Gutscheine unterm Weihnachtsbaum

23.12.2019 | 02:10 Uhr

Gutscheine zu Weihnachten 1 min
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Umschau-Quicktipp Gutscheine

Gutscheine

MDR JUMP Mo 23.12.2019 02:10Uhr 01:07 min

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Das Wichtigste beim Verschenken von Gutscheinen ist wohl, vorher zu überlegen, welcher Gutschein für wen geeignet ist. Ist die Massage etwas für die Schwägerin? Geht die Oma wirklich in diesem Geschäft einkaufen? Mögen die Eltern überhaupt Theateraufführungen? Wenn der Gutschein einmal verschenkt ist, gibt es kein Zurück mehr, denn man kann ihn nicht zurückgeben.

Gutscheine können meist nicht umgetauscht werden

Durch den Kauf ist derjenige, der den Gutschein verschenkt, mit dem Händler oder Dienstleister bereits einen Vertrag eingegangen. Deshalb kann der Gutschein nur gegen eine Ware oder Dienstleistung eingetauscht werden, Geld gibt es in der Regel nicht zurück.

Teileinlösungen gesetzlich nicht geregelt

Wer einen Gutschein nach und nach einlösen möchte, ist auf das Entgegenkommen des Händlers oder Dienstleisters angewiesen. Teileinlösungen sind gesetzlich nicht geregelt. Wer aber einen Gutschein über drei Massagen bekommt oder den 100-Euro-Gutschein eines Kaufhauses nicht auf einmal umsetzen möchte, hat in der Regel kein Problem damit. Der Restbetrag wird dann meist auf dem Gutschein vermerkt, auf der Karte umgebucht oder es wird eine neue Gutschrift ausgehändigt.

Gutscheine sind drei Jahre gültig

Grundsätzlich sind Gutscheine drei Jahre gültig, und zwar ab dem Ende des Jahres, in dem der Gutschein geschenkt wurde. Wer also zu Weihnachten 2019 einen Gutschein geschenkt bekommt, hat bis zum 31.12.2022 Zeit, ihn einzulösen. Diese Drei-Jahres-Regelung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt (§§195 und 199).

Gutscheinfristen oft zu knapp bemessen

Dennoch versuchen viele Händler und Dienstleister, die Gutscheine zu befristen. Das kann nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg im Einzelfall zulässig sein, beispielsweise, wenn absehbar ist, dass im nächsten Jahr die Lohnkosten steigen und damit der Gutscheinwert nicht mehr dem Wert der Dienstleistung entspricht. Auch Theatergutscheine, die sich auf eine bestimmte Theateraufführung beziehen, müssen noch während der laufenden Spielzeit eingelöst werden. Das ergibt sich aus der Art der Gutscheinleistung.

Allerdings gilt die Möglichkeit der Befristung nach Ansicht der meisten Verbraucherschützer nicht für Gutscheine über einen bestimmten Geldbetrag. So hat das Oberlandesgericht München 2007 entschieden, dass Amazon-Gutscheine nicht auf ein Jahr befristet sein dürfen (Az. 29 U 3193/07). Eine allgemein verbindliche Rechtsprechung gibt es dazu jedoch noch nicht.

Was tun wenn der Gutschein abgelaufen ist?

Wenn die Gültigkeit eines Gutscheins vorüber ist, hat man kein Recht mehr darauf, den Gutschein noch einzulösen. Allerdings gibt es dann einen Anspruch auf Erstattung des Geldwerts, denn der Aussteller hat ja bereits Geld für den Gutschein erhalten. Würde er dies einbehalten, hätte er sich zu Unrecht bereichert. Also gibt es den Geldwert zurück, abzüglich einer Entschädigung für den entgangenen Gewinn durch die Nichteinlösung des Unternehmers. Wie hoch diese Summe ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Bei Insolvenz gibt es kein Geld zurück

Egal, ob der Gutschein abgelaufen ist oder nicht: Wenn das Unternehmen, für das ein Gutschein verschenkt wurde, zwischenzeitlich insolvent ist, hat der Gutschein keinen Wert mehr. Deshalb ist die Empfehlung von Verbraucherschützern, den Gutschein zeitnah einzulösen. Der Gutschein kann übrigens auch übertragen werden. Er ist nicht an eine Person gebunden. Wer also nichts im Geschäft findet, um den Gutschein dafür einzulösen, kann auch Freunde mit dem Gutschein einkaufen schicken - oder ihn einfach weiter verschenken.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 23. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

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