Honig: Muss es unbedingt der teure Markenhonig sein?

Honig kann man vielseitig verwenden: Als Brotaufstrich am Frühstückstisch, zum Verfeinern und würzen von Speisen oder sogar als Heilmittel. Aber welcher Honig im Supermarktregal ist wirklich gut? Wir haben die Antworten.

Ein kleiner Junge steckt seinen Finger in ein Honigglas 1 min
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MDR JUMP Fr 26.06.2020 10:45Uhr 01:10 min

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Kaum ein Lebensmittel kommt so naturbelassen ins Supermarktregal wie Honig. Denn für die Honigproduktion gelten strenge Regeln.

Honig aus EU-Ländern

Kommt der Honig aus einem europäischen Land, so darf vor dem Verkauf nichts hinzugefügt oder entzogen werden. So steht es in einer EU-Verordnung. Er darf demnach lediglich erwärmt werden. So bekommt der Honig eine einheitliche, streichfähige Konsistenz. Aber: Vitamine und Enzyme im Honig sind extrem wärme- und lichtempfindlich. Durch diesen Prozess verliert der Honig ein wenig von seiner immunstärkenden Wirkung.

Honig
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Neben den wertvollen Zuckerverbindungen, enthält Honig viele pflanzliche Stoffe, die aus den Blüten und dem Blättersaft kommen, wie Aminosäuren, Farbstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Hinzu kommen Substanzen, die von den Bienen zugesetzt werden, insbesondere Enzyme und Eiweiße. Wenn dem Honig eine viren-, bakterien- und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, liegt das vor allem an diesen Wirkstoffen.

Honig aus deutscher Produktion

Steht auf dem Glas "Echter deutscher Honig" gelten für den Honig die noch strengeren Maßstäbe des Deutschen Imkerbundes. Diese erlauben lediglich das Herausfiltern gröberer Verunreinigungen. Damit behält der Honig seine essentiellen Inhaltsstoffe und damit seine positive Wirkung auf den Köper und die Gesundheit.

Honig mit der Bezeichnung „aus Nicht-EU-Ländern“

Steht auf dem Glas "Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern" oder "Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern", können sich Verbraucher nicht sicher sein, dass die Vorgaben der EU-Verordnung hinsichtlich Gewinnung, Herstellung und Lagerung eingehalten wurden. Er könnte rein theoretisch auch Industriezucker enthalten.

Vor allem Honig aus China steht immer wieder unter Verdacht, gestreckt zu sein. Chinesischen Importhonig kostet nur ein Bruchteil dessen, was Honig aus beispielsweise deutscher Produktion kostet. Gerade weil die Gefahr besteht, dass diesem Lebensmittel der eher ungesunde Industriezucker beigefügt worden ist, sollte man sich den Kauf lieber zweimal überlegen.

Fazit

Wer gesunden Honig will, muss im Supermarkt nicht unbedingt zum teuren Glas greifen. Honigen aus EU-Ländern darf nichts zugesetzt werden, sie dürfen lediglich erwärmt werden, damit sie besser streichfähig sind. Deutscher Imkerhonig dagegen darf nicht einmal erwärmt werden, ist jedoch auch meist am teuersten.

Honigbienen auf einer Honigwabe.
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Honige aus Nicht-EU-Ländern wiederum unterliegen keinen strengen Vorgaben. Da sollte man genau die Inhaltsstoffe lesen und bei besonders günstigen Angeboten skeptisch sein, ob wirklich nur wertvoller Honig im Glas ist oder dieser gegebenenfalls sogar mit Zucker gestreckt wurde.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 26. Juni 2020 | 10:45 Uhr

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