Quicktipp Maschine statt Lappen: Lohnen sich Fensterputz-Systeme?

29.03.2018 | 02:10 Uhr

Akkubetriebene Fenstersauger

Wer seine Fenster nicht mühsam mit Tuch, Zeitungspapier oder Abzieher putzen will, kann zum Fenstersauger greifen. Die Hersteller behaupten, ein geringerer körperlicher Einsatz sei nötig und man sei mit der Fensterreinigung schneller fertig. Fenstersauger sind schon ab 35 Euro erhältlich. Sie ähneln herkömmlichen Abziehern mit Gummilippe, saugen aber zusätzlich noch das Schmutzwasser in einen Wassertank. Etwas aufwendigere Geräte haben einen weiteren Tank für Frischwasser an Bord, mit dem die Scheiben vorgereinigt werden können.

Sinnvoll ist der Einsatz von Fenstersaugern in Räumen, die saugstarke oder empfindliche Böden haben, zum Beispiel Teppich oder hochwertiges Parkett, da anders als bei der Reinigung mit Eimer und Lappen eben nichts heruntertropft.

Die meisten Geräte reinigen streifenfrei, lediglich am Rand muss ab und zu nachgearbeitet werden, und die Rahmen sollte man mit einem Mikrofasertuch trocknen.

Schwierig wird die Reinigung des unteren Teils bodentiefer Fenster, da mit den Geräten aufgrund ihrer Form der untere Rand nicht erreicht werden kann. Auch für Fenster mit eingebauten Fensterkreuzen können Fenstersauger ungeeignet sein. Extrem verschmutzte Fenster müssen auch beim Einsatz von Fenstersaugern vorgereinigt werden. Der Akku der Geräte hält in der Regel eine halbe Stunde durch, bevor er wieder in die Ladestation muss.

Fensterputzroboter

Nach dem Staubsaugroboter sind seit einiger Zeit auch Fensterputzroboter auf dem Markt. Ab 170 Euro kosten die kleinen elektronischen Helferlein. Vor Gebrauch muss der Akku geladen werden, was in der Regel etwa zwei Stunden dauert. Manche Geräte funktionieren auch mit direktem Stromanschluss und haben den Akku nur für den Notfall. Die Roboter werden mit einem Reinigungsbelag geliefert, der eingesetzt und mit der ebenfalls mitgelieferten Reinigungsflüssigkeit besprüht wird. Dann setzt man den Roboter auf die Scheibe. Der hält sich durch einen selbsterzeugten Unterdruck dort fest und beginnt mit dem Putzen.

Fensterputzroboter am Louvre
An der Pyramide des Louvre in Paris sorgt ein Putzroboter für die Sauberkeit der Scheiben. Bildrechte: IMAGO

Kritikpunkte sind auch hier die Fensterecken und -kanten, denn die erreichen die Roboter nicht. Hier ist also ebenfalls Nacharbeit gefragt. Bei starken Verschmutzungen brauchen die kleinen Automaten Unterstützung von Menschenhand durch Vorputzen. Auch sind die Roboter recht langsam und müssen von Hand umgesetzt werden. Das ist besonders bei mehrfach unterteilten Altbaufenstern unpraktisch. An schrägen Dachfenstern kann der Roboter gar nicht eingesetzt werden, da er an der Schräge nicht haftet.

Das Fazit: Ein Griff zu solchen Geräten ist eher eine Spielerei oder nur bei sehr großen Fensterflächen zu empfehlen.

Spülmittel, Mikrofasertuch und Abzieher

Aus der Sicht von Profis muss man nicht unbedingt Geld für teure Putzhelfer ausgeben. Die herkömmliche Technik bringt mit etwas Übung auch bei sehr schmutzigen Scheiben gute Ergebnisse. Nicht umsonst arbeiten professionelle Gebäudereiniger ganz klassisch mit Fensterleder und Abzieher. Bewährt haben sich auch Fensterwischer, die – ähnlich denen an Tankstellen – auf einer Seite ein Mikrofasertuch und auf der anderen Seite den Abzieher montiert haben.

Arbeiter reinigen Fenster der Kuppel auf der Besucherplattform in der Kuppel im Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages.
Die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin wird in Handarbeit sauber gehalten. Bildrechte: IMAGO

Profis putzen das Fenster zuerst mit Wasser und Spülmittel. Dann gehen sie mit dem Abzieher vom oberen Eck immer in einer waagerechten Bahn über die Scheibe, wischen die Gummilippe ab und setzen zur nächsten Bahn an. Auf diese Weise putzen sie sich Bahn für Bahn nach unten. Anschließend werden mit einem Tuch noch die Ränder trocken gewischt. Auf diese Weise vermeidet man die lästigen Streifen, die entstehen, wenn man von oben nach unten abzieht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 29. März 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2018, 02:10 Uhr

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