Indexfonds als Geldanlage

25.06.2019 | 02:10 Uhr

Würfel mit ETF und Geldscheinen. 1 min
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MDR JUMP Di 25.06.2019 02:10Uhr 01:05 min

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Was sind Indexfonds?

Vereinfacht gesagt sind Indexfonds so etwas wie ein Bündel oder ein Korb von Aktien von vielen Unternehmen. Anteile an diesem großen Aktienbündel kann jeder kaufen, auch Normalsparer. Das Wort Indexfonds bedeutet: Es geht um einen Fonds, der das Geld von Anlegern einsammelt und in Aktien anlegt. Dieser Fonds kauft Aktien, die einen bestimmten Index nachbilden.

Das kann zum Beispiel der Deutsche Aktienindex Dax sein, den man aus der Tagesschau kennt. Im Dax stecken die 30 größten deutschen Unternehmen drin.

Sara Zinnecker, Finanztip

Ein Dax-Indexfonds würde folglich Aktien der 30 deutschen Dax-Unternehmen kaufen. Dazu gehören aktuell beispielsweise Adidas, Bayer, Lufthansa oder Siemens. Andere bekannte Indizes sind der Dow-Jones (die 30 größten US-Unternehmen) oder der Welt-Aktienindex MSCI World (1.600 Aktien aus mehr als 20 Industrieländern).

Indexfonds oder ETF? Statt Indexfonds liest man häufig auch die Abkürzung ETF, kurz für: Exchange Traded Fonds. Auf Deutsch: an der Börse gehandelte Fonds. Beide Begriffe werden in der Regel für die gleiche Anlageform verwendet.

Wie legt man Geld in Indexfonds an?

Dafür braucht man ein Wertpapierdepot.

Das ist eigentlich nichts anderes als ein Konto, aber eben für Wertpapiere. Und Fonds gehören zu den Wertpapieren.

Sara Zinnecker

Die Depots werden von den traditionellen Banken wie Sparkassen, Raiffeisenbanken oder Commerzbank angeboten. 

Bei Direktbanken wie DKB, Consorsbank oder comdirect, bei denen man Bankgeschäfte online führt, gibt es ebenfalls Wertpapierdepots. Da lohnt sich auch die Nachfrage bei der Bank, bei der man schon das Girokonto hat.

Beim Depot muss man auch schauen: Manche Banken verlangen dafür Gebühren, so ähnlich wie monatliche Kontoführungsgebühren. Die Onlinebanken bieten Depots dagegen oft kostenlos an.

Sara Zinnecker

Der Unterschied kann sich über zehn Jahre auf mehrere Hundert Euro summieren. Bei kostenlosen Depots fallen nur die Gebühren für den Kauf eines bestimmten Indexfonds an. Das können je nach Bank ein paar Euro plus ein paar Prozent an der investierten Summe sein.

Es gibt auch sehr häufig Aktionen, da kostet ein Kauf auch mal gar nichts. Da kann man drauf achten. Und wir haben bei Finanztip auch eine Übersicht über Banken, bei denen der Kauf von Fonds dauerhaft günstig ist.

Sara Zinnecker
Aktienkurse in Zeitung.
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Der Kauf der Anteile selbst ist dann in der Regel online mit ein paar Klicks erledigt, wie Finanztip auch in einem Video zeigt: Jeder Indexfonds hat eine bestimmte Nummer. Die gibt man auf der Depotseite ein und auch, wie viel man investieren will. Bei den kostenpflichtigen Depots der Hausbanken wiederum kann man den Bankberater mit dem Kauf beauftragen.

Wie finde ich den für mich passenden Fonds?

Sparschwein mit Computermaus.
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Laut Finanztip und Stiftung Warentest setzen viele Anleger auf Dax-Indexfonds oder Dax-ETFs. Der Deutsche Aktienindex ist bekannt, die darin enthaltenen Unternehmen meist auch – das gibt offenbar Sicherheit. Geht es der deutschen Wirtschaft allerdings mal schlecht, fallen möglicherweise nicht nur bei einem der 30 Dax-Unternehmen die Aktienwerte. Aus Sicht der Finanzexperten kommen Normalsparer besser, wenn sie das Risiko viel breiter streuen, etwa mit Indexfonds, die den MSCI nachbilden (1.600 Unternehmen weltweit) oder den Index Stoxx Europe 600 (600 Unternehmen in Europa).

Wir empfehlen auch immer zu schauen, wie viel Vermögen ein Indexfond schon angesammelt hat. Hundert Millionen Euro sollten da schon drin stecken,  dann kann man auch als kleinerer Sparer Anteile erwerben.

Sara Zinnecker

Sparer sollten bei der Auswahl zudem wissen: In manchen Fonds sind vielleicht auch die Aktien von Waffenherstellern enthalten, von Klimasündern oder Unternehmen, die von Kinderarbeit profitieren. Wer das nicht möchte, kann auf nachhaltige Indexfonds setzen. Dafür gibt es allerdings kein verlässliches Gütesiegel.

Welche Gewinne kann man als Normalsparer mit Indexfonds machen?

Euro-Banknoten
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Die Regel wissen auch Finanzlaien: Gewinn mit einer Aktie macht man nur, wenn man sie zu einem höheren Kurs verkauft als gekauft wurde. Das gilt genauso für Indexfonds. Die Anteile daran sollten Anleger daher auch möglichst für lange Zeit in ihr Wertpapierdepot legen, am besten mit Geld, dass sie nicht brauchen. Sonst muss der ETF möglicherweise zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit Verlusten verkauft werden.

Langfristig auf zehn, 15, 20 Jahre gesehen, wächst ihr Vermögen dann aber tatsächlich.

Sara Zinnecker

Finanztip habe das Ganze für die Jahre seit 1975 durchgerechnet:

Man kann sagen, dass ein weltweiter Aktienkorb im Durchschnitt seit den Siebzigerjahren ungefähr sieben Prozent Rendite pro Jahr gemacht hat.

Sara Zinnecker

Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen rechnet es für die letzten fünfzehn Jahre konkret vor: Wer in den MSCI World 50.000 Euro investieren konnte, hat daraus 155.000 Euro gemacht. Daran hat auch die Finanzkrise ab 2007 nichts geändert.

Mit welchem Risiko muss man rechnen?

Verbraucherschützer empfehlen Indexfonds auch deshalb als Altersvorsorge, weil das Risiko recht breit gestreut ist. Das sei mit einzelnen Aktien erst dann möglich, wenn man sehr viel mehr Geld investiere als bei Indexfonds, so Finanztest. In einem Fond mit vielen Unternehmen wird ein Flop bei einer Firma eben schnell durch andere Gewinne ausgeglichen.

Selbst in der schlechtesten Phase wie beim Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er oder bei der Finanzkrise hat man am Ende noch ein kleines Plus mitgenommen.

Sara Zinnecker

Anleger müssten auch keine Bankenpleite fürchten. Das in die Indexfonds investierte Geld sei dann nicht weg.

Die Fondsanteile gelten als Sondervermögen, und das gehört der Bank nicht. Das darf auch nicht mit in die Insolvenzmasse reingezogen werden.

Sara Zinnecker

Muss man für das Vermögen in den Indexfonds Steuern zahlen?

Wer seine Anteile an Indexfonds mit Gewinn verkaufen kann, muss darauf auch Steuern zahlen. Dann werden pauschal 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig.

Allerdings hat ja jeder Sparer einen Freibetrag von 801 Euro, und wenn sie bei der Bank einen entsprechenden Antrag stellen, geht die Steuer erst einmal gar nicht ab.

Sara Zinnecker

Erst bei Gewinnen über dieser Grenze müssen Steuern abgeführt werden. Das übernimmt dann in der Regel die Bank.

Fazit

Breit gestreutes Risiko, mit der richtigen Bank und dem richtigen Depot eine Anlagemöglichkeit mit guten Zuwachsmöglichkeiten: Mit dem passenden Indexfonds können auch Normalsparer ihr Geld zumindest etwas vermehren. Sparer sollten aber immer nur mit Geld arbeiten, dass sie über einen langen Zeitraum nicht brauchen.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 02:10 Uhr

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