Wer muss das Laub entsorgen - und wo?

Der Herbst färbt die Blätter - und lässt sie massenhaft zu Boden fallen. Aber wohin mit der Menge an Laub? Wie beseitige ich es am besten und muss ich es überhaupt wegmachen?

Frau beim Laub rechen im Garten 1 min
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MDR JUMP Mo 28.09.2020 10:45Uhr 01:12 min

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Laub ist ein wertvoller Bio-Abfall, der in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Das gilt besonders für Laub aus Parks und Gärten. Laub von Bäumen an stark befahrenen Straßen hingegen ist oft mit Staub und anderen Schadstoffen belastet. Das sollte man nicht in einen Kreislauf zurückführen, sondern wie normalen Abfall entsorgen.

Wohin mit dem Laub?

Das richtet sich danach, wie viel Laub man hat. Klar, kleine Mengen können in der Biotonne entsorgt werden.

Ein Komposthaufen eignet sich hervorragend als Laubsammelstelle. Allerdings sollte das Laub nur gut 20 Prozent des gesamten Komposts ausmachen und mit anderen Materialien wie Ästen oder Rasen gut durchmischt werden.

Aufpassen sollte man beispielsweise bei Walnussblättern. Davon sollte man auf dem Komposthaufen wegen der in den Blättern enthaltenen Gerbsäure nur sehr wenig Laub aufschichten. Die Säure lässt die Blätter nur sehr langsam verrotten und beeinflusst auch die Qualität der Komposterde.

Schaffen es der Komposter oder Komposthaufen also nicht allein, dann kann man auch noch Laub auf Beeten verteilen. Eine zehn Zentimeter hohe Schicht reguliert den Feuchtigkeitshaushalt des Beetes und mildert im Winter starke Fröste ab.

Eine windgeschützte Ecke im Garten kannst du richtig dick mit Laub bepacken. So gibst du kleinen Nagern und Säugetieren im Winter ein sicheres, wettergeschütztes Winterquartier.

Wenn im Garten kein Platz für Laub ist

Die meisten Gemeinden nehmen das Laub und Grünschnitt im Herbst kostenlos ab. Schließlich lässt sich daraus auch im großen Stil guter Kompost herstellen. Wie das Laub zu entsorgen ist, was man unter Umständen bezahlen muss und was erlaubt und verboten ist, regelt jede Gemeinde individuell. Informationen darüber erhältst du bei der Stadtverwaltung beziehungsweise dem Ordnungsamt. Wenn man keine Möglichkeit hat, das Laub selber zu transportieren, dann bieten manche Gemeinden auch eine Abholung an, das kostet dann allerdings.

Laubsammeltipps

Man kann sich quälen und das Laub mit der Harke sammeln. Oder man wartet auf trockenes Wetter und fährt dann mit dem Mäher drüber. Dann wird das Laub gleich gehäckselt und verrottet umso schneller.

Was nicht erlaubt ist

Auch wenn in einzelnen Gemeinden mitunter großzügig über brennende Haufen hinweggeschaut wird, darf Laub nicht verbrannt werden. Die Blätter erzeugen dabei viel Rauch und Gestank und schaden somit der Gesundheit. Außerdem kann sich ein Laubfeuer bei Trockenheit rasend schnell ausbreiten.

Auch das mitunter sogar gut gemeinte Abladen von Laub im Wald ist nicht erlaubt. Es drohen sogar bis zu 1.000 Euro Bußgeld dafür. Das Laub einfach liegen zu lassen, sollte ebenfalls tabu sein.

Das Laub bildet gerade bei Regen auf Fußwegen und Straßen eine Schmierfilm, der zu Unfällen und Verletzungen führen kann. Deshalb hast du als Anlieger die Pflicht, das Laub vom Fußweg und teilweise darüber hinaus zu entfernen. Ansonsten könntest du mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert werden.

Wer muss das Laub entfernen?

Ein Baum steht in der Wohnsiedlung am Straßenrand, also auf öffentlichem Grund. Müsste da nicht die Stadt dafür sorgen, dass das Laub wegkommt? Beispiel Halle in Sachsen-Anhalt: Dort sind Grundstückseigentümer verpflichtet, einen Streifen von 1,5 Metern um ihr Grundstück sauber zu halten, wenn der begehbar ist. Selbst wenn der Baum also nicht auf dem Grundstück steht, muss man dort trotzdem das Laub auf diesem Streifen entfernen.

In manchen Gemeinden sind Grundstückseigentümer sogar verpflichtet, vom Zaun bis zur Straßenmitte zu reinigen. Wer sich vorm Laubfegen auf Fußweg und Straße drücken will, der bekommt von seiner Gemeinde zunächst eine Ermahnung und später dann Post von der Bußgeldstelle. Es kann auch passieren, dass die Stadt das Laub beräumt und dir die Kosten dafür in Rechnung stellt.

Laub auf dem eigenen Grundstück muss man nicht entfernen. Allerdings ersticken die Blättermassen Rasen und Pflanzen und fangen in besonders milden, feuchten Wintern auch schnell an zu schimmeln.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 28. September 2020 | 10:45 Uhr

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