So legst du Geldgeschenke richtig an

03.01.2019 | 02:10 Uhr

Geldgeschenk 1 min
Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

MDR JUMP Do 03.01.2019 02:10Uhr 01:14 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,1 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/geldgeschenke-richtig-anlegen-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Sollte es zu Weihnachten bei dir das eine oder andere Geldgeschenk gegeben haben, so kannst du die Kohle natürlich sofort auf den Kopfhauen. Oder: Du suchst nach einer sinnvollen Anlagemöglichkeit. Möglichst risikoarm oder mit möglichst maximalem Gewinn? Was wirklich Sinn macht, worauf du achten solltest, klären wir jetzt.

Wann eine Anlage Sinn macht

Für einmalige 50 Euro lohnen sich weder der Weg zur Bank noch stundenlanges Recherchieren nach den besten Aktienfonds im Internet. Galt in früheren Jahren der Spruch vom Kleinvieh, das auch Mist macht, musst du in Zeiten niedriger Zinsen auch bei kleinen Geldanlagen mit Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren rechnen. Die machen den minimalen Zinsgewinn schnell wieder wett. Ab 500 bis 1.000 Euro können sich bestimmte Geldanlagen durchaus lohnen. Gleiches gilt, wenn du kleinere Summen konstant über einen längeren Zeitraum sparen willst. Da sind schon 25 Euro pro Monat sinnvoll. Das ist tatsächlich auch für die Schenkenden wichtig. Gerade bei Kindern und Enkeln lassen sich mit langfristigen Geldanlagen auch bei kleinen Summen gute Renditen erwirtschaften.     

Am besten aufteilen

Schon immer waren die Finanzmärkte großen Schwankungen unterworfen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Deshalb sollte Geld auf unterschiedliche Anlageformen aufgeteilt werden. Das Risiko, Verluste zu machen, wird damit minimiert. Die Aufteilung des Geldes richtet sich dabei nach den Bedürfnissen, Zielen und der Risikobereitschaft eines jeden Einzelnen. Immobilien, Aktien, Gold oder Banksparpläne – Möglichkeiten gibt es viele. Einen pauschalen Tipp zur Aufteilung gibt es nicht.

Was die Anlage können muss

Centstücke auf Geldkarten.
Bildrechte: Colourbox.de

Ob eine Anlageform zu dir passt, hängt ganz entscheidend davon ab, wie flexibel du mit dem Geld bist, welches Risiko due eingehen willst und welche Ziele du verfolgst. Im Vorfeld solltest du dir folgende Fragen beantworten: Wann und wie spontan willst du an dein Geld wieder ran? Willst du einmalig Geld anlegen oder konstant sparen? Brauchst du die Rücklage später auf einmal oder Stück für Stück? Ist das Geld für einen Notfall gedacht oder ist der Zeitpunkt der Auszahlung egal? Kannst du im Ernstfall auf einen Teil des Geldes verzichten, etwa bei einer Krise am Aktienmarkt? Prüfe vor einer Anlage die verschiedenen Angebote am Markt. Die unterscheiden sich oft erst auf den zweiten Blick, etwa bei den Bearbeitungsgebühren. Manches Plus beim Zinssatz verschwindet dadurch wieder. Lass dich nicht ungewollt am Telefon beraten. Im Zweifel fragst du bei der Verbraucherzentrale nach oder liest seriöse Vergleiche.

Das Sparbuch

Obwohl oft totgesagt, gibt es gerade für Kinder spezielle Sparbücher, die sich für eine erste Geldanlage lohnen können. Denn sie sind kostenlos und bieten bis zu drei Prozent Zinsen im Jahr. Einschränkung: Die Einlagesumme für diese hohen Zinsen ist gedeckelt. Meist liegt sie zwischen 500 und 2500 Euro. Alles, was du über diese Summe hinaus einzahlst, wird wesentlich niedriger verzinst. Oft sind die hohen Zinsen auch zeitlich begrenzt, werden etwa nur für die ersten drei Jahre gezahlt.

Der Banksparplan

Du bestimmst, in welchen Raten du über einen festgelegten Zeitraum Geld auf ein Konto einzahlst, dafür gibt es aktuell im besten Falle rund ein Prozent Zinsen. Nachteil: Oft kommst du an dein Geld während des Sparzeitraumes entweder gar nicht oder nur mit großen Abschlägen heran.

Das Tagesgeldkonto

Meist gibt es die Tagesgeldkonten kostenlos zum Girokonto. Auch für Kinder sind die Konten bei den Eltern mit ablegbar. Du kannst dann entscheiden, ob das Kind mit 18 Jahren die angesparte Summe komplett übernimmt oder Stück für Stück ausgezahlt bekommt. Bis zu diesem Zeitpunkt können die Eltern über das Geld verfügen. Für alle gilt: Das Tagegeld ist jederzeit verfügbar und bietet wenigstens einen kleinen Zinssatz von 0,1 bis zu einem Prozent.

Festgeld

Diese Anlageform bietet sich an, wenn du einmalig eine größere Summe über einen langen Zeitraum anlegen willst. Für zehn Jahre beispielsweise bekommst du dann schon bis zu zwei Prozent für deine Einlage. Nachteil: Du kommst vor Ablauf der Zeit nicht ohne Abschläge an dein Geld. Und sollte sich in den zehn Jahren der Zinssatz deutlich nach oben bewegen, hast du das Nachsehen.

Aktienfonds

Aktien Wertpapiere
Bildrechte: Colourbox

Einzelne Aktien zu kaufen, ist sehr risikoreich. Etwas risikoärmer sind sogenannte börsengehandelte Indexfonds, auch ETF (Exchange Traded Fund) genannt. Ein solcher Fond bildet immer einen so genannten Index ab, beispielsweise den Deutschen Aktienindex (kurz: DAX). Das heißt ganz vereinfacht gesagt: Geht der DAX nach oben, geht auch der Wert des zugehörigen Fonds nach oben. Dabei muss nicht gleich eine größere Summe investiert werden, es können auch monatlich kleinere Beträge in Sparpläne fließen. Diese können über mehrere Jahre hinweg zwischen sechs und acht Prozent Rendite bringen. Die Anlage ist über eine Bank einfach und ab knapp zwei Euro Bearbeitungsgebühr pro Jahr auch preiswert. Vorsicht: Vergleiche gut, es geht auch deutlich teurer. Wichtig ist darüber hinaus, dass du für Wertsteigerungen viel Geduld mitbringen musst und nicht an einem festen Datum an dein Geld musst.

Gold und Münzen

Südafrikanische Krügerrand-Goldmünzen
Bildrechte: IMAGO

Wer sein Geld in Münzen anlegen will, sollte einiges beachten. Gedenk- und Sondermünzen, auch Sammlermünzen genannt, werden zu bestimmten Anlässen und in limitierter Stückzahl geprägt. Der Markt wird hauptsächlich durch Trends bestimmt, die Wertentwicklung ist äußerst schwierig vorherzusagen. Anlagemünzen werden meist in hoher Stückzahl geprägt und ihr Wert bestimmt sich hauptsächlich über den Wert des Edelmetalls, aus dem sie hergestellt werden. Münzen aus Gold werden daher auch als Anlagegold bezeichnet. In Krisenzeiten sind sie eine Wertanlage. Doch auch ihr Wert schwankt mitunter stark.

Achtung bei Vorsorgeprodukten und Kinderpolicen

Angebote, die dir eine Absicherung von Ausbildung, Krankheit oder Unfall deines Kindes versprechen, solltest du mit Vorsicht genießen. Oftmals sind die Produkte sehr unflexibel und nur mit hohen Abschlägen während der Laufzeit kündbar. Auch der Abschluss einer Rentenversicherung für den Nachwuchs sollte gut überlegt werden. Die lange Laufzeit macht eine Einschätzung der Wirtschaftlichkeit sehr schwer. Außerdem bekommen deine Kinder so eine Anlageform aufgezwungen, die sie später selber fortführen müssen oder nur mit entsprechenden Abschlägen kündigen können. Werden dir kombinierte Renten- und Unfallversicherungen angeboten, sind die nur schwer mit anderen Produkten vergleichbar. Außerdem berechnen Versicherer für solche Produkte oft hohe Bearbeitungsgebühren. 

 Antiquitäten

Alte Möbel, Gläser oder Spielzeuge sind nur etwas für ausgemachte Experten. Der Antiquitätenmarkt unterliegt ganz eigenen Gesetzen. Auf gut Glück Dinge zu kaufen, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Du musst immer damit rechnen, dass eine bestimmte Ware auch über einen längeren Zeitraum nicht gefragt ist.

Garagengold

Auch bei Oldtimern ist eine Kenntnis des Marktes nötig. Aber: Solltest du einmal Geld anlegen wollen, kann sich der Kauf eines alten Autos oder Motorades auch dann lohnen, wenn du von der Technik selbst keinen Ahnung hast. Auch die günstigsten Oldtimer haben in den letzten zehn Jahren einen Wertzuwachs von 200 Prozent erfahren. Sie kosten also jetzt das Dreifache. Wichtig: Zum Kaufpreis musst du noch Versicherung und Kosten für eine sichere Unterbringung berechnen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Januar 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2019, 02:10 Uhr