Wie der Einzug einer neuen Katze so abläuft, dass sich alle wohlfühlen

Katzen sind ja sooo süß! Stimmt - und ziemlich anspruchsvoll sind sie auch. Wer denkt, der Mietze reichen ein paar Streicheleinheiten und Leckerlies, hat bald eine Problemkatze zu Hause.

Kätzchen 1 min
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MDR JUMP Mi 13.01.2021 10:45Uhr 01:04 min

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Drum prüfe, wer sich lange bindet

Katzen haben sieben Leben, soll heißen, sie sind zäh, widerstandsfähig und können tatsächlich richtig alt werden. Bevor du dir also vielleicht auf Drängen der Kinder eine Mietze anschaffst, mach dir klar, dass sie noch da sein kann, wenn die Kids 10, 15 Jahre später längst aus dem Haus sind. Außerdem sollte die ganze Familie klären, ob eine Katze wirklich zum Alltag passt. Katzen brauchen nämlich viel Aufmerksamkeit und Zuwendung.

"Ihnen muss klar sein, dass Sie ab sofort ein Lebewesen zuhause haben, für das Sie die nächsten Jahre voll verantwortlich sind, weil es sich nicht um sich alleine kümmern kann. Das bedeutet auch, dass sie die Katze nicht dauerhaft jeden Tag zehn oder mehr Stunden alleine lassen sollten" rät Heimtierexpertin Sarah Ross von der Stiftung für Tierschutz Vier Pfoten.

Wo die Katze herkommt

Dazu rät unsere Expertin: "Holen Sie sich ganz klar eine Katze aus dem Heim. Wir haben in Deutschland so viele Katzen, dass es eigentlich keine Katzenzucht mehr braucht. Im Heim können Sie oft auch wählen, ob es eine junge oder ältere Katze sein soll." Ein Vorteil ist, dass die Tierheimmitarbeiter dir genau sagen können, welchen Charakter die Katze hat, ob sie eher ruhig und vielleicht etwas ängstlich ist oder ein richtiger Draufgänger. Außerdem kannst du die Katze im Heim bei mehreren Besuchen schon mal kennen lernen und schauen, ob die Chemie stimmt. Wichtig ist auch, ob die Katze zukünftig eine reine Wohnungskatze oder ein Freigänger sein soll. "Junge Kätzchen können sie an alles gewöhnen, eine vormalige Wohnungskatze kann sich auch an den Freigang gewöhnen. Aber Sie können keine ehemalige Freigängerkatze künftig nur noch in der Wohnung halten. Das macht die Tiere krank", warnt Sarah Ross.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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08.12.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Freital

Kinder und Katzen

Katzen sind kuschelig, im besten Falle verschmust, aber kein Spielzeug. Wenn deine Kinder eine süße Mietze nur zum Knuddeln haben wollen, läuft was falsch. Besonders Kinder unter etwa 10 Jahren solltest du auch nie mit einer Katze alleine lassen. Unsere Heimtierexpertin warnt: "Wenn Katzen vom Streicheln und Spielen genervt sind, zeigen sie das sehr deutlich. Kinder können diese Signale aber oft nicht verstehen. Kommt es dann zum Kratzer oder gar Biss, ist auf beiden Seiten erstmal das Vertrauen zerstört." Vorsicht: Ein Katzenbiss kann richtig gefährlich werden.  

So bereitest du die Wohnung vor - warum nur ein Katzenklo nicht froh macht

Eine Wohnung katzengerecht einzurichten, ist aufwendig, sorgt aber bei der Mietze für Wohlbefinden und vermeidet Stress. Katzen sind von Natur aus reinlich und pingelig. Gefällt ihnen ihre Umgebung nicht, fühlen sie sich nicht wohl, können sie auch schnell richtig Schmutz verursachen. Sie verrichten ihr Geschäft am liebsten getrennt. Deswegen sind zwei Katzenklos für eine Katze ideal. Flache, saubere Futter- und Trinknäpfchen, ein möglichst großer und abwechslungsreicher Kratzbaum, sowie möglichst hohe und warme Liegeflächen sind genau so wichtig, wie ruhige, geschützte Rückzugsorte.

Zur Grundausstattung gehören auch Spielzeuge. Ganz wichtig: Einige Pflanzen sind für Katzen giftig. Die müssen weg. Außerdem solltest du Waschmaschinen, Kippfenster, Balkon und andere Gefahrenstellen so sichern, dass die Katze dort nicht rankommt.    

Die Mietze kommt an

Am besten richtest du erstmal ein Zimmer so ein, dass die Katze dort für den Anfang alles hat. "Am wichtigsten ist das Katzenklo. Gerade für Katzen bedeutet ein Umzug richtig Stress. Da sollte sie zum Anfang ohne Probleme gehen können, wenn sie mal müssen", rät unsere Expertin. Gönn der Katze vor allem Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Es ist eine Charaktersache, ob sie neugierig ist und sofort alles erkunden möchte oder sich erstmal zurückzieht und vorsichtig beobachtet, was passiert. Deswegen sollten auch nicht zu viele Menschen gleich auf die Katze einstürmen. Sarah Ross rät: "Ideal ist eine Hauptkontaktperson, die sich um Futter, das Katzenklo und die Beschäftigung am Anfang kümmert. Wem die Katze dabei vertraut, sucht sie sich selber aus."

Lass der Katze später auch beim eventuellen Freigang Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Sei anwesend, das gibt Vertrauen, halte dich aber zurück.

Zeitnah zum Tierarzt

Katzen sollten kastriert, gechippt und jährlich geimpft werden. Bei einer Tierheimkatze kannst du dir sicher sein, dass du sie so versorgt übernimmst. Trotzdem solltest du dich recht bald beim Tierarzt vorstellen und überprüfen lassen, ob alles okay ist. Zugelaufene Katzen oder Tiere aus einem privaten Wurf sollten gleich in den ersten Tagen nach dem Einzug zum Tierarzt.

"Auf jeden Fall muss die Katze unbedingt kastriert werden, bevor Sie sie rauslassen", rät unsere Expertin. Ansonsten droht nämlich ungewollter Katzennachwuchs.

Wann die Katze bei dir angekommen ist

Ein gleichmäßiger Tagesablauf, feste Futter- und Spielzeiten, entspannte Bezugspersonen und ausreichend Beschäftigung sind für das Wohlbefinden deiner Katze wichtig. Wenn Katzen sich wohlfühlen, zeigen sie das ganz deutlich in ihrem Verhalten. Die Signale beschreibt Sarah Ross: "Wenn die Katze Köpfchen gibt, Sie also mit der Stirn anstubst, hat sie Vertrauen zu Ihnen. Wenn sie auf einem offenen Platz, wie zum Beispiel der Couch ein Schläfchen macht, dann fühlt sie sich sicher. Und wenn sie sich mitten im Raum auf den Teppich legt und dort einschläft, dann hat sie vollstes Vertrauen zu Ihrer Umgebung." Eine Katze, die so ohne jegliche Rückzugsmöglichkeit oder Schutz einschläft, fühlt sich bei dir pudelwohl. Alles richtig gemacht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Januar 2021 | 10:45 Uhr

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