Die besten Tricks gegen Fruchtfliegen im Haushalt

Sie haben verschiedene Namen, aber immer ein Ziel: unser Essen und Trinken. Obst-, Essig- oder Taufliegen sind ungefährlich, aber lästig und unappetitlich. Wir erklären, wie du die Plagegeister loswirst.

Obstfliegen 1 min
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MDR JUMP Do 11.06.2020 10:45Uhr 01:13 min

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Obstfliegen sind zwei bis sechs Millimeter groß und leben entweder als Wildform in Wald und Flur oder als Kulturform in der Nähe des Menschen. Komposthaufen, Obstlager oder die Obstschale in der Wohnung sind die beliebtesten Tummelplätze der Kultur-Obstfliege. Da sie sich bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius nicht vermehren können, haben wir von November bis März/April in der Regel Ruhe vor den Plagegeistern. Allerdings halten sie auch sehr niedrige Temperaturen in einem bestimmten Larvenstadium aus und können so auch im Freien überwintern. Wird es dann im Frühjahr wärmer, entwickelt sich aus der Larve die fertige Obstfliege. Sie fühlt sich vom Duft fauligen Obstes angezogen und macht sich auf den Weg in unsere Wohnung. 

So kommt die Fliege ins Haus

Obstfliegen lieben reife oder schon faulige Früchte. Ab einem bestimmten Punkt wird durch Zucker und Hefebakterien ein Gärungsprozess in Gang gesetzt. Der dabei entstehende Essiggeruch lockt die Obstfliege über Fenster und Balkontür in die Wohnung. Aber auch auf dem Obst oder Gemüse, das du vom Einkauf mit nach Hause bringst, können schon Eier und Larven der Obstfliege haften und auf diesem Weg in die Wohnung gelangen. Dort fühlen sie sich dann besonders in Obstschalen wohl. Und auch die Eimer für Rest- oder Biomüll und die gelbe Tonne sind beliebte Nahrungs- und Brutplätze. 

So wird die Fliege zum Dauergast

Zwei Obstfliegen (Essigfliegen) paaren sich auf einem Pfirsich
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Überall, wo es faulig riecht und möglichst auch noch feucht ist, legen die Tierchen gerne ihre Eier. Das können pro Weibchen und Durchgang bis zu 400 Stück sein. Nach spätestens 14 Tagen ist der Nachwuchs bereits so weit, ebenfalls Eier zu legen. So können in knapp einem Monat theoretisch über 100.000 Fliegen aus einem einzigen Paar entstehen. Bei einer Lebensdauer von gut 50 Tagen können Obstfliegen ihre zahlreichen Enkel also eine Weile genießen. 

Nicht gefährlich, aber unappetitlich 

Schreitest du nicht zeitig genug ein, dann vermehren sich Obstfliegen nicht nur rasant, sondern beschleunigen auch noch den Verfallsprozess von Obst und Gemüse. Von fauligen Früchten überträgst du die für Gärung verantwortlichen Bakterien auf noch intaktes Obst und legst dabei dort auch ihre Eier ab, damit die schlüpfenden Larven gleich etwas zu futtern haben. Eier und Larven sind so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Deshalb hat wahrscheinlich jeder schon unfreiwillig Obstfliegenlarven mitgegessen. Das ist unappetitlich, aber nicht gefährlich, da bei uns heimische Obstfliegen in der Regel keine gefährlichen Keime übertragen.

So beugst du vor

Eine Obstfliege (Essigfliege)
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Besonders im Sommer und Herbst sind die Tiere aktiv. Werden Kirschen, Äpfel und Birnen reif, gibt es in der freien Natur ein großzügiges Nahrungsangebot. Somit vermehren sich die Fliegen rasant und sind vermehrt auf der Suche nach neuen Brutplätzen. Da sie dabei vorwiegend nach Geruch fliegen, ist eine gut gelüftete Wohnung, die nicht nach reifem Obst oder vergorenen Getränken riecht, von Vorteil. Außerdem solltest du alle möglichen Brutplätze entfernen:

  • Leere Mülleimer und Müllbeutel öfter, reinige die Eimer gründlich mit Wasser!
  • Lager Obst und Gemüse nicht offen in der Wohnung, sondern am besten im Kühlschrank oder an einem möglichst kühlen, trockenen Ort!
  • Äpfel und Tomaten geben viel Reifegas ab, lager anderes Obst und Gemüse deshalb mindestens 50 Zentimeter entfernt davon!
  • Reinige Abflüsse und Waschbecken und halte Ausgüsse, die lange Zeit nicht benutzt werden, geschlossen!
  • Lass keine Speisereste liegen, verschließe Getränke!
  • Reinige auch den Geschirrspüler regelmäßig und lass ihn nicht offen und halb gefüllt stehen. Gleiches gilt für schmutziges Geschirr. Auch das solltest du nicht längere Zeit stehen lassen.    
  • Lüfte regelmäßig, um die Raumluft von Gärungsduft zu befreien!  

So wirst du die Tierchen los

Obstfliegen (Fruchtfliegen) auf einer Apfelsinenscheibe
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Sind Fruchtfliegen erstmal bei dir eingezogen, solltest du vor allem schnell handeln, um die Tierchen wieder loszuwerden. Zuerst entfernst du vor allem befallenes Obst und Gemüse und alle möglichen Brutstätten. Dann kannst du versuchen, die verbleibenden Obstfliegen mit dem Staubsauger zu fangen. Der Sog ist stark genug und hält die Tiere auch im Staubbeutel. Am besten fängst du Obstfliegen aber mit einer Falle. Der Handel bietet dazu eine Vielzahl an Produkten. Ab zehn Euro bekommst du Fallen, die die Tiere meist mit einem Lockstoff anziehen und dann in ein Gefäß lotsen, aus dem die Fliegen nicht mehr entkommen können, ertrinken oder festkleben. Etwa gleich teuer, aber besonders fliegenfreundlich sind sogenannte Trichterfallen: In einen Becher aus Plaste oder Glas legst du ein Stück Obst als Lockmittel. Darüber kommt ein Trichter, der unten eine winzige Öffnung hat, durch die die Fliegen zum Obst krabbeln. An den Seiten sorgen winzige Luftschlitze für die Verbreitung des Duftes. Ist die Fliege durch den Trichter gekrabbelt, kommt sie ans ersehnte Obst, aber nicht mehr aus dem Becher. Jetzt kannst du die Fliegen an der frischen Luft freilassen und die Falle wieder in Position bringen.

Ähnlich effektiv und dazu preiswerter ist eine selbstgebaute Obstfliegenfalle: Dazu gibst du eine Mischung aus Wasser und einem Obstessig mit etwas Zucker und ein paar Tropfen Spülmittel in eine kleine Schüssel. Essig und Zucker locken die Fliegen an, das Spülmittel sorgt dafür, dass das Wasser kaum noch Oberflächenspannung hat. Die Fliegen versinken so recht schnell und können aus der Falle nicht mehr raus. Mischungen aus Gebissreiniger und Wasser haben eine ähnliche Wirkung. Auch eine mit Nelken gespickte Zitrone soll die Fliegen vertreiben. Platziere die direkt im Obstkorb. Das sorgt nebenbei auch noch für einen angenehmen Raumduft. Ein ganz natürlicher Weg zur Fliegenbekämpfung ist Fettkraut, eine fleischfressende Pflanze. Es gibt auch Obstfliegenvernichter für die Steckdose. Da werden die Tierchen mit UV-Licht angelockt und dann mit einem elektrischen Schlag getötet. Diese Geräte sollen aber nur bedingt funktionieren, und bei all diesen Fallen kommen die Tiere ums Leben.

Den Lieblingsplatz vermiesen

Wenn alle Früchte fliegensicher untergebracht sind, sammeln sich die Tierchen gerne im oder am Mülleimer. Bring dort einen Klebestreifen mit Fliegengift an. Der Streifen lockt die Tiere mit einem Duftstoff, und gerade kleine Obstfliegen sterben sehr schnell an dem aufgebrachten Gift. So können sie sich im Mülleimer nicht vermehren. Achte bitte darauf, dass deine Kinder nicht in die Nähe der Giftstreifen kommen. Unwohlsein und Hautausschläge könnten aus einem Kontakt resultieren. Ernsthafte Schäden sind aber nicht zu erwarten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 11. Juni 2020 | 10:45 Uhr

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