Ratgeber Kinderschuhe: passende Größe finden

Gerade kleine Kinder brauchen ziemlich oft neue Schuhe: bis zum dritten Lebensjahr sind aller zwei Monate neue Treter fällig. Wir haben deshalb mal zusammengefasst, woran man erkennt, ob der Kinderschuh richtig passt. Und, wir beantworten die Frage, ob gebrauchte Schuhe von anderen Kindern noch getragen werden sollten?

Die gute Nachrichte vorweg: Kinderschuhe passen deutlich besser als noch vor Jahren. Vor gut elf Jahren passte jeder zweite Kinderschuh nicht zum Fuß. In diesem Jahr wurde die Untersuchung von etwa 4.000 Kinderfüßen wiederholt, mit einem beeindruckenden Ergebnis. 78 Prozent aller Kinderschuhe passen. Bei Mädchen passen die Schuhe oft besser, als bei Jungen. Die Autoren der Studie begründen das damit, dass sie vermutlich öfter neue Schuhe erhalten.

Was wir über Kinderfüße gelernt haben

Kinderfüße sind in den letzten Jahren im Durchschnitt etwas größer geworden, so die Wissenschaftler. Zum Schulbeginn beispielsweise die Größe 32. Zehnjährige tragen meist die 37. Außerdem haben Mädchen meist schmalere Füße, als Jungen.

Wie finde ich den richtigen Kinderschuh?

Kleines blondes Mädchen sitzt  und zieht sich seine Schuhe aus
Bildrechte: imago/Verena Scholze

Wichtig ist eine sogenannte „Wachstumszugabe“: Etwas mehr Platz im Schuh sorgt dafür, dass der Schuh auch einige Wochen nach der Messung noch passt. Etwa 12 bis 17 Millimeter Platz gelten als ausreichend. Am sichersten lässt sich das mit einer selbst gebastelten Fußschablone herausfinden, die die Größe des Fußes und zusätzlich 12 Millimeter bemisst. Wichtig: Auf jeden Fall beide Füße messen. Unterschiede von bis zu zwei Schuhgrößen zwischen rechts und links sind keine Seltenheit. Ausschlaggebend sollte immer der größere Fuß sein. Dann ermittelt man den Abstand von der Ferse zum längsten Zeh, was nicht immer der große Zeh sein muss. Zur Fußlänge rechnet man dann noch 12 bis 15 Millimeter dazu.

Wie ermittle ich die richtige Schuhgröße?

Fußlänge ist aber noch nicht gleich Schuhgröße. Dafür gibt es in jedem Land eine eigene Umrechnungsformel. Dein Schuhverkäufer sollte da Bescheid wissen und auch im Internet findest du entsprechende Umrechnungen. Für die gängige Größenangabe in Deutschland rechnest du zur Fußlänge in Zentimetern noch 1,2 Zentimeter hinzu, multipliziere die Summe mit 1,5 und hast so einen annähernden Größenwert.

Wie finde ich heraus, ob der Kinderschuh passt?

Um herauszufinden, ob der Schuh auch wirklich passt, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Erstens: Man schiebt den Fuß des Kindes bis ganz nach vorne. Dann sollte an der Ferse noch ein Fingerbreit Platz sein. Zweitens: Man zieht den Schuh normal an und prüfz, ob vorne entsprechend Platz ist. Zwölf bis fünfzehn Millimeter oder auch ein Ein-Cent-Stück. Drittens: Bei vielen Schuhen gibt es herausnehmbare Einlegesohlen. Auch darauf kannst du dein Kind stellen und schauen, wie groß der Schuh drinnen wirklich ist

Passen die bisherigen Schuhe noch?

Nackte Kinderfüße werden mit einem Fußmessgerät vermessen
Bildrechte: imago images / Sämmer

Um herauszufinden, ob die aktuellen Schuhe noch die richtige Größe haben, fertigst du wieder einen Papp-Umriss vom Kinderfuß plus zwölf Millimeter an der längsten Stelle. Schneide diesen Umriss aus. Passt er ohne zu knicken in die Schuhe, sind sie noch tragbar. Die sogenannte "Plus12 -Schablone" macht das Vermessen des Schuhs und der Füße ganz einfach. Erhältlich ist sie im guten Schuhgeschäft oder im Internet.

Wie oft brauchen die Kinder neue Schuhe?

Die Schuhgröße bei Kindern sollte regelmäßig überprüfen werden. Schließlich ändern sich Kinderfüße ständig. So oft solltest du die Schuhgröße deines Kindes überprüfen: 

  • Kinder bis drei Jahre: alle zwei Monate
  • Kinder von drei bis sechs Jahren: alle drei bis vier Monate
  • Kinder von sechs bis zehn Jahren: alle vier bis fünf Monate

Markenschuhe oder preiswerte?

Bei Tragezeiten von gerade einmal zwei Monaten, kommt man als Eltern bei den enormen Preisunterschieden schon mal ins Grübeln. Machen es die Sandalen für 9,90 Euro nicht genauso gut, wie die für 39,90 Euro? Nein, das machen sie nicht, sagen unsere Experten. Es gebe da aus doch deutliche Qualitätsunterschiede. Bei Markenschuhen werden oft Naturmaterialien verwendet. Die billigen Schuhe beinhalten dagegen teilweise Giftstoffe in den Materialien und das wird dann über die Haut vom Kind aufgenommen. Auch die Verarbeitung und damit die Laufqualität leiden bei den ganz preiswerten mitunter doch erheblich. 

Neue oder gebrauchte Schuhe?

Unsere Experten raten übrigens von gebrauchten Schuhen ab. Wenn der ältere Bruder oder die Schwester eine Fehlstellung der Füße hat, dann mache sich das auch in lange getragenen Schuhen bemerkbar. Das könne der Nächste dann unter Umständen übernehmen. Also: Eine schräg abgetretene Sohle ist also schlecht für den nächsten Träger. Sind die Schuhe allerdings gut in Schuss und nicht ausgetreten, dann können sie nach einer gründlichen Reinigung durchaus nochmal getragen werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. September 2020 | 10:45 Uhr

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