Quicktipp Autobatterien im Winter: So halten sie länger

Starthilfekabel an einer Autobatterie 2 min
Bildrechte: colourbox

MDR JUMP Mo 15.01.2018 02:10Uhr 01:45 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,6 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 3,2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/quicktipp-autobatterien-im-winter-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Es ist die Pannenursache Nummer eins im Winter: Die Batterie ist zu schwach oder ganz platt. Das Auto springt nicht an. Damit dir das nicht passiert, hier ein paar Tipps, wie du mit deiner Batterie gut durch die kalte Jahreszeit kommst und was du im Ernstfall tun kannst, um das Auto doch noch zu starten.

Das macht die Batterie platt

Eine Frau beugt sich über den geöffneten Motorraum ihres Autos, das in verschneiter Landschaft liegengeblieben ist
Bildrechte: colourbox

Niedrige Temperaturen sind von sich aus ein Feind jeder Batterie. Sie mindern die Kapazität des Akkus, seine Leistungsfähigkeit sinkt. Ist es richtig kalt, braucht der Anlasser viel mehr Kraft, um den trägen Motor in Gang zu bekommen. Träge deshalb, weil das Öl im Motor im kalten Zustand zähflüssig wird. Zusätzlich wird die Autobatterie im Winter durch Funktionen wie Heckscheiben- oder Sitzheizung gefordert, die ebenfalls Strom benötigen. Fährst du dazu oft nur kurze Strecken mit vielen Standzeiten im Leerlauf an der Ampel oder gar eingeschalteter Start-Stopp-Automatik, dann hat die Batterie nicht genug Gelegenheit, sich wieder genügend aufzuladen. Außerdem fährst du in der dunklen Jahreszeit viel öfter mit eingeschaltetem Licht. Solltest du dann noch aus Versehen über Nacht ein Licht oder einen anderen Verbraucher anlassen, dann kann das zu einer Tiefenentladung führen. Die Batterie gibt keine Lebenszeichen mehr von sich und lässt sich auch nicht mehr zuverlässig aufladen: Du brauchst eine neue.

Das schadet zusätzlich

Zum Kältestress kommen gerade bei vielen neueren Autos Funktionen, die praktisch immer aktiv sind. GPS-Geräte, Schlüsselerkennungssensoren und die Alarmanlage ziehen permanent Strom aus der Batterie. Auch wenn das im Einzelnen nicht viel ist, in der Summe kann das einer ohnehin schon leistungsschwachen Batterie den Rest geben. Ebenso wenn ein Auto zum Beispiel während der Urlaubszeit mal für eine oder zwei Wochen nicht bewegt wird. Ist es im Motorraum feucht und schmutzig, sitzen Batterieklemmen nicht fest auf den Polen, kann das zu Kriechströmen führen, die ebenfalls schaden.

Das pflegt die Batterie

Eine entladene Batterie braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten Fahrt ohne Unterbrechung, um sich wieder voll aufzuladen. Schalte dabei möglichst wenige zusätzliche Autofunktionen ein. Achte auf saubere Kontakte, fest sitzende Anschlüsse und schmiere die Batteriepole mit ein wenig Polfett ein. Das sorgt für guten Stromfluss.

Die Batterie laden

Kommst du bei deinem Arbeitsweg nicht auf die nötige Ladezeit, dann kannst du deine Batterie gelegentlich mit einer Erhaltungsladung unter die Arme greifen. Dazu musst du die Batterie nicht aus dem Auto ausbauen. Wichtig ist jedoch, dazu die Zündung auszuschalten und die Anschlüsse für Plus- und Minuspol von der Batterie zu trennen. Grundsätzlich sollte eine Autobatterie während des Ladens durch ein Ladegerät nicht an den Stromkreis des Auto angeschlossen sein. Manche Geräte geben zeitweise einen stärkeren Strom ab, als die Bordelektronik verträgt. Über Nacht wird die Batterie wieder voll geladen. Erhaltungsladegeräte gibt es ab 15 Euro, bessere Geräte mit Ladetimer und Überladungsschutz kosten ab 30 Euro aufwärts. 

Wichtige Informationen zur Batterie

Lies immer im Bordbuch deines Fahrzeugs, ob ein An- und Abschließen der Batterie so ohne weiteres möglich ist. Gerade Autos mit viel Elektronik an Bord können auf so etwas empfindlich reagieren. Manche Fahrzeuge musst du erst auf den Neuanschluss einer Batterie einstellen. Fachleute sprechen dabei vom Anlernen der Batterie. Das kann man in einigen Fällen auch in der eigenen Garage. Je teurer das Auto, desto komplizierter wird es in der Regel. Informiere dich im Zweifel in einer Werkstatt.

So trennst und schließt du eine Batterie richtig an

Viel diskutiert wird die Reihenfolge, in der du die Pole an- und abschließt. Dabei gibt es nur eine richtige: Beim Anschließen kommt zuerst der (rote) Pluspol an die Batterie, dann der (schwarze) Minuspol. Beim Abklemmen ist es genau umgekehrt, zuerst klemmt du den (schwarzen) Minuspol ab, dann den (roten) Pluspol. Wer das anders macht, riskiert unter Umständen, einen Kurzschluss zu bekommen. Das ist besonders bei älteren Batterien gefährlich, denn dort tritt während der Ladung eine Mischung aus Sauerstoff und Wasserstoff, Knallgas genannt, aus. Auch wenn es hier nur um geringe Mengen geht, kann sich das unter ganz ungünstigen Umständen entzünden.

Eine neue Batterie

Wenn die alte Batterie sich nicht mehr richtig aufladen lässt oder anderweitig kaputt ist, brauchst du eine neue. Fahre unter keinen Umständen dauerhaft mit einer schwachen oder defekten Batterie. Fällt eine Batterie während der Fahrt komplett aus, kann das Folgen für deine Fahrsicherheit haben. Vor dem Kauf einer neuen Batterie informiere dich ganz genau im Bordbuch, welche Art du brauchst. Wichtig sind hierbei Eckdaten wie die Spannung und die Kapazität, also die Amperestunden einer Batterie. Im Zweifel wendest du dich an eine Werkstatt. Auch wenn viele Batterien mittlerweile als wartungsfrei deklariert werden, bedeutet das nicht, dass sie nicht ab und zu nachgeladen werden müssen. Lediglich Wasser musst du bei solchen Geräten nicht mehr auffüllen. Nach 4-6 Jahren ist eine Batterie, je nach Belastung, reif für den Austausch.

Starthilfe mit dem Auto

Um kurzfristig wieder flott zu werden, könnst du Starhilfe von einem anderen Auto bekommen. Beide Wagen müssen dazu zunächst aus sein. Dann werden zuerst die Pluspole der Batterien mit einem Überbrückungskabel verbunden. Danach verbindest du bei den meisten Fahrzeugen die Minuspunkte oder- Pole der Fahrzeuge miteinander. Wo diese Punkte sich befinden, liest du im Bordbuch. Erst wenn alles verbunden ist, startest du das Strom-Geberfahrzeug, wartest eine Weile warten und startest dann das Strom-Nehmerfahrzeug. Gelingt das nach bis zu zehn Versuchen nicht, hast du kein reines Ladeproblem und solltest Profis zu Hilfe holen. Ladekabel sollten immer einen ausreichend großen Querschnitt haben. Gerade Dieselfahrzeuge brauchen beim Start wesentlich mehr Energie.

Starthilfe mit dem Powerbooster

Ähnlich wie bei Smartphones gibt es auch für Autobatterien sogenannte Akkupacks oder auch Starthilfebooster. Die kosten ab 50 Euro und werden (zuerst Pluspol, dann Minuspol) direkt an die angeschlossene Batterie geklemmt. Dann kannst du das Fahrzeug starten. Wichtig dabei: Das Akkupack sollte selber zu mindestens 25 Prozent geladen sein und nicht über Nacht im kalten Auto gelegen haben. Nimm diese Geräte also immer mit ins Warme. Bei Minus 18 Grad hat ein kaltes Powerpack keine Chance.

Anschieben funktioniert nur bei wenigen Autos

Der Energiebedarf von Benzinpumpe, Anlasser und anderen Geräten ist bei modernen Fahrzeugen so groß, dass sie ihn durch ein paar Drehungen an der Lichtmaschine nicht decken. Ein modernes Auto springt also nicht nach ein paar Metern Anschieben im zweiten Gang so einfach an wie ein Trabi. Kommt außerdem noch unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator, kann dieser kaputt gehen. Wenn du keine andere Möglichkeit hast, solltest du maximal einen Anschiebversuch wagen.

Vorsicht Verkehr

Auf welche Weise du dein Auto auch wieder in Schwung bringst, achte dabei immer auf den Verkehr. Sichere deinen Standort mit Warndreieck. Trage selbst eine Warnweste. Hole dir im Zweifel Hilfe von einem Profi.     

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 15. Januar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps