Was du jetzt im Januar alles im Garten erledigen kannst

Im Januar ist Gartenruhe? Im Gegenteil, der Januar bietet dir in und um den Garten einen Haufen Möglichkeiten zur Beschäftigung. Das Gute daran: Fast alles kann, nix muss. Also Arbeitsklamotten an, wir gehen an die frische Luft.

Johannisbeeren Einjährige Triebe schneiden 1 min
Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

MDR JUMP Do 07.01.2021 10:45Uhr 01:04 min

Audio herunterladen [MP3 | 1.014 KB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/gartenarbeit-im-winter-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Bei Schnee und Frost muss ich doch nicht in den Garten, oder? Doch!

Ja, das ist ein bisschen gemein, aber auch und gerade bei einer besonders dicken Schneeschicht, so ab zehn Zentimetern, kannst du empfindlichen Bäumen und Sträuchern unter die Äste greifen, indem du sie vorsichtig von ihrer Schneelast befreist. Wird der Frost richtig streng und weht dazu ein eisiger Wind, sollten empfindliche Pflanzen abgedeckt oder eingepackt werden. Dazu eignen sich Mulch oder/und Reisig und ein Jutestoff.

Und wenn kein Schnee liegt? Kannst du dem Rasen helfen.

Auch im Winter brauchen Gräser und dein Rasen viel Luft und möglichst keine Staunässe. Deshalb kannst du im Januar alte Äste, abgefallenes Laub und andere Pflanzenteile abharken. Das kann nämlich alles faulen und Pilze siedeln sich an. Kommt dann noch Schnee drauf, gammelt dein Rasen bis zum Frühjahr arg vor sich hin und du hast zum Start in die Gartensaison viel auszubessern.  

Tatsächlich im Januar gießen? Ja.

Und zwar gilt das für immergrüne Gewächse wie Hecken, kleine Nadelbäume oder auch Rhododendren. Der Grund: Diese Pflanzen haben auch im Winter einen Stoffwechsel, betreiben Photosynthese und verdunsten dabei Wasser. Und das brauchen sie zurück. Du solltest allerdings nur dann im Winter gießen, wenn der Boden frostfrei ist, sonst riskierst du Staunässe und eventuell Wurzelschäden. Wichtig: Vergiss nicht, ab und zu nach den reingestellten Topfpflanzen wie Oleander oder Lavendeltöpfen zu gucken und auch dort zu gießen.

Zum träumen: Eure Gärten im Winter

Wintergarten von Andrea Köhler
Bildrechte: privat
Wintergarten von Andrea Köhler
Bildrechte: privat
Wintergarten von Denis Schneider
Bildrechte: privat
Wintergarten von Kirsten Schreiter
Bildrechte: privat
Wintergarten von Kit Ty
Bildrechte: privat
Wintergarten von Marcel Weidlich
Bildrechte: privat
Wintergarten von Nicole Guske
Bildrechte: privat
Wintergarten von Oliver
Bildrechte: privat
Wintergarten von Philipp Ortmann
Bildrechte: privat
Wintergarten von Sindy Hinz
Bildrechte: privat
Wintergarten von Su Si
Bildrechte: privat
Alle (10) Bilder anzeigen

Warum du manche Gehölze jetzt vor der Sonne schützen musst.

Bäume und Sträucher reagieren stark auf grelle Sonne. Der Grund: Ist es morgens frostig und sonnig, bleibt die Nordseite von Ast und Stamm noch kalt, während die Südseite von der Sonne stark erwärmt wird. Das Resultat: Die Rinde reißt. Dagegen hilft bei Baumstämmen ein sogenannter Kalkanstrich. Äste und empfindliche Sträucher kannst du mit einer Abdeckung aus Stroh oder Jute schützen.

Was muss verschnitten werden?

Alles was in Obstbäumen und -sträuchern alt und abgestorben ist, kann im Prinzip raus. Auslichten nennt sich das. Dazu empfiehlt Gartenratgeber Franz Böhmig: "Entfernt werden alle nach innen wachsenden, beschädigten und kranken sowie alle sich gegenseitig behindernden Äste und Triebe." Bei Sträuchern gilt das in etwa auch. Manchmal darfst du dabei auch radikal vorgehen und zum Beispiel im letzten Jahr abgeerntete Himbeerruten bis auf den Boden zurückschneiden. Das ist aber nur eine ganz vereinfachte Beschreibung. Es gibt zwischen den Sorten große Unterschiede. Besser, du informierst die bei einem Profi über den richtigen Obstbaumschnitt. Auch eine Schulung kann nicht schaden. Dabei lernst du das richtige Werkzeug und die Handhabung kennen. Merke: Deine Bäume und Obststräucher richtig zu verschneiden, kann entscheidend dazu beitragen, dass sie reichlich tragen und lange gesund bleiben. Übrigens auch sommergrüne Hecken kannst du jetzt in Form bringen.

Was geht in der Werkstatt?

Nur gepflegtes Werkzeug macht im kommenden Gartenjahr richtig Spaß. Und es ist auch sicherer in der Handhabung. Deshalb kannst du jetzt alle Harken, Spaten und Scheren gründlich reinigen und, wo es nötig ist, einölen. Töpfe, die du im Frühjahr zum Ansäen und Pflanzen brauchst, solltest du mit einer Seifenlauge gründlich säubern, so entfernst du sicher alle Pilze und Schädlinge und schleppst sie nicht mit in die neue Saison.

Zu ernten ist jetzt nix? Doch und zwar reichlich Gesundes!

Grünkohl in einem Hochbeet im Kleingarten
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Kohl, Winterlauch oder auch winterharte Salatsorten können selbst bei Frost noch entspannt geerntet werden. Vorsicht: Wird es richtig winterlich, empfiehlt Gartenratgeber Pötschke: "Wintergemüse, das auf dem Beet bleibt, mit Folien oder Vlies vor dem Einschneien und tiefen Minusgraden schützen."

Jetzt schon säen? Im Gewächshaus geht´s los.    

Und auch die Aussaat von Salaten, Kohlsorten, Sommerlauch und Saatzwiebeln ist jetzt schon möglich, wenn du ein halbwegs frostfreies Gewächshaus hast. Dort kannst du dich auch schon mal an den ersten Radieschen ausprobieren.

Und gemütlich im Warmen gärtnern? Das geht auch.

Und das ist im Januar auch das schönste: Hast du die wichtigsten Dinge draußen erledigt, kannst du dich drinnen entspannt der Gartenplanung widmen. Einen Beetplan anzulegen, macht Lust auf die neue Saison. Die ganze Familie kann beim Zeichnen und planen mitmachen. Du kannst außerdem mit einer einfachen Keimprobe nachprüfen, was von deinem Saatgut überhaupt richtig keimfähig ist.

Wen haben wir noch vergessen? Die lieben Vöglein.

Eine Blaumeise sitzt im Winter an einem Vogelhäuschen
Bildrechte: imago images / blickwinkel

Blaumeise und Kollegen helfen dir das ganze Jahr über die Zahl von Schädlingen im Garten zu reduzieren. Dafür kannst du sie jetzt mit einem sauberen, zugfreien Nistkasten und bei Frost mit Vogelfutter unterstützen. Bitte kein Brot oder Kekse verfüttern, das kann unter Umständen die kleinen Piepser töten. 

Fazit

Der Januar ist ein guter Gartenmonat. Du kannst nämlich viel machen, musst aber nicht. Nur ein paar Schutzmaßnahmen sind wirklich nötig. Der Rest geht nach Belieben und für Februar musst du dir schließlich auch noch ein bisschen Arbeit aufheben.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Januar 2021 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps