology und Qnap, die von der Stiftung Warentest im Mai 2019 mit gut bewertet wurden, kosten zwischen 180 und 215 Euro. Hinzu kommt eventuell die Anschaffung der Festplatten, wenn sie nicht schon im Lieferumfang dabei sind. Das klingt zwar erst einmal teuer, doch wenn man bedenkt, dass für ein Terrabyte Speicher bei den Cloud-Diensten monatlich etwa 10 Euro fällig werden, hat sich die Anschaffung der Netzwerkfestplatte bereits nach zwei bis drei Jahren amortisiert.

Wer seine Daten besonders sicher speichern möchte, sollte sich ein Modell mit zwei Laufwerken kaufen. Dann werden die Daten automatisch auf beiden Festplatten gespeichert, so dass sie auch dann noch verfügbar sind, wenn eine der beiden ausfällt. Generell erfordert die Arbeit mit privaten Clouds allerdings mehr Zeit und Knowhow: Um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gegen Angriffe oder Datenlecks muss sich der Nutzer selbst kümmern, und das Einrichten und Benutzen der privaten Cloud ist um einiges komplizierter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 02:10 Uhr

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