Quicktipp So wäschst du deine Jeans richtig

Robustes Beinkleid

Im Allgemeinen sind Jeans aber sehr widerstandsfähig. „Wenn du eine Hose mit 100 Prozent Baumwollanteil hast, ist das ein sehr strapazierfähiger Stoff, der nahezu alles mitmacht, auch mal eine 90-Grad-Wäsche", sagt Mandy Turreck vom DHB Netzwerk Haushalt. Aber: Unter häufigem Waschen leidet das Material und die Farbe. Jeansfasern sind nicht durchgefärbt. Das ist ein Grund, warum Jeans mit der Zeit verblassen.

Grundsätzliche Pflege

Vor jedem Waschen drehst du die Hosen immer auf links, das schont die Oberfläche der Hose. Sortiere Farben vor. In einer Waschmaschine mit dunkler Baumwollkleidung fühlen sich Jeans wohl, noch besser, sie bleiben untereinander. Die Trommel der Waschmaschine sollte nicht zu voll sein, um Falten oder Streifen in den Hosen zu vermeiden.

Schließe alle Knöpfe und Reißverschlüsse, die Kanten könnten sonst während des Waschens am Stoff reiben und die Fasern schädigen

Je nach Gewebeart und Farbe unterscheiden sich die Waschtemperaturen und Trocknungshinweise. Vorm ersten Waschen solltest du daher die Pflegeanleitung der Hose genau lesen. Wasche deine Jeans grundsätzlich vor dem ersten Tragen. Das entfernt chemische Reststoffe vom Produktionsprozess.   

Die richtige Temperatur

Drehknopf an Waschmaschine.
Bildrechte: colourbox.com

Leicht verschmutzte Jeans wäschst du am besten bei 30 Grad in der Waschmaschine. Wird es schmutziger, kannst du bei reinen Baumwolljeans mit der Temperatur auch ruhig bis zu 60 Grad raufgehen. Das gilt jedoch nicht für Hosen mit Glitzerbesatz oder ähnlichen Verzierungen, beschichtete oder gewachste Jeans. Der Besatz oder die Beschichtung könnte sich lösen. Im Zweifel wäschst du diese Hosen mit der Hand und orientiere dich an den Pflegehinweisen des Herstellers. Hat deine Waschmaschine ein spezielles Jeanswaschprogramm, dann nutze dieses, ansonsten verwende Programme für Pflegeleichtes, Bunt-  oder Feinwäsche. Schleudere, wenn erlaubt, nicht mit mehr als 1200 Umdrehungen pro Minute. Hohe Umdrehungen strapazieren das Gewebe. An der Luft zu trocknen ist für die Jeans am besten.

Sonderfall Stretch-Jeans

Diese Hosen haben einen  Elasthan-Anteil in den Fasern, der für den Stretcheffekt sorgt. Die Fasern sind sehr wärmeempfindlich, vertragen keine Wäsche über 30 Grad, keine Schleudergänge über 700 Touren und keinen Trockner. Die Hosen könnten sonst ausleiern. Weichspüler schadet ebenfalls den Elastan-Fasern und ist tabu.

Das richtige Waschmittel

Verwende am besten Color- oder Feinwaschmittel. Nimm nur Flüssigwaschmittel und kein Pulver, denn das enthält Bleiche und das schadet vor allem der Farbe. Spezielles Schwarzwaschmittel kannst du für schwarze Jeans verwenden, musst du aber nicht. „Die entsprechenden Farbauffrischer enthalten auch ein normales Colorwaschmittel, das tut deiner schwarzen Jeans genauso gut“, so Mandy Turreck.

Hände weg vom Weichspüler! Der macht den normalen Jeansstoff labberig. Beulen und Flecken sind die Folgen.

Trocknen und Bügeln

Reine Baumwolljeans vertragen einen Gang im Trockner. Bei niedrigen Temperaturen richten sich sogar die Fasern wieder so aus, dass die Jeans in Form kommt. Übertreibst du es mit der Hitze und der Häufigkeit, nimmt der Stoff Schaden. Wenn du unbedingt bügeln willst, dann nur auf Links. Ansonsten zieht sich die Jeans beim Anziehen in der Regel selber in Form und wird knitterfrei. Hosen mit Elasthananteil vertragen wegen der Wärmeempfindlichkeit der Fasern den Wäschetrockner nicht so gut.

Der Essig-Trick

Essig ist sauer und gleicht den basischen Angriff der Waschlauge auf Farbe und Faser aus. Unsere Expertin meint dazu:

Ein kleiner Spritzer Essig in den letzten Waschgang oder vorher ins Einweichwasser kann die Farben tatsächlich schützen. Waschen Sie die Hosen wie vorgeschrieben, brauchen Sie das aber nicht. 

Fragwürdige Tricks

Je öfter Stoff gewaschen wird, desto dünner und blasser wird er - nichts hält ewig. Menschen, die aber genau das wollen, kommen auf die verrücktesten Ideen, um ihre Jeans vor einer strapazierenden Wäsche zu schützen. Nichts davon ist wirklich sinnvoll:

  • Gefrierfach

Der Chef von Levi Strauss & Co höchstpersönlich, ein Mann namens Chip Berg, empfiehlt, Jeans gar nicht zu waschen sondern stattdessen für eine Nacht ins Gefrierfach zu legen. Dass soll Bakterien töten, die für komisch riechende Hosen verantwortlich sind. Leider gibt es Geruchsbakterien, die noch weniger als 18 grad Minus vertragen. Die Jeans beginnt bald wieder zu müffeln, die Bakterien vermehren sich schnell von neuem.

  • Duschdämpfe

Die Hose soll in der Näher der Dusche aufgehängt werden und so etwas vom Dampf abbekommen, quasi eine Tröpfchenreinigung. „Das ist absoluter Quatsch. Der Dampf bräuchte mindestens 70 Grad und so heiß wird wohl niemand duschen“, zerlegt unsere Expertin diesen Rat.    

  • Zahnbürste

Einzelne Flecken sollen lieber mit der Zahnbürste entfernt werden, statt die ganze Hose zu waschen. Hierbei entstehen aber unter Umständen unschöne Flecken.

  • Babyöl

Vor dem Anziehen soll frau sich die Beine mit Babyöl einreiben, um so die starren Fasern weich zu bekommen. Außerdem soll die Hose so mit der Zeit einen edlen Glanz bekommen. Für das letzte Beispiel und auch alle anderen gilt: Denken Sie an Ihre Gesundheit! „Jeans werden oft direkt auf der nackten Haut getragen. Da bleiben Hautschuppen und abgestorbene Hautreste in den Fasern hängen. Schweiß setzt sich ab. Deshalb ist es absolut notwendig, dass du deine Hose regelmäßig waschen“, sagt Mandy Turreck vom DHB-Netzwerk Haushalt.

Fazit

Eine Jeans nicht zu waschen, ist eine Kampfansage an Ihre Haut. Halte dich an die Pfleganleitung, dann hast du auch mit regelmäßiger Wäsche lange Freude an der Hose. Und wenn es gar nicht mehr geht, kaufe eine neue oder besser gleich zweimal die gleiche. Stiftung Warentest hat nämlich herausgefunden, dass eine Jeans für 30 Euro qualitativ genau so gut sein kann wie eine für 250 Euro.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 08. Februar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2018, 02:10 Uhr

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