So reinigst du Holzmöbel wie ein Profi

11.09.2019 | 02:10 Uhr

Verschiedene Reinigungsmittel 1 min
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MDR JUMP Mi 11.09.2019 02:10Uhr 01:03 min

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Helles Holz dunkelt dank der Sonneneinstrahlung nach, ursprünglich dunkles Holz hellt sich auf. Zusätzlich kann auch totes, also verarbeitetes Holz Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, quellen und reißen. Dagegen hilft die richtige Imprägnierung und Reinigung der Oberfläche. Je stabiler und intakter sie ist, desto weniger können Umwelteinflüsse dem Holzmöbel etwas anhaben. Wohlgemerkt: Ganz vermeiden lassen sich die natürlichen Vorgänge in Holz nicht, es arbeitet auch trotz Imprägnierung immer noch ein bisschen weiter.

Basispflege für Alle

Ganz grundsätzlich sind Staub, Dreck und Wasser die größten Feinde Ihrer Holzmöbel. Auf Dauer verursachen sie Kratzer und Flecken.

Einmal in der Woche sollte man ganz normal Staub wischen. Dazu verwendet man ein spezielles Staubtuch oder Baumwolltuch, es geht auch ein Staubwedel.

Mandy Turreck, Hauswirtschaftsexpertin

Normale Mikrofasertücher sind nicht geeignet. Sie haben Putzfasern, die die Oberfläche des Möbels zerkratzen könnten. Das gilt speziell für lackierte Bereiche. Reicht Staubwischen nicht aus, könnt ihr mit einem weichen Baumwolltuch das Möbel nebelfeucht abwischen. Bei allen Oberflächen ist es wichtig, sparsam mit Wasser umzugehen. Es dringt leicht ins Holz und kann die Oberfläche irreparabel aufquellen lassen.

Wenn klares Wasser nicht reicht, könnt ihr ein paar Spritzer Neutralreiniger hinzufügen. Unsere Expertin warnt:

Von reiner Seife würde ich abraten, die kann sich mit Wachs- oder Ölbestandteilen vermischen und einen schmierigen Belag bilden.

Mandy Turreck

Neben wöchentlichem Staubwischen solltet ihr eure Möbel einmal im Jahr gründlich reinigen und die Oberfläche behandeln, wobei man zunächst klären muss, wie diese Oberfläche beschaffen und imprägniert ist.

Welche Oberfläche hat euer Holz?

Wenn ihr könnt, fragt beim Kauf direkt nach, woraus euer Holzmöbel besteht und wie es richtig gepflegt werden muss, spezielle Reiniger und Imprägnierung inklusive. Ist das nicht möglich, untersucht ihr selbst. Das bekommt man oft bei einem Blick hinter die Fassade raus.

Möbel reinigen
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Vollholz oder Furnier (Holz oder Kunst)
Hat das Möbel innen die gleiche Maserung wie außen, lässt es sich mit dem Fingernagel leicht eindrücken? Dann hat man es höchstwahrscheinlich mit einem Vollholz zu tun. Ist die Oberfläche ganz anders strukturiert, als die Rückseite und sehr hart, dann hat man es meist mit einem Furnier zu tun. Bei lackierten Möbeln ist dieses Furnier zudem oft aus Kunststoff. Hier müsst ihr euch um Holzeigenschaften keine Gedanken machen und seid mit einem Allzweckreiniger gut beraten.

Lackierte Oberfläche
Sie ist glänzend, glatt, sehr fest und hart. Oft kann man mit dem Fingernagel nicht hineindrücken. Die Holzstruktur lässt sich in der Regel nicht fühlen.

Gelaugte Oberfläche
Man spürt und sieht das pure Holz, kann Maserung und Holzfasern mit der Hand nachfühlen.

Geölte Oberfläche
Auch hier habt man fast das pure Holz vor sich, fühlt allerdings eine leichte Glätte und wenn oft nachgeölt wird, können sich fettige Rückstände zwischen den Fasern und Poren ablagern.

Gewachste Oberfläche
Ihr habt eine sehr natürliche Struktur vor euch. Rückstände von Wachs können als fettiger Film spürbar sein.

Lasierte Oberfläche
Das Holz kommt mit seiner Maserung zur Geltung. Es können aber ganz unterschiedliche Farbtöne verwendet werden, die mit der ursprünglichen Färbung nichts mehr zu tun haben. Die Oberfläche ist nicht glatt, aber in der Regel ähnlich fest wie bei lackierten Möbeln. Wisst ihr nun, welche Imprägnierung euer Möbel besitzt, könnt ihr es entsprechend pflegen.

Individuelle Pflege

Wichtig für alle Oberflächen: Wenn ihr mit der Wahl des Putz- oder Imprägniermittels nicht sicher seid, probiert immer zuerst an einer schwer sichtbaren Stelle aus, wie sich die Oberfläche verhält.

Lackierte und lasierte Oberflächen
Sie sind sehr pflegeleicht. Abstauben und Abwischen reichen in der Regel aus. Bilden sich durch heiße Pfannen oder Töpfe große helle Flecken, wartet einen Tag. Gehen die Flecken nicht von selbst weg, föhnt man mit Wärme den Fleck leicht an. Er sollte verschwinden. Gehen Kratzer oder Flecken nicht weg, kann man die Fläche mit einem feinen Sandpapier (ab 120er Körnung) anschleifen und nachlackieren beziehungsweise lasieren. Scharfe Haushaltsreiniger und Möbelpolituren können Lack und Lasur eher schaden.

Gelaugte und geölte Oberflächen
Diese Oberflächen kann man leicht feucht abwischen. Hartnäckigen Schmutz bekommt ihr im Idealfall mit einem Neutralreiniger entfernt. Geht das nicht, müsst ihr die Stelle anschleifen, mit einem feuchten Tuch (eventuell mit Reiniger) säubern und neu ölen. Behandelt immer die ganze Fläche, Ausbesserungsstellen und kleine Flecken sind in der Regel deutlich zu erkennen. Werden geölte Flächen stark beansprucht, können sie aller paar Jahre nachgeölt werden. Vorher müssen sie gründlich gereinigt werden. Lasst das aufgetragene Öl ein paar Minuten einziehen und poliert es dann mit einem weichen Baumwolltuch.

Gewachste Oberflächen
Sie können ganz normal entstaubt und feucht abgewischt werden. Einmal im Jahr empfiehlt es sich, nachzuwachsen. Dazu reinigt ihr am besten die ganze Oberfläche mit einem sanften Neutralreiniger und tragt dann ein Naturwachs, wie Bienenwachs, mit einem fusselfreien Wolltuch auf. Nach ein paar Minuten, entfernt ihr das überschüssige Wachs und poliert nach Belieben.

Reinigungs- und Pflegeprodukte richtig anwenden

Holztisch wird mit Möbelpolitur poliert
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Für hochwertige Möbel gibt es spezielle Hartöle und Pflegewachse. Lasst euch am besten im Fachhandel beraten. Möbelhaus und Drogerie sollten dazu die besten Plätze sein. Verwendet keine Produkte wie Speiseöle, die stark riechen oder ranzig werden können. Zudem härten sie nicht nach. Reiniger, Öle oder Wachse auf natürlicher Basis, wie etwa Bienenwachs sind aber grundsätzlich eine gute Wahl. Wann immer man eine Oberfläche anschleift, entfernt man danach den Schleifstaub gründlich mit Sauger und einem feuchten Lappen. Wegpusten reicht nicht. Tragt nie zu viel Versiegelung auf und haltt euch an die Anwendungshinweise, vor allem was die Einwirkzeit betrifft. Zuviel Öl oder Wachs kann die Poren des Holzes verstopfen, eine natürliche Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit wird so verhindert. Tatsächlich kann ein Möbelstück dadurch anfangen, sich zu verziehen. Putzt und imprägniert die Oberflächen immer mit der Maserung und nicht quer dazu. Sonst könnt ihr unnötig viel Material zwischen die Holzfasern quetschen, sie verstopfen und das Material kann nicht tief genug eindringen.

So achtet ihr auf eure Holzmöbel

Geht mit allen Oberflächen vorsichtig um. Setzt Möbel nie direkt der Sonne aus. Bekommt ein Möbelstück aber von einer Seite viel Licht, dann dreht es wenn möglich von Zeit zu Zeit, sodass es gleichmäßig nachdunkelt. Vermeidet Feuchtigkeit und groben Schmutz auf den Oberflächen. Und haltet eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent in euren Räumen, das schützt ebenfalls vor dem Verziehen oder Reißen der Oberflächen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 11. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 02:10 Uhr