Sommerhitze: So sparst du im Garten Wasser und tust Gutes für deine Pflanzen

Wie gießt man seinen Garten mit all den Beeten, Büschen und Rasenflächen am effektivsten? Und wie sinnvoll sind dabei neue, oft teure automatische Bewässerungsanlagen? Wir klären auf.

So schön ein Garten auch ist – er macht viel Arbeit. Vor allem das regelmäßige, mitunter tägliche Gießen im Sommer kostet Zeit. Verschiedene Bewässerungstechniken und Hilfsmittel können das Leben des Hobbygärtners heutzutage erheblich erleichtern.

Regenwasser sammeln und nutzen

Regenwasser in einer Tonne
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Regenwasser ist erst einmal eine günstige Alternative. Regentonnen oder -tanks werden an ein vorhandenes Abflussrohr angeschlossen. Eine Überlaufklappe verhindert, dass die Tonne überläuft, wenn sie voll ist. Das überschüssige Regenwasser gelangt einfach in die Kanalisation. Alternativ können auch Zisternen und Brunnen installiert werden. Sie haben ein größeres Fassungsvermögen, sind aber auch teurer und müssen teils von Behörden genehmigt werden. Um aus einer Regentonne oder einer ins Erdreich eingelassenen Zisterne das Wasser bequem entnehmen zu können, gibt es verschiedenste Pumpen.

Allerdings sollte hier jeder für sich eine Kostenrechnung aufstellen. Regenwasser selbst kostet zwar nichts, aber die Behälter, die Pumpen und die Wartung. Da kann es vor allem bei kleinen Gärten schnell vorkommen, dass sich die Investitionen in große Zisternen und Pumpen erst nach über 20 Jahren lohnen, wenn sie denn so lange halten.

Kosten sparen beim Gießen mit Leitungswasser

Wer das Wasser aus der Leitung nutzt, sollte darüber nachdenken, sich eine separate Wasseruhr zu installieren. Normalerweise wird verbrauchtes Wasser aus dem Haushalt in die Kanalisation geleitet und anschließend gereinigt. Dafür erheben Gemeinden eine Abwassergebühr. Die Gebühr wird auch für Leitungswasser fällig, das im Garten zum Gießen genutzt wird und dann versickert. Wer einen Gartenwasserzähler installiert, kann unter Umständen die Abwassergebühr für Leitungswasser umgehen. Allerdings kostet der Zähler Geld. Wer wissen will, ob sich das lohnt, sollte seinen Jahresverbrauch im Garten erheben und die verschiedenen Grundpreise für Wasser und den anzumeldenden Zähler gegenrechnen.

Viele Hilfsmittel erleichtern die Bewässerung

Bei Beeten bieten sich beispielsweise Perl- oder Sprühschläuche an. Diese werden auf oder in die Erde gelegt. Durch feine Sprühstrahlen - beispielsweise 13 Löcher pro Meter – wird so das Wasser gleichmäßig und direkt in die Erde verteilt und verdunstet nicht.

Ein Rasensprenger verteilt das dringend notwendige Wasser auf eine gröߟere Rasenfläche, die unter der bestehenden Trockenheit leidet.
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Bei Rasenflächen haben sich Schwenkregner mit großer Wurfweite bewährt. Sie werden in der Mitte des Grundstücks installiert und verteilen von dort das Wasser gleichmäßig. Man kann moderne Geräte durch Einstellung der Streubreite und des Schwenkwinkels genau an die Abmessungen der Rasenfläche anpassen. Unregelmäßige Rasenflächen lassen sich auch mit Kreis- und Segmentregnern gut bewässern. Für großflächige Bewässerungen sind pulsierende Sprenger von Vorteil: Diese schaffen Rasenflächen von mehreren hundert Quadratmetern.

Wer seinen Garten neu gestaltet, der kann Leitungen und Bewässerungssysteme unterirdisch verlegen. Dafür gibt es spezielle Systeme, je nachdem, ob es sich um Rasenflächen oder Beete handelt.

Automatische Bewässerungssysteme

Inzwischen gibt es sogar Systeme, bei denen sich der Gärtner in Ruhe zurücklehnen kann und nichts machen muss. Im Zentrum automatischer Bewässerungssysteme steht ein Bewässerungscomputer. Er steuert Dauer und Häufigkeit der Bewässerung. Zum System gehören zudem Regner, Tropfer, Rohre beziehungsweise Schläuche, Ventile und diverse Verbindungen, die in die verschiedenen Beete, Hecken und die Grasfläche verteilt werden. Sie können zum Teil extra geschaltet werden, so dass die Hecke beispielsweise häufiger und intensiver bewässert wird als der Rasen.

Billig sind die Gießanlagen nicht: Stiftung Warentest hat für einen 100 Quadratmeter großen Garten immerhin zwischen 500 und 950 Euro ausgegeben. Bei der Auswahl der nötigen Produkte helfen die meisten Anbieter, wenn man ihnen einen Gartenplan zusendet. Und auch zur Installation braucht es kein Fachpersonal, aber Zeit und Geduld. „Bevor das Wasser fließen kann, muss der Gärtner die Anlage sorgfältig installieren, das heißt: Gräben für die Zuleitungen ziehen, Rohre verbinden, Regner und Düsen anschließen“, heißt es bei Stiftung Warentest. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen: „Nach Abschluss der Prüfungen lässt sich sagen: Die Systeme funktionierten“, so das Fazit der Tester. Testsieger ist ein System der Firma Gardena. Die Komponenten sind sehr gut verarbeitet, aber deutlich teurer als die Konkurrenzprodukte.

Fazit

Inzwischen gibt es viele Hilfsmittel, die die Bewässerung eines Gartens erleichtern. Sogar ganz ohne Hilfe eines Gärtners geht das inzwischen: Automatische Bewässerungssysteme werden einfach an den Wasserhahn angeschlossen und Uhrzeit sowie Dauer der Bewässerung eingestellt. Die Systeme kosten allerdings mehrere hundert Euro, benötigen eine gute Planung und Geduld bei der Installation.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 02. Juli 2021 | 11:45 Uhr

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