Heizen im Winter muss dich kein Vermögen kosten

Die Kosten für Heizung und Warmwasser machen den größten Anteil an der Nebenkostenabrechnung aus. Falsche Angewohnheiten in den Haushalten sorgen oft dafür dass im wahrsten Sinne des Wortes unnötig viel Geld verheizt wird. Dabei können schon kleine Veränderungen dafür sorgen, mehrere Hundert Euro pro Jahre zu sparen.

Frau sitzt vor Heizung 1 min
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MDR JUMP Mo 16.11.2020 10:45Uhr 01:08 min

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Was ist die optimale Raumtemperatur?

Schon wenige Grad können beim Energieverbrauch einen großen Unterschied machen. Schon 1 Grad weniger spart rund 6% Energie. Wer die jeweiligen Räume in der Wohnung clever temperiert, sorgt also für geringere Heizkosten. Im Schlafzimmer muss es nicht so warm sein wie in der Wohnstube, auch in der Küche kann die Temperatur in den meisten Fällen gedrosselt werden. Als Richtlinien für die einzelnen Räume empfiehlt das Umweltbundesamt folgende Temperaturen:

  • Wohnzimmer: 20 bis 22 °C
  • Schlafzimmer: 17 bis 18 °C
  • Küche: 18 °C
  • Badezimmer: 22 bis 23 °C

Vor dem Schlafengehen sollte die Temperatur in den Wohnräumen gesenkt werden, um zu vermeiden, dass dort die ganze Nacht über sinnlos geheizt wird. Zusätzliches Sparpotenzial: Die Heizung schon eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen herunterdrehen und die Restwärme ausnutzen.

Was hilft noch die Heizkosten zu senken?

Elektronische Thermostate einbauen

elektronisches Heizkörper-Thermostat
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Sie helfen die Temperatur konstant zu halten und können so programmiert werden, dass die Heizung nur dann heizt, wenn es nötig ist. Scheint die Sonne in das Zimmer oder sind beispielsweise viele Menschen in einem Zimmer, wir die Wärmezufuhr automatisch gedrosselt. Wann es in welchem Raum wie warm sein soll, kann sogar für jeden Tag einzeln eingestellt werden, sodass es am Wochenende zum Beispiel ganztags wärmer ist als in der Woche. Mit modernen Thermostatventilen kann man so bis zu 10% Heizenergie sparen

Herkömmliche Thermostate richtig einstellen

In den meisten Wohnungen sind Drehthermostate verbaut, die neben dem Frostschutz-Symbol eine fünfstufige Skala anzeigen. Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass es im Raum am schnellsten warm wird, wenn das Thermostat auf 5 gedreht wird. Es dauert bei den Stufen 3, 4 und 5 gleich lang, um einen Raum auf 20 °C zu heizen. Der Unterschied besteht lediglich darin, wie lang der Heizkörper danach weiter heizt. Bei Stufe 3 stellt er bei etwa 20 °C das Heizen ein, bei Stufe 5 heizt er weiter, bis etwa 28 °C erreicht sind. Als Faustregel gilt: Zwischen den einzelnen Stufen liegt der Unterschied bei etwa 4 °C. Damit Thermostate effektiv arbeiten, sollten sie etwa alle 15 Jahre erneuert werden.

Heizung regelmäßig entlüften

Wenn es im Heizkörper gluckert, rauscht und es gefühlt immer länger dauert, bis die Heizung warm wird, wird es höchste Zeit, den Heizkörper zu entlüften. Mit einem Entlüftungsschlüssel können die Luftblasen, die sich in den Heizungsrohren angesammelt haben, entweichen. Wenn besonders viel Luft heraus kommt, kann es notwendig sein, in der Heizanlage Wasser nachzufüllen. In einem Mietshaus sollte darüber der Hausmeister oder Hausverwalter informiert werden. Experten schätzen, dass mit dem regelmäßigen Entlüften der Heizkörper in einer Mietwohnung etwa 20 Euro pro Jahr gespart werden können.

Regelmäßiges Stoßlüften

Frau öffnet Fenster.
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Frische Luft verringert die Feuchtigkeit in den Wohnräumen und sorgt für eine gute Luftqualität. Am effektivsten ist das sogenannte Stoßlüften. Das bedeutet mehrmals täglich für 5 bis 10 Minuten die Fenster komplett aufmachen und kräftig durchlüften. Damit wird verhindert, dass die Räume, die Wände und das Mobiliar auskühlen, was Schimmelpilze begünstigen könnte. Außerdem muss die Wohnung anschließend nicht energieaufwändig wieder hochgeheizt werden und das spart laut Mieterbund bis zu 200 Euro pro Heizsaison.

Warmwasser sparen

Ein großer Teil der Heizenergie wird für warmes Wasser verbraucht. Besonders viel geht für die Badewanne drauf. Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer sorgen dafür, dass zusätzlich beim Duschen weniger Wasser verbraucht wird. Beim Händewaschen reicht es übrigens aus hygienischer Sicht völlig aus, kaltes Wasser zu verwenden. Keime werden aufgrund der Temperatur im warmen Wasser nicht besser abgetötet als im kalten - dafür müsste das Wasser schon kochend heiß sein. Außerdem ist kaltes Wasser auch schonender für die Haut und die Seife entfaltet auch im kalten Wasser ihre volle Reinigungskraft.

Heizungen frei und Türen geschlossen halten

Möbelstücke oder Gardinen gehören bestenfalls nicht direkt vor die Heizung. Wer die Heizkörper frei hält, kann bis zu 15 Prozent Energie sparen.

Fenster isolieren und Jalousien schließen

Balkontüren und Fenster sind nach einigen Jahren manchmal undicht. Die Schließgummis sind verschlissen und es zieht durch die Ritzen. Ein brennendes Teelicht ist ein guter Indikator dafür: Zieht es durch die Fenster, wird die Flamme immer wieder flackern. Schaumdichtungsband und Gummidichtungen aus dem Baumarkt können einfach selbstklebend angebracht werden und sorgen dafür, dass die Fenster wieder dicht sind und weniger Heizenergie verbraucht wird.

Generell begünstigen Fenster selbst im verschlossenen, abgedichteten Zustand, dass Wärme entweicht, schließlich sind sie eine recht große, ungedämmte Fläche. Nachts und tagsüber in unbenutzten Zimmern sollten deshalb im Winter die Jalousien oder Rollläden heruntergelassen werden. Dadurch werden die Zimmer besser isoliert und der Wärmeverlust minimiert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. November 2020 | 10:45 Uhr

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