Hochbeet bauen: So geht es

15.05.2019 | 02:10 Uhr

Frau an Hochbeet. 1 min
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MDR JUMP Mi 15.05.2019 02:10Uhr 01:07 min

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Vorteile des Hochbeetes

Der wohl größte Unterschied zwischen einem Hochbeet und einem klassischen Beet am Boden ist die bequeme Bearbeitung des Hochbeetes.

Das Hochbeet schont den Rücken optimal. Sie müssen es aber auch wirklich an Ihre Größe anpassen. Besonders bei fertigen Bausätzen müssen Sie da unter Umständen die Höhe noch entsprechend anpassen.

ürgen Meister, Gärtnermeister und Experte für die Fernsehsendung MDR Garten

Eine gute Höhe beträgt etwa 80 bis 100 Zentimeter. Außerdem ermöglichen Hochbeete durch ihre spezielle Bauweise und Befüllung, dass du eher und öfter im Jahr ernten kannst. Das Material im Inneren verrottet und sorgt so für eine rund fünf Grad höhere Temperatur. Zugleich ist der nährstoffreiche Materialmix eine hochangereicherte Wachstumsgrundlage. Das gilt allerdings nur für Hochbeete, die hoch genug und mit einer verrottbaren Beschichtung befüllt sind.

So legst du ein Hochbeet an

Gemüsehochbeet mit ertragreicher Ernte.
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Am besten hat ein Hochbeet direkten Kontakt zum Erdboden. Regenwürmer und Mikroorganismen gelangen hinein, Regenwasser hinaus. Im Garten stichst du die Grundfläche mit einem Spaten mindestens zehn Zentimeter tief aus, und legst als erstes ein Schutzdrahtgeflecht auf die gesamte Fläche. Das gibt es für wenige Euro als Kaninchendraht oder Wühlmausgitter in jedem Garten- und Baumarkt und es schützt vor Schädlingen von unten.

Die Einfassung können aus Stein, Holz oder auch Metall gestaltet werden. Jedes Material hat Vor- und Nachteile:

Stein erfordert viel Anstrengung bei Transport und Bau, ist dafür aber sehr langlebig.

Metall ist relativ leicht und verrottet nur langsam. "Dafür kann es aber in sehr heißen Zeiten passieren, dass sich das Wurzelwerk hinter den Metallwänden bis auf 50 grad Celsius aufheizt und das schadet den Pflanzen", warnt Jürgen Meister.

Holz ist leicht zu bearbeiten. Das Holzbeet muss aber innen gegen Staunässe am besten mit einer Teichfolie ausgeschlagen werden. Giftigen Imprägnierungen sollten nicht aufgebracht werden.

Immer wieder ist zu lesen, dass Hochbeete Schädlinge wie Schnecken gut abhalten. Das stimmt allerdings nicht, weiß Gärtnermeister Jürgen Meister:

Nacktschnecken hält nichts davon ab, einen Meter an Holz oder Stein hochzukriechen. Haben Sie ein Hochbeet im Garten, dann können Sie darum einen 50 Zentimeter breiten Rand aus Schotter oder Steinen anlegen. Darüber kriechen Schnecken nicht so gerne.

Am besten ist ein Hochbeet von allen Seiten begehbar und nicht breiter als 1,40 Meter, damit noch bequem die Mitte erreicht werden kann.

So befüllst du das Hochbeet

Die beste Zeit ein Hochbeet anzulegen ist im Herbst oder im Frühjahr. Dann findest du im Garten viele Materialien, die zur Befüllung nötig sind.

Jürgen Meister im Camper: Ein Mann in Gartenkleidung und mit Basecap öffnet die Tür eines Campers und schaut heraus. Er lächelt.
Gartenexperte Jürgen Meister Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Ist das Beet auf deine Größe angelegt, ist die richtige Befüllung das eigentliche Erfolgsgeheimnis: Beim klassischen Aufbau besteht die unterste Schicht aus Zweigen, Ästen und Abschnitt von Obststräuchern. Danach kommt eine Schicht aus gehäckseltem Holz. Die dritte Schicht besteht aus Laub und abgestochenen Grasstücken, auch Grünabfälle von Salat, Kohl und ähnliche Dinge sind möglich. Danach eine Schicht Rohkompost, also Material, dass du einfach aus dem Komposthaufen nimmst. Das aufgeschichtete Material beginnt schnell zu verrotten und setzt dabei Wärme und reichlich Nährstoffe frei. Ganz oben schließlich eine Schicht aus fein gesiebtem Kompost und Erde.

Das ist schon ein gewisser Aufwand und das lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn Sie das Material wirklich in Ihrem Garten haben. Ansonsten müssen Sie mit Material aus dem Bau- oder Gartenmarkt Kompromisse machen.

Jürgen Meister

So bepflanzt du das Hochbeet

Frau erntet Gurken aus einem Hochbeet.
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Da am Anfang sehr viele Nähstoffe zur Verfügung stehen, sollten im ersten Jahr Pflanzen angebaut werden, die das auch verwerten können. Das sind sogenannte Starkzehrer wie etwa Tomaten, Paprika, viele Kohlsorten und auch Gurken. Zwei Jahre danach können Mittelzehrer wie Spinat, Salat, Erdbeeren oder Zwiebeln gepflanzt werden. Nach zirka drei Jahren passen Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen oder auch Radieschen ins Beet. Spätestens nach fünf bis sechs Jahren ist der Boden im Beet ausgelaugt und sollte neu geschichtet werden. Beachte beim Pflanzen, dass sich nicht alle Gemüse- und auch Blumensorten untereinander vertragen und nicht gedeihen, wenn sie nah beieinander gepflanzt werden. Spezielle Pflanztabellen und eine Beratung im Gartenmarkt helfen dir da weiter. Eine richtige Zusammensetzung sorgt dafür, dass die Pflanzen im Beet optimal wachsen, sich gegenseitig Nährstoffe geben und sich sogar untereinander vor Schädlingen schützen können.

Spezialfall Kräuter

Viele Kräuterpflanzen mögen es nährstoffarm und trocken. Für diese Sorten lohnt es sich, ein Beet mit einer etwas dickeren Erde-Sand-Mischung in der oberen Schicht anzulegen.

Das Hochbeet auf deinem Balkon

Auch auf dem Balkon kannst du ein Beet selber bauen. Viele Bausätze und Fertigbeete sind ab rund 50 Euro erhältlich. Diese Beete stehen meist auf Beinen und können etwa 50 Zentimeter hoch befüllt werden. Im unteren Bereich findet sich meist Platz für Gartenutensilien.

Das ist sehr praktisch, hat aber mit einem klassischen Hochbeet nichts mehr zu tun, sondern eher mit einem großen Pflanzkübe.

Jürgen Meister
Gurkenpflanzen in einem Hochbeet.
Bildrechte: imago/Manfred Ruckszio

Die genannten Wärme- und Nährstoffvorteile sind hier nicht mehr gegeben. Trotzdem kannst du du auf dem Balkon mit einem solchen Hochbeet Freude haben. Beschichte es am besten mit einer fertigen Gemüse- oder Pflanzerde aus dem Bau- oder Gartenmarkt. Achte auch hier darauf, welche Pflanzen du nebeneinander anbaust.

Sorge für einen sonnigen Standplatz, eine ausreichende Bewässerung und dafür, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann.

Achten auf die Balkonlast

Soll ein klassisches Hochbeet auf den Balkon, unbedingt das Gewicht des Beetes beachten. Rund 300 kg pro Quadratmeter muss ein Balkon zwar aushalten, allerdings nicht dauerhaft. Frage also bei großen Exemplaren vorher deinen Vermieter. Achte beim Bau auch darauf, dass unten am Beet keine Erde ausgespült wird und die Balkonkonstruktion keinen Schaden nimmt.

Das Hochbeet als Frühbeet

Zum Schluss noch ein Tipp vom Experten Jürgen Meister zu Hochbeeten auf dem Balkon und im Garten:

Wenn Sie das Beet nicht bis ganz oben füllen, können Sie noch mit einem Deckel aus Glas oder einer Plexiglasscheibe eine Art Frühbeet bauen.

Damit kannst du die Aussaat ein paar Wochen vorziehen und erntest dementsprechend früher.

Fazit

Ein Hochbeet im Garten macht bei Aufbau und Anlage reichlich Arbeit, bringt aber über Jahre gute und frühere Ernteerfolge. Auf dem Balkon kannst du mit ein paar Einschränkungen ebenfalls bequem und abwechslungsreich gärtnern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. Mai 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 02:10 Uhr