Gold als Geldanlage: Sinnvoll oder unsicher?

20.01.2020 | 02:10 Uhr

Goldbarren liegen gestapelt in einem Safe der Deutschen Bundesbank 1 min
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MDR JUMP Mo 20.01.2020 02:10Uhr 01:07 min

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Etwa jeder zehnte Deutsche gab in einer Forsa-Umfrage im Jahr 2019 an, Gold zu besitzen. Acht Jahre zuvor waren es nur etwa 6 Prozent. Gold als Anlage wird beliebter, auch, weil es als sichere Wertanlage gilt. Das liegt vor allem daran, dass die verfügbare Menge an Gold begrenzt ist. Es ist ein Element und lässt sich nicht künstlich herstellen. Da im Jahr weltweit nur etwa 2600 Tonnen Gold gefördert werden können, bleibt das Edelmetall knapp und wertvoll.

Goldpreis schwankt

Der Goldpreis ist stark von Angebot und Nachfrage und der weltwirtschaftlichen Gesamtlage abhängig. Vor allem in den 2000er-Jahren stieg der Preis enorm an: Kostete die Feinunze Gold, also 31,10 Gramm des Edelmetalls, im Jahr 2001 im Schnitt noch 271 US-Dollar, so erreichte der Goldpreis vor allem in den Jahren 2011 und 2012 Höchstwerte von bis zu 1.900 US-Dollar. Auch das Jahr 2019 war wieder ein sehr gutes Jahr für Goldanleger: Der Durchschnittspreis war um mehr als 18 Prozent höher als der im Vorjahr. Die Entwicklung zeigt jedoch: Auch Gold unterliegt dem Kursrisiko. In den letzten Jahrzehnten schwankte der Goldpreis stärker als eine weltweit gestreute Aktien-Anlage und fuhr nicht einmal die Hälfte der Rendite ein. Auch deshalb ist Gold für viele Experten keine absolut sichere Wertanlage. Sie empfehlen, nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Außerdem sollten Goldanleger das Währungsrisiko beachten. Gold wird in US-Dollar gehandelt. Sinkt der Dollarpreis gegenüber dem Euro, sinkt auch der Wert des Goldes.

Echtes Gold und Goldsparpläne

Wer sich für die Geldanlage in physischem Gold entscheidet, hat vor allem zwei Möglichkeiten: Zum einen in Form von Barren oder Goldmünzen, die bei Banken oder Goldhändlern erhältlich sind und zum anderen mittels Finanzprodukten. Banken bieten beispielsweise Goldsparpläne an, bei denen ein Lieferanspruch auf Gold verbrieft und durch Gold in physischer Form gedeckt ist. Weitere Möglichkeiten gibt es für Anleger, die nicht zwangsläufig physisches Gold besitzen möchten. Es gibt verschiedene Aktien und Aktienfonds, die auf Gold spezialisiert sind.

Lieber Barren als Münzen und Schmuck

In nahezu jeder größeren Stadt in Deutschland gibt es Goldhändler. Wichtig ist, sich vor dem Kauf zu versichern, dass der Händler auch vertrauenswürdig ist. Bis zu einem Wert von 15.000 Euro ist der Kauf recht unkompliziert und es werden keine Daten vom Käufer verlangt. Das Gold wird wie eine ganz normale Ware mit einer Quittung verkauft. Dabei gibt es die Wahl zwischen Barren und Münzen. Goldbarren gibt es in verschiedenen Größen, von einem Gramm bis zu einem Kilo. Experten empfehlen, kleinere Barren zu kaufen, damit eventuell auch kleinere Anteile wieder verkauft werden können. Goldmünzen gibt es in verschiedenen Gewichtsgrößen, von einer zehntel Unze (etwa drei Gramm) bis hin zu einer Unze (rund 30 Gramm). Die bekanntesten sind Maple Leaf, Krügerrand und American Eagel. Münzen sind allerdings meist teurer als Barren, schließlich kostet auch das Prägen der Münzen Geld und das wird beim Verkauf draufgeschlagen. Noch extremer ist das bei Goldschmuck: Hier kostet die aufwändige Arbeit des Goldschmieds meist viel Geld, das bei einem Verkauf meist nicht wieder erzielt werden kann. Experten raten deshalb vom Kauf von Goldschmuck zur Wertanlage ab.

Finanzielle Gewinne nur durch Verkauf möglich

Wenn Barren oder Münze einmal gekauft wurden, sollte das Gold für mindestens ein Jahr behalten und erst dann wieder verkauft werden. Nur so werden keine Steuern fällig, wenn durch den gestiegenen Goldpreis Gewinne erwirtschaftet werden. Irgendwann jedoch, wenn der Kurs gestiegen ist, sollte das Gold wieder verkauft werden, zumindest dann, wenn die Anlage nicht nur der sicheren Verwahrung des Wertes, sondern auch der Rendite dienen soll. Die erwirtschaftet man bei physischem Gold nur dann, wenn es wieder verkauft wird – Zinsen oder Dividenden gibt es schließlich nicht.

Wo wird Gold am besten aufbewahrt?

Ein geöffnetes Schließfach in einem Banktresor.
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Eine wichtige Frage nach dem Goldkauf ist jedoch: Wohin damit? Das Gold sollte so sicher aufbewahrt werden, dass es möglichst diebstahlsicher liegt und nur von den richtigen Personen gefunden werden kann. Eine Möglichkeit ist ein Bankschließfach. Hierfür fallen allerdings Gebühren an. Außerdem sollte geklärt sein, bis zu welchem Wert die Schließfächer versichert sind. Gegebenenfalls sollte eine zusätzliche Schließfachversicherung abgeschlossen werden. Auch das sind Kosten, die getragen werden müssen. Dafür liegt das Gold dann dort relativ sicher. Auch im Falle einer Bankpleite besteht die Pflicht, die Inhalte der Schließfächer herauszugeben. Allerdings sind die Banken auch verpflichtet, dem Finanzamt anzuzeigen, wer ein Schließfach hat. Im Erbfall könnten die Hinterbliebenen gezwungen werden, zu erklären, was im Schließfach ist. Bei einer Aufbewahrung zu Hause entfällt das und das Gold kann vererbt, verschenkt oder verkauft werden, ohne dass Steuern oder andere Erklärungen fällig werden.

Alternative: "Virtuelles Gold"

Wer in Fonds oder Sparpläne investiert, die auf Gold basieren, hat das Aufbewahrungsproblem nicht. Bei Goldsparplänen wird meist ein bestimmter Betrag monatlich in einen Sparplan gezahlt. Damit wird nach und nach Eigentum an physischem Gold erworben, welches der Anbieter einlagert. Ähnliche Angebote bieten auch Banken. Sie übernehmen die Aufbewahrung und gegebenenfalls auch den Verkauf für Gold. Allerdings sollten Anleger in jedem Fall genau auf Kosten und Gebühren achten, denn die können recht üppig sein. Auch Provisionen und Preisabschläge beim Verkauf sind nicht zu vernachlässigen. Kursschwankungen und Wechselkursrisiken bestehen ebenso bei diesen Anlageformen. Bei Aktienfonds, die auf Gold basieren, werden ebenfalls Kauf- und Nebenkosten fällig. Allerdings ist es hier, je nach Anlageform, auch möglich, ohne den Verkauf von Gold vom steigenden Preis zu profitieren und die Rendite ausgeschüttet zu bekommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. Januar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2020, 02:10 Uhr

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