So wird dein Start in die Gartensaison einfach und abwechslungsreich

"Pflanzt du mich im April komm ich, wann ich will. Pflanzt du mich im Mai, komm ich glei." Bedeutet: Wenn du im April im Garten bestimmte Sachen zu früh angehst, machst du sie nochmal, wartest du zu lang, hast du es auch schwer. Wir reden heute also über Timing.

Blühende Tulpen in einem Beet. Sie heben sich durch die grüne Rasenfläche im Hintergrund sehr gut ab.  1 min
Bildrechte: MDR/Jens Haentzschel

MDR JUMP Do 01.04.2021 10:45Uhr 01:21 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,2 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2,5 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/garten-im-april-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Technik Check – Ist noch alles dicht?

Wenn du im Kleingarten oder am Häuschen das Wasser wieder anstellst, kannst du gleich mal prüfen, ob durch den strengen Frost nicht doch irgendeine Leitung Schaden genommen hat. Besonders Installationen und Hähne aus Kunststoff mögen den Winter nicht. Ist der Wasserhahn kaputt, kannst du ihn mit ein bisschen Übung selbst wechseln. Schau gleich noch Wasserfässer und andere Sammelbehälter durch. Auch der Gartenteich mit Filteranlage braucht jetzt deine Aufmerksamkeit. Wichtigstes Gerät: Der Rasenmäher. Wächst das Gras, musst du mähen. Deshalb: Checke den Mäher, rechtzeitig bevor du ihn brauchst!

Ran an den Rasen

Denn jetzt geht es um das Wohlbefinden der ganzen Familie. Ein grüner und möglichst dichter Rasen erfreut das Gärtnerherz und macht deinen Kids beim Spielen Spaß. Die Mähsaison beginnt tatsächlich, sobald der Rasen wächst.

Wartest du zu lang, fällt das erste Mähen schwer, Wildkräuter setzten sich durch und dein Rasen wird nicht dicht. Deshalb wenn es spießt: Einmal grob drüber mähen. Dabei werden die Messer oft noch mit ein paar Steinen und Ästen vom Herbst konfrontiert. Es lohnt sich, wenn du sie nach der ersten Mahd nochmal anschleifst. Ist er arg verfilzt, solltest du den Rasen vertikutieren und kahle Stellen nachsäen. Der richtige Rasensamen kann ruhig ein paar Euro kosten, du hast später mehr Freude daran.

Warte noch, warte nooooch…….jetzt

Ja, die Sonne lockt den einen oder anderen Tag schon mächtig. Im Freiland können jetzt Spinat, Mangold, Lauch und Radieschen ausgesät werden. Aber jeder Samen hat seine Keimtemperatur. Puffbohnen und anderen harten Gemüse-Kandidaten reichen schon knapp zehn Grad Celsius. Viele brauchen aber deutlich höhere Werte. Da Samen im Einkauf überraschend teuer sind, ein Tipp zum Geldsparen: Auf der Tüte stehen die Keimtemperaturen drauf. Bitte erst in die Erde damit, wenn die Bedingungen stimmen. Ansonsten wartest du ewig und es passiert nix, im schlimmsten Fall vergammelt dir der Samen. Bei optimalen Werten im Mai, siehst du bei den gleichen Sorten schon nach ein paar Tagen die ersten Keime sprießen. Ganz entspannt kannst du aber jetzt Möhren, Pastinaken und bunte Rüben säen. Die brauchen eh lange und sind relativ anspruchslos. Bunte Rüben machen sich übrigens prima zum Angeben vor Freunden im Salat.

Hügelbeet, Hochbeet – alles geht

Gartenexperte Klaus Eckardt gießt Hügelbeet
Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Hast du ein bisschen Zeit, viel altes Geäst und Laub im Garten und willst deinem Gemüse so richtig Dampf unter die Wurzel machen, dann leg doch ein Hügelbeet an. Das ist anstrengend, es hat aber nicht jeder und tatsächlich erzeugt das verrottende Material im Inneren soviel Wärme, dass deine Pflanzen selbst bei kalter Witterung ordentlich wachsen. Bepflanzt du das Beet richtig bunt und unterschiedlich, machen Ernten und Kochen, mit dem, was gerade wächst, richtig Spaß. Und: "Die stetige Nährstoffnachlieferung aus dem verrottenden Material im Inneren lässt ohne Weiteres eine mehrmalige Bepflanzung in einem Jahr zu", so der Gartenratgeber 'Das Grüne von Gu'. Nicht ganz so anstrengend aber genau so bunt und dazu noch gut für den Rücken ist ein Hochbeet, in allen Formen und Größen, wie du möchtest.

Kartoffeln, weil's einfach einfach geht

Ob der dümmste Bauer tatsächlich immer die Größten hat, sei dahingestellt. Fakt ist: Bei Kartoffeln kannst du nur gewinnen. Ob vorgekeimt oder direkt aus dem Handel; rein in die Erde, einmal ordentlich angießen und immer mal wieder das Wildkraut zupfen, dann kannst du ganz frühe Sorten schon ab Juni genießen. Achtung 1: Kartoffeln nicht zu dicht setzten, dann bleiben sie klein und machen nur ne Menge Kraut. Achtung 2: Wie von Geisterhand erscheint der Kartoffelkäfer und macht deine Pflanzen platt. Da hilft nur, die behäbigen Tiere jeden Tag abzusammeln.

Oh Graus eine Laus – bitte natürlich bekämpfen

Ähnlich radikal sind Blattläuse. Einzelne Exemplare überstehen selbst den härtesten Frost und sorgen dann im warmen Frühjahr für eine explosionsartige Vermehrung an deinen Blumen und - das ist besonders ärgerlich - auch an deinen Beerenbüschen. Erste Anzeichen sind Ameisen unter den Büschen. Die gehen nämlich mit den Blattläusen ein Bündnis ein: Ameise schützt Laus vor Fressfeind Marienkäfer. Laus belohnt Ameise mit süßem Nektar. Hier helfen Leimringe an den Beeren und Obstbäumchen. Die Ameisen kommen so nicht mehr zu den Läusen und die Käfer fressen die dann einfach Weg. Auch Brenneseljauche oder Rainfarnbrühe helfen auf die Blattunterseiten gesprüht.

Mach die Feinde deiner Feinde zu deinen Freunden

Sorge dafür, dass Frösche, Igel, Kröten und Marienkäfer sich bei dir wohlfühlen. Oder schön ausgedrückt: "Fördern Sie diese Nützlinge in Ihrem Garten durch Pflanzenvielfalt, Nahrungsangebot, Rückzugsmöglichkeiten, Schlupfwinkel und den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel", rät der Gartenratgeber 'Das Grüne von GU'.

Blumen gegen schlechte Laune

Kleine Kinder freuen sich wie Bolle über die ersten Schneeglöckchen und Krokusse und auch uns Erwachsenen lässt das nicht kalt. "Wenn die langen, düsteren Wintertage langsam wieder freundlicher aussehen, dann sind die ersten Farbtupfer das vielleicht beste Mittel, um den Gedanken an Frühjahrsmüdigkeit gar nicht erst aufkommen zu lassen", rät der Gartenratgeber 'Das Grüne von GU'. Deshalb kannst du dich jetzt an Kaiserkrone, Blaukissen und Traubenhyazinthe erfreuen. Hast du keine, dann kommen sie als Zwiebeln oder Pflanzen nächsten Herbst in den Boden. Lilien, Alpenveilchen und Gladiolen kannst du hingegen jetzt ins Freie oder in Töpfe und Kästen pflanzen. Je bunter die Auswahl, desto mehr Bienen und andere Nützlinge lockst du damit in den Garten.

Nochmal kurz zum Timing

Lass dich gut in Garten- und Baumarkt beraten, was jetzt schon ins Freie darf und was eventuell noch frostempfindlich ist. Über solche Pflanzen kannst du in gefährdeten Nächten auch einfach einen Eimer stülpen. Und ganz wichtig bei all der Arbeit: Genieße deinen Garten und fahr runter!!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 01. April 2021 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps