Freigang für Katzen: Vor- und Nachteile

Katzen lieben es, durch die Natur zu streifen, zu jagen und zu klettern. Einige von ihnen stromern regelmäßig frei und selbstständig herum. Sogenannte Freigängerkatzen. Aber wenn die Samtpfoten das eigene Grundstück verlassen und hinaus auf Wanderschaft gehen, gibt es einiges zu beachten.

Katze auf einem Feldweg 1 min
Bildrechte: Colourbox.de

MDR JUMP Mi 21.10.2020 10:45Uhr 01:15 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,1 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/freigang-bei-katzen-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Was haben Freigängerkatzen für Vorteile?

Freigängerkatzen haben weniger Langeweile, sind ausgelastet und bewegen sich mehr. Deshalb leiden sie weniger an Übergewicht oder Harnwegserkrankungen. Wie es ihrer Natur entspricht, gehen die Tiere auf Beutejagd, markieren ihr Revier und verteidigen es. Außerdem machen sie ihren Besitzer weniger Arbeit. Wenn die Katzen nach ihren Streifzügen nach Hause kommen, schlafen sie viel und verarbeiten die Erlebnisse des Tages.

Was sind die Nachteile des Freigangs?

Freigängerkatzen sind mehr Risiken ausgesetzt als Wohnungskatzen: Nicht selten werden sie von Autos angefahren oder tragen Revierkämpfe mit anderen Katzen aus. Aber auch andere Tiere wie Hunde, Marder und Füchse stellen eine Gefahr für Freigängerkatzen dar. Deshalb ist die Lebenserwartung bei den Tieren auch nicht so hoch wie bei Wohnungskatzen. Zusätzlich kommen sie häufiger in Kontakt mit Parasiten und giftigen Pflanzen. Auf der anderen Seite fallen diesen Freigängerkatzen wiederum viele Vögel zum Opfer. Nicht weil sie sie fressen, sondern totspielen und irgendwo ablegen. Und das gefährdet die heimische Vogelpopulation.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

09.12.2020, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus der Tierheim Greiz

Worauf sollte ich als Halter beim Auslauf der Katzen achten?

Ein wichtiger Punkt ist die Wohnlage. Man sollte nicht in der Innenstadt, in der Nähe von Autobahnen oder stark befahrenen Straßen wohnen. Aber auch nicht in der Nähe von bejagten Waldstücken. Diese potenziellen Gefahrenquellen sollten bei kastrierten Katzen mindestens 400 Meter entfernt sein.

Die Katze sollte langsam und behutsam an den Freigang gewöhnt werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Katze einfach weg ist und nicht mehr wiederkommt. Am besten führt man die Katze in einem Katzengeschirr an der Leine. Idealerweise im eigenen Garten. So hat man die Katze immer unter Kontrolle. Futter zeig der Katze wo ihr eigentliches Zuhause ist und dass sie immer wieder zurückkommen kann. Freigängerkatzen sollten auch kastriert werden, damit sie sich nicht unkontrolliert vermehren können. Wichtig sind auch Impfungen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt für alle Katzen Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche und speziell für Freigängerkatzen noch Tollwut. Diese Katzen sollten auch regelmäßig entwurmt werden, um die Gefahr an Parasiten zu erkranken, zu reduzieren.

Freigängerkatzen in der Nachbarschaft – Was ist erlaubt?

Wenn eine fremde Katze aus der Nachbarschaft dass eigene Grundstück betritt, muss man das grundsätzlich dulden. Die Duldungspflicht endet erst dann, wenn der Besuch von Freigängerkatzen nicht mehr zugemutet werden kann. Durch Lärm, Gerüche, Sachbeschädigungen oder dergleichen. Allerdings ist die Gesetzeslage da sehr schwammig und wird immer nach Einzelfall entschieden. Für Schäden, die ein Haustier verursacht, haftet grundsätzlich der Tierhalter. Allerdings besteht hier immer eine Beweispflicht des Geschädigten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. Oktober 2020 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps