Kontowechsel leicht gemacht

11.03.2020 | 02:10 Uhr

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MDR JUMP Mi 11.03.2020 02:10Uhr 01:07 min

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Seit einiger Zeit verabschieden sich immer mehr Banken von kostenlosen Girokonten für ihre Kunden. Und nicht genug: Die Sparkassen erhöhen ihre schon vorhandenen Kontoführungsgebühren. Die Gebühren für die meisten Privatgirokonten ziehen dabei deutlich an. Obwohl rund ein Viertel aller Girokontoinhaber über einen Wechsel nachdenkt, scheuen doch viele diesen Schritt, weil der Aufwand zu groß scheint. Daueraufträge müssen umgemeldet, alle Vertragspartner angeschrieben werden. Dazu musst du auch noch alle Überweisungstermine beachten, damit dir keine Mahnungen ins Haus flattern. Seit dem 18. September 2016 kannst du dir den Wechsel deines Girokontos aber von den beteiligten Banken organisieren lassen.

Banken müssen beim Wechsel helfen

Ob deine Bank mag oder nicht, sie muss dir beim Wechsel behilflich sein. Eine entsprechende EU-Richtlinie macht es möglich. Deine neue Bank muss demnach alle Lastschriften und Überweisungen deines Girokontos bei der alten Bank übernehmen. Diese wiederum muss dazu alle erforderlichen Informationen wie Adressen, Kontodaten und Fristen von Aufträgen der letzten dreizehn Monate übertragen. Grundsätzlich sind alle im deutschen Markt ansässigen Banken, die ein Girokonto anbieten, verpflichtet zu helfen. Ob du ein Konto bei einer Filialbank oder ein Onlinekonto bei einer Direktbank haben, ist dabei unerheblich. Wichtig: Beide Banken müssen in Deutschland ansässig sein und die gleiche Währung führen.

So wechselst du richtig

Suche dir zuerst eine Bank mit den für dich besten Konditionen. Achte dabei auf ein Kontomodell, das deinen Bedürfnissen entspricht. Hast du viel Bewegung auf deinem Konto, entscheidest dich aber für das billigste Grundmodell einer Bank, musst du unter Umständen viele Einzelleistungen extra bezahlen. Hast du ein neues Girokonto eröffnet, erteilst du deiner neuen Bank den Auftrag, sich um den Wechsel der Aufträge vom alten zum neuen Konto zu kümmern. Deine neue Bank ist verpflichtet, sich innerhalb von zwei Tagen mit der alten Bank in Verbindung zu setzen und deine Daten abzufordern. Deine alte Bank muss die entsprechenden Daten innerhalb von fünf Tagen liefern. Wiederum fünf Tage später muss das neue Konto fertig eingerichtet sein. Passiert das nicht, kannst du dich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder auch beim Ombudsmann deiner Bank beschweren.

Überprüfe vor einem Wechsel, wann auf deinem Konto am wenigsten Bewegung ist. Die meisten regelmäßigen Abbuchungen oder Einzahlungen finden immer am Monatsanfang oder -ende  statt. Ein Wechsel in der Mitte des Monats scheint da am sinnvollsten. Bestimme außerdem ein Datum, ab dem die alte Bank eingehende Lastschriften oder Überweisungen nicht mehr annehmen soll. Zusätzlich muss die Bank alle Personen, die auf dein Konto einzahlen oder davon abheben wollen, darüber informieren, dass das nicht mehr geht. Am Ende überträgt die alte Bank dein Guthaben auf das Konto bei der neuen Bank und schließt das alte Girokonto. Solltest du mit deinem Girokonto im Dispo sein, wird ein Wechsel schwierig.

So gehst du auf Nummer sicher

Zu einem Bankenwechsel gehört immer auch die schriftliche Benachrichtigung beteiligter Firmen und Ämter, etwa deines Arbeitgebers oder der Familienkasse. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du die nötigen Meldungen und Ermächtigungen selbst in die Hand nimmst. Dazu bekommst du von deiner Bank entsprechende Musterformulare. Die neue Regelung sieht allerdings vor, dass du sämtliche Arbeiten deiner Bank übertragen kannst.

Check die Gebühren

Noch hält sich die Zahl der Kontowechsler in Grenzen. Entsprechend unterschiedlich sind Aussagen über die Gebühren, die die Banken dir für diese Dienstleistung berechnen. Da jedoch die wenigsten Banken ihre einsehbare Gebührenordnung schon an die neue Regelung angepasst haben, frag vor einem Wechsel nach und lass dir verbindlich bestätigen, was an Kosten auf dich zukommt.

Direktbank oder Filialbank?

Solltest du die Bank wechseln wollen, hast du die Wahl: Legst du Wert auf ein Beratungsgespräch, einen Bankschalter, ein richtiges Gebäude, dann bist du bei einer Filialbank wie den Volksbanken oder Sparkassen gut aufgehoben. Logistik und Personal machen die Kontoführung dort allerdings teurer. Eine Direktbank hingegen erreichst du nur über das Internet oder Telefon. Schalter oder Kontoauszugsdrucker gibt es nicht. Dafür sind die Direktbanken in der Regel günstiger in der Kontoführung und kann dir bessere Zinsen zum Beispiel auf Tagesgeld bieten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 11. März 2020 | 10:45 Uhr

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