Laub entsorgen – so vermeidest du teure Bußgelder

Der Herbst färbt die Blätter - und lässt sie massenhaft zu Boden fallen. Aber wohin mit der Menge an Laub? Wir erklären, warum du das Herbstlaub am besten nicht im Wald entsorgst und wer in der Stadt für das Laubkehren zuständig ist.

Laub ist ein wertvoller Bio-Abfall, der in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Das gilt besonders für Laub aus Parks und Gärten. Laub von Bäumen an stark befahrenen Straßen hingegen ist oft mit Staub und anderen Schadstoffen belastet. Das sollte man nicht in den Kreislauf zurückführen, sondern wie normalen Abfall entsorgen.

Wohin mit dem Laub?

  • Kleine Mengen können in der Biotonne entsorgt werden.
  • Ein Komposthaufen eignet sich hervorragend als Laubsammelstelle. Allerdings sollte das Laub nur gut 20 Prozent des gesamten Komposts ausmachen und mit anderen Materialien wie Ästen oder Rasen gut durchmischt werden.
  • Aufpassen sollte man beispielsweise bei Walnussblättern. Die darin enthaltene Gerbsäure lässt die Blätter nur sehr langsam verrotten und beeinflusst auch die Qualität der Komposterde.
  • Man kann auch etwa Laub auf Beeten verteilen. Eine zehn Zentimeter hohe Schicht reguliert den Feuchtigkeitshaushalt des Beetes und schwächt im Winter Frost ab.
  • Eine windgeschützte Ecke im Garten kann man richtig dick mit Laub bepacken. Das bietet ein gutes Winterquartier für kleine Nage- und Säuretiere.

Was ist, wenn im Garten kein Platz für Laub ist?

Die meisten Gemeinden nehmen Laub und Grünschnitt im Herbst kostenlos ab. Schließlich lässt sich daraus auch im großen Stil guter Kompost herstellen. Wie das Laub zu entsorgen ist, was unter Umständen bezahlt werden muss und was erlaubt und verboten ist, regelt jede Gemeinde individuell. Informationen darüber bekommt man bei der Stadtverwaltung oder dem Ordnungsamt.

Laubsammeltipps

Ein Laubhaufen wird mit einem Laubrechen zusammengerecht.
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Man kann sich quälen und das Laub mit der Harke aufsammeln. Oder man wartet auf trockenes Wetter und fährt dann mit dem Mäher drüber. Dann wird das Laub gleich gehäckselt und verrottet umso schneller.

Was ist nicht erlaubt?

  • Auch wenn in einzelnen Gemeinden mitunter großzügig über brennende Haufen hinweggeschaut wird, darf Laub nicht verbrannt werden. Die Blätter erzeugen dabei viel Rauch und Gestank und schaden somit der Gesundheit. Außerdem kann sich ein Laubfeuer bei Trockenheit rasend schnell ausbreiten.
  • Auch das mitunter sogar gut gemeinte Abladen von Laub im Wald ist nicht erlaubt. Es drohen sogar bis zu 1.500 Euro Bußgeld dafür. Das Laub einfach liegen zu lassen, sollte ebenfalls tabu sein.
  • Das Laub bildet gerade bei Regen auf Fußwegen und Straßen einen Schmierfilm, der zu Unfällen und Verletzungen führen kann. Deshalb haben Anlieger die Pflicht, das Laub vom Fußweg und teilweise darüber hinaus zu entfernen, ansonsten drohen Schadensersatzansprüche.

Wer muss das Laub entfernen?

  • Ein Baum steht in der Wohnsiedlung am Straßenrand, also auf öffentlichem Grund. Müsste da nicht die Stadt dafür sorgen, dass das Laub wegkommt? Beispiel Halle in Sachsen-Anhalt: Dort sind Grundstückseigentümer verpflichtet, einen Streifen von 1,5 Metern um Ihr Grundstück sauber halten, wenn der begehbar ist. Selbst wenn der Baum also nicht auf dem Grundstück steht, muss man dort trotzdem das Laub auf diesem Streifen entfernen.
  • In manchen Gemeinden sind Grundstückseigentümer sogar verpflichtet, vom Zaun bis zur Straßenmitte zu reinigen. Wer sich vorm Laubfegen auf Fußweg und Straße drücken will, der bekommt von seiner Gemeinde zunächst eine Ermahnung und später dann Post von der Bußgeldstelle. Es kann auch passieren, dass die Stadt das Laub beräumt und Ihnen die Kosten dafür in Rechnung stellt.
  • Laub auf dem eigenen Grundstück muss nicht entfernt werden. Allerdings ersticken die Blättermassen Rasen und Pflanzen und fangen in besonders milden, feuchten Wintern auch schnell an zu schimmeln.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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