Luftbefeuchter gegen zu trockene Raumluft

15.11.2018 | 02:10 Uhr

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Umschau-Quicktipp Luftbefeuchter

Luftbefeuchter

MDR JUMP Mi 14.11.2018 02:10Uhr 01:09 min

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Im Winter ist man oft erkältet. Ein Grund dafür: zu trockene Raumluft. Wir sagen dir, wie du die Luftwerte richtig misst und welche Luftbefeuchter für ein ideales Wohnklima sorgen.

Das ideale Raumklima

Laut Umweltbundesamt liegt die ideale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen bei Werten zwischen 40 und 60 Prozent. Gerade im Winter, wenn die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit enthält und innen zusätzlich noch geheizt wird, kann dieser Wert schnell auf unter 30 Prozent sinken. Beim Lüften kommt die trockene Luft in die Wohnung, Heizen verstärkt den Effekt. In trockener Luft wird mehr Staub aufgewirbelt, das kann die Atemwege und Schleimhäute reizen. Bakterien haben so leichtes Spiel.  

Frau öffnet Fenster.
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Auf der anderen Seite kann sich durch große Temperaturunterschiede von Raumluft und Hauswänden in manchen Räumen oder auch nur in bestimmten Zimmerecken Feuchtigkeit niederschlagen. Ab 60 Prozent Luftfeuchtigkeit kann sich auf lange Sicht Schimmel bilden. Auch das kann zu Reizungen der Atemwege und gar Allergien führen. Deshalb empfiehlt es sich gerade im Winter, dass du besonders in den Räumen auf die Luftfeuchtigkeit achtest, in denen du dich am meisten aufhältst, also auch im Schlafzimmer. Ist es zu feucht, musst du heizen. Raumtemperaturen von 19 bis zu 22 Grad sind ideal. Achte darauf, dass zwischen den Räumen keine zu großen Temperaturunterschiede herrschen. Lüfte am besten drei- bis viermal täglich für fünf Minuten. Frische, kalte Luft kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen. Ist es zu trocken, kommen Luftbefeuchter zum Einsatz.

Die richtige Messung

Bevor du dich entscheidest, ob und wo ein Luftbefeuchter zum Einsatz kommt, musst du wissen, wie es um die Luftfeuchtigkeit in deinen Räumen bestellt ist. Dabei hilft dir ein Hygrometer. Die Geräte gibt es mechanisch, dabei wird zum Beispiel mit Hilfe eines Tierhaares die Luftfeuchtigkeit bestimmt. Je feuchter, desto mehr dehnt das Haar sich aus. Achtung, diese Geräte musst du von Zeit zu Zeit neu einstellen, also kalibrieren. Wie das funktioniert, erfährst du im Internet. Andere Geräte arbeiten elektronisch und können selbständig oder auf Knopfdruck kalibriert werden. Schau gerade in der Heizperiode oder/und wenn viele Menschen sich in kleinen Räumen aufhalten regelmäßig nach der Luftfeuchtigkeit. So kannst du gezielt gegensteuern und die idealen 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit einstellen. Miss nie direkt am Fenster oder über der Heizung. Das verfälscht das Ergebnis. Wähle eher eine freie Wandfläche.

Vor- und Nachteile von Luftbefeuchtertypen

Grundsätzlich gibt es drei Luftbefeuchtertypen: Verdunster sind einfache mechanische Geräte, bei denen Wasser von selbst aus einem Gefäß verdunstet. Teilweise wird über Matten die Oberfläche vergrößert und so die Verdunstung beschleunigt. Bei der elektrischen Variante kommt zusätzlich ein Ventilator zum Einsatz. Diese Geräte haben die geringste Wirkung, beziehungsweise brauchen sie am längsten, um die Luft zu befeuchten. Mechanische Geräte werden am besten an die Heizung gehängt oder in der Nähe aufgestellt. Sie sind nicht zur Befeuchtung sehr großer Räume geeignet. Eine Überfeuchtung der Räume ist dagegen nahezu ausgeschlossen.

Verdampfer bringen Wasser zum Kochen. Der warme Wasserdampf steigt auf und befeuchtet so sehr schnell die Raumluft auch in größeren Räumen. Die Geräte verbrauchen viel Energie und können, unkontrolliert, einen Raum leicht überfeuchten.

Elektrischer Luftbefeuchter
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Vernebler/Untraschallzerstäuber bringen Wasser so schnell zum Schwingen, dass feinster Nebel entsteht. Bei manchen Geräten wird der zusätzlich durch einen Ventilator im Raum verteilt. Die Geräte verbrauchen gegenüber den Verdampfern deutliche weniger Energie, befeuchten die Luft aber ähnlich schnell. Außerdem können in Verneblern zusätzlich Duftöle eingesetzt werden.

Problematisch beim Einsatz von Verneblern sind Kalkablagerungen in der Nähe des Gerätes, da der Nebel dort oft stark niederfällt. Außerdem werden Bakterien und Keime bei dieser Art der Luftbefeuchtung besonders stark verteilt.

Der aktuelle Test von Öko-Test

Die problematische Hygiene bei Verneblergeräten spiegelt sich auch im aktuellen Test der Öko-Test-Redaktion. Von neun getesteten Geräten belegten die fünf Verneblergeräte die letzten Plätze, drei wurden mit "ausreichend" bewertet, zwei bekamen sogar nur ein "mangelhaft". Die Experten begründen das damit, dass die Vernebler je nach Gerät bis zu 60 Millionen koloniebildende Einheiten (KBE) Bakterien pro Stunde in die Raumluft einbringen. Die normale Konzentration liegt bei 100 bis 500 KBE. Wissenschaftlich belegt ist eine krankheitsfördernde Keimbelastung durch die Vernebler allerdings nicht. Tatsächlich werden aber bei Verdunstern weniger Keime eingebracht, bei Verdampfern nochmal deutlich weniger, da das Wasser hierbei zum Sieden gebracht wird. 

Die Kosten 

Einfache Behälter aus Keramik oder Edelstahl für die Verdunstung kosten oft weniger als zehn Euro. Elektrische Geräte für alle Varianten der Luftbefeuchtung gibt es ab rund zwanzig Euro. Um die 100 Euro musst du für Geräte ausgeben, die programmierbar und/oder mit eingebautem Hygrometer ausgestattet sind.   

Die richtige Anwendung

Grundsätzlich solltest du vor dem Einsatz des Luftbefeuchters deine Raumwerte messen. Wechsle das Wasser im Luftbefeuchter täglich aus und reinige die Geräte nach Herstellerangabe. Dann gibt es auch bei Verneblern keine Probleme mit Keimen. Beachte bei der Anwendung die Herstellerhinweise bezüglich der Raumgröße.

Keine Alternativen

Zimmerpflanzen steigern die Luftfeuchtigkeit nur sehr begrenzt. Außerdem kann sich auf ihrer Erde bei zu häufigem Gießen Schimmel bilden. Wäschetrocknen oder das Aufhängen von nassen Handtüchern in Ihren Wohnräumen kann die Luft stark anfeuchten. Miss hier lieber mit dem Hygrometer nach, sonst droht Überfeuchtung und Schimmelbildung. Ein Handtuch immer wieder nass zu machen und über die Heizung zu hängen, ist keine gute Idee: Im Handtuch können sich Schimmelsporen vermehren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 02:10 Uhr