Welche Tiere besonders alt werden und wie dein Liebling lange lebt

Haustiere sollen Freude machen – am besten ein Leben lang. Aber das ist ein sehr dehnbarer Begriff. Wir sagen dir, welches Tier wie alt wird und was du für dein Haustier tun kannst, damit es gesund altert.

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MDR JUMP Mi 31.03.2021 10:45Uhr 01:11 min

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Warum altern Lebewesen?

Zum Glück haben es der liebe Gott, die natürliche Schöpfung oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, so eingerichtet, dass wir Lebewesen uns im Laufe unseres Daseins immer wieder erneuern. Unsere Zellen können sich reparieren und teilen. So werden wir quasi von innen immer wieder aufgefrischt. Aber: Diese Fähigkeit zur Erneuerung und Zellteilung nimmt mit der Zeit ab. Unsere Reparaturtools, die Telomere, werden immer kürzer. Ungesundes Leben, schlechte Ernährung, Stress und wenig Bewegung können das beschleunigen. Eine gesunde Lebensweise und Glücklichsein wirken dem entgegen. Merke: Tatsächlich werden glückliche Tiere älter

Wie alt werden Hund und Katze?

Diese beiden hierzulande beliebtesten Haustiere begleiten uns bei guter Pflege zwischen 10 und 15 Jahren. Dabei gilt für Hunde in der Regel: Je kleiner die Rasse, desto älter wird der Hund. Manche Bellos knacken sogar die 20 Jahre.

Manche Katzen schaffen es sogar bis auf weit über 30 Jahre. Wichtig bei der Mietze: Haus- oder Wohnungskatzen, die regelmäßig geimpft, entwurmt und gesund gefüttert werden, leben oft länger, als Streuner und Freigänger. Die haben nämlich aufgrund ihrer Neugier ein ziemlich hohes Risiko sich zu verletzten, eingesperrt zu werden oder im Straßenverkehr zu verunglücken.

Bei Beiden gilt: Reinrassige Tiere sind nicht so resistent gegen Krankheiten wie Mischlinge.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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14.04.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Stendal

Warum du das Altern oft nicht gleich mitbekommst

Die Rechnung, dass ein Menschenjahr sieben Hunde- oder Katzenjahren entspricht, geht nur teilweise auf. Gerade in den ersten Lebensjahren düsen Hund und Katze mächtig an uns vorbei. Ein zweijähriges Tier ist, an unserem Entwicklungsstand gemessen, schon ungefähr 24 Jahre. Tiere sind also viel schneller "erwachsen". Das bedeutet aber auch, dass du nach sechs, sieben Jahren Hunde- oder Katzenhaltung tatsächlich schon ein Tier in der Mitte seines Lebens hast. Da machen sich erste Alterserscheinungen bemerkbar und die Tiere brauchen eine gute Kontrolle durch den Tierarzt und mitunter jetzt schon spezielles Futter. Außerdem sind die Lieblinge nicht mehr ganz so belastbar. Treppen steigen, lange Spaziergänge oder große Ausflüge im Schnee, können nun immer mehr zur Belastung werden. Außerdem kann die Leistungsfähigkeit von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Auf solche Schwankungen solltest du dich einstellen und ansonsten daran denken, dass dein Tier jetzt optimal versorgt wird.

So lebt dein Haustier länger

Es ist fast so, wie bei uns Menschen: Dein Tier braucht eine altersgerechte Ernährung. Dazu rät auch Tierarzt und Tierverhaltenstherapeut Dr. Ronald Lindner: „Die Futtermittel sind speziell auf die Bedürfnisse Ihres Haustiers im jeweiligen Alter ausgerichtet. Daran sollten Sie sich orientieren." Dabei kannst du dich mit dem Tierarzt absprechen, welche Menge und hier vor allem die Energiemenge, für dein Tier gut ist. Durch Leckerlies mit viel zu vielen Kalorien werden Haustiere ohne ausreichend Bewegung dick und das hilft nicht beim Altwerden. Genau so wenig hilfreich sind Reste der Nahrung von Herrchen und Frauchen. Es sollte schon für dein Tier passen. "Heute bekommen die Tiere in jedem Alter optimales Futter und werden auch dadurch immer älter", so unser Experte weiter. Und das sollte auch der Plan sein. Wichtig für ein langes Leben sind außerdem ausreichend Bewegung, für Stubentiger regelmäßige Beschäftigung und mindestens jährlich der Kontrolltermin beim Tierarzt.

Vor der Anschaffung informieren: Diese Haustiere werden richtig alt

Ganz wichtig: Tiere sind keine Geschenke für ein schnelles Aufleuchten von Kinderaugen. Das ist eigentlich klar. Trotzdem passiert es immer wieder, dass Kaninchen, Hamster und eben auch Hunde und Katzen verschenkt werden, ohne dass man sich vorher Gedanken macht, was da in Summe auf die Besitzer zukommt. Und vor allem, wie lange. Denn manchmal geht es ganz schnell und manchmal dauert es ganz lange:

  • Chinchillas, Hunde, Katzen und Reptilien wie Geckos können bei guter Pflege alle bis zu 20 Jahre alt werden.
  • Schildkröten, können auch locker die 20 schaffen, viele erreichen aber auch bis zu 60 Jahre. Ihre freilebenden Riesenverwandten können gar die 200 knacken.
  • Papageien können je nach Art bis zu 80 Jahre alt werden und leiden im Alter sehr darunter, wenn sie von ihrem Besitzer getrennt werden.

Die tierischen Rekordhalter in der freien Natur

Wale, Riesenschildkröten und Muscheln können weit über 100 Jahre alt werden. Für den Grönlandhai sind das alles nur Jungspunde, er kann locker 400 Jahre schaffen. Aber auch das ist noch nichts gegen Schwämme, die in Meer leben und bis zu 10.000 Jahre leben können.

In Würde Abschied nehmen

Medizinisch ist aktuell sehr viel machbar, um ein sehr krankes oder altes Tier noch eine Weile am Leben zu erhalten. Gerade nach vielen gemeinsamen Jahren ist eine Entscheidung da schwer zu treffen. Am Besten sprichst du dich dazu mit einem vertrauten Tierarzt ab. Im Ernstfall kann er dir das verstorbene Tier auch gegen eine Gebühr von rund 20 Euro abnehmen. Du kannst dich aber auch an einen der zahlreichen Tierbestatter wenden. Ab 100 bis 300 Euro kosten Begräbnis oder/und Einäscherung, je nach Aufwand. Du kannst Dein Tier unter bestimmten Umständen tatsächlich auch zu Hause im Garten bestatten. Dazu solltest du dich unbedingt im Vorfeld bei deiner Gemeinde ausführlich informieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 31. März 2021 | 10:45 Uhr

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