Richtig schwitzen in der Sauna

13.11.2018 | 02:10 Uhr

Sauna 1 min
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MDR JUMP Di 13.11.2018 02:10Uhr 01:11 min

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Warum Sauna gut tut

Rein praktisch wird beim Saunagang der Körper passiv von außen stark erwärmt, dann stark abgekühlt und dann kann er sich ausruhen. Das bewirkt erstmal eine Gewöhnung an große Temperaturunterschiede und Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten. Durch die starke Erwärmung wird zudem ein künstliches Fieber erzeugt. Das erhöht die Aktivität der Immunzellen und beugt Infekten vor. Der Wechsel von Wärme und Kälte trainiert die Blutgefäße und daraus ergeben sich positive Effekte für Kreislauf und Blutdruck. Die Muskeln und die Atmung entspannen sich. Nicht zuletzt hat die Sauna auch eine beruhigende Wirkung und wirkt damit gut gegen Stress. Darüber hinaus schreiben einige Mediziner der Sauna auch eine positive Wirkung bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis zu.

Welche Sauna die richtige ist

Wo du deinen ersten Saunagang absolvierst, hängt ganz vom Angebot in Ihrem Umfeld ab. Große Spaß- und Freizeitbäder bieten oft ganze Saunalandschaften mit unterschiedlichsten Möglichkeiten. Bei kleinen Saunen besteht meistens die die Wahl zwischen den beiden klassischen Varianten:

Schild mit der Aufschrift "Sauna und Dampfbad (Nacktbereich)".
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Beim Dampfbad – auch Türkisches Bad oder Nebelsauna genannt – herrschen Temperaturen von 40° bis 50° und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Das öffnet die Poren der Haut, befreit die Atemwege und entspannt die Muskulatur. Wenn du hohe Temperaturen eher schlecht verträgst oder gar Kreislaufprobleme hast, dann ist diese sanfte Form für dich besser verträglich.

Die klassische Sauna gibt es in unterschiedlichsten Varianten. Am bekanntesten ist die Finnische Sauna. Sie ist auch mit 80° bis 90° Lufttemperatur eine der heißesten Formen. Hier ist es mit bis zu 30 Prozent Luftfeuchtigkeit eher trocken. Gerade Anfänger sollten nicht mehr als acht bis 15 Minuten darin aufhalten, um den Körper nicht zu überfordern.

Bei großen Anbietern hast du neben den klassischen Varianten oft noch Saunabereiche mit Farb- und Klangspiel, verschiedene Düfte, unterschiedlichste Aufgussvarianten und mitunter sogar Solebäder

Wie du dich vorbereitest

Wenn du noch nie in einer Sauna warst, fragst du zunächst mal deinen Hausarzt, ob er Bedenken hat. Ein Zuviel und Zulange kann Herz- und Kreislauf schaden. Ein guter Bade- oder Saunameister vor Ort wird dich darauf hinweisen.

Handtücher für die Sauna.
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Fühlst du dich körperlich fit, dann packst du deine Saunatasche: Neben Bademantel und Badelatschen gehört dort unbedingt ein spezielles Saunatuch hinein. Das saugt Schweiß besser auf als ein normales. Es ist gut zwei Meter lang, sodass du auch im Liegen komplett darauf passt. Zum Duschen vorher und nachher brauchst du noch ein, zwei normale Handtücher und Duschgel. Wenn du außerhalb der Saunakabine nicht nackt sein möchtet, nimmst du noch Badesachen mit. Und zum Ruhen warme Socken und eventuell etwas zum Lesen.

Nimm dir für den ersten Saunabesuch gut drei Stunden Zeit.

Iss vorher eher was Leichtes und nicht zu viel und vor allem keinen Knoblauch oder ähnliche stark riechende Gewürze. Plane nach dem Saunieren viel Zeit für Ruhe ein, damit sich der Körper wieder erholen kann. Auf keinen Fall solltest du dich nach der Sauna noch zum Sport oder auf einen langen Kneipenabend verabreden.

Wie du richtig saunierst

Zuerst duschst du dich richtig ab. Kosmetik und Fett auf der Haut werden entfernt, so schwitzt es sich leichter. Wichtig: Nach dem Duschen immer ordentlich abtrocknen, sonst kühlt das Wasser auf der Haut in der Sauna zu lange und du kommst nicht ins Schwitzen.

Schmuck, Uhren, Parfüm und vor allem elektronische Geräte wie Handys gehören nicht mit in die Saunakabine. Geh immer komplett nackt und nur mit Saunatuch in die Sauna. Setz oder leg dich immer nur auf das Tuch, nie auf das blanke Holz. Am besten beginnst du auf der untersten Stufe, um dich erst einmal an die Temperatur zu gewöhnen. Nach acht bis fünfzehn Minuten ist der erste Saunagang beendet. Wer sich vorher schon müde und erschöpft fühlt, sollte ihn aber früher beenden. Es ist wichtig, es am Anfang nicht zu übertreiben. Erst im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Temperaturen. Nach dem Saunagang duschst du den Schweiß ab und nun kannst du entweder an der frischen Luft spazieren oder noch im lauwarmen oder kalten Tauchbecken abkühlen. Achtung: Springe nie nach der heißen Sauna direkt ins kalte Becken! Erstens ist das unhygienisch und für andere Saunagäste unzumutbar, in deinem Schweiß zu baden. Zweitens ist der große Temperaturunterschied eine große, gefährliche Belastung für deinen Körper.

Nach Saunagang und Abkühlung ruhst du für 20 bis 30 Minuten aus. Dann folgen, wenn du noch magst, Saunadurchgang zwei und drei. Für den gesundheitlichen Aspekt ist das ausreichend. Richte dich bei jedem Saunabesuch nach deinem persönlichen Wohlbefinden. Wenn es anstrengend wird, hörst du auf und ruhst dich besser aus.

Wie du dich richtig erholst

Dunkelhaarige Frau im Bademantel in Ruheraum.
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Manche Saunabesucher genießen es, zwischen den Gängen an der frischen Luft zu laufen. Andere setzte sich ans Feuer oder legen sich auf die Liege, um richtig abzuschalten. Smartphone und Laptop sollten tabu sein. Es stört nicht nur die anderen Besucher, sondern lässt auch dich selbst nicht zur Ruhe kommen. Ein gutes Buch oder eine Zeitschrift können hingegen beruhigend wirken. Nach der Sauna ist auch zu Hause eher Ruhe angesagt. Nur so haben Muskeln, Nerven und Kreislauf, also der ganze Körper, lange etwas von der entspannenden Wirkung.

Diese Saunasünden solltest du vermeiden:

Eine Frau sitz mit einem Handtuch bekleidet in einer Sauna
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  • Setz dich nie mit der nackten Haut aufs Holz der Saunabänke. Das ist ersten heiß und zweitens unhygienisch. Ein ausreichend großes Saunatuch ist daher wichtig.
  • Geh nie mit Badekleidung in die Saunakabine. Das ist unhygienisch und durch die erhitzten, synthetischen Stoffe von Bikini und Badehose auch noch ungesund für die Haut. Erlaubt ist das nur bei bestimmten Dampfbädern.
  • Geh nie mit Parfüm oder stark duftenden Ölen in die Sauna.
  • Streifen oder Bürsten deinen Schweiß nicht in der Saunakabine von der Haut, das könnte andere Besucher treffen.
  • Tritt nie mit nackten Füßen auf andere Saunatücher.
  • Halte die Ruheliegen nicht mit einem Handtuch besetzt, während du selbst in der Saunakabine bist.
  • Geh während eines Aufgusses möglichst nicht in die Saunakabine. Die kalte Luft macht die Wirkung schnell zunichte. Sollte es dir aber durch den Aufguss zu heiß sein, kannst du jederzeit rausgehen.
  • Lass in der Sauna die Hände bei dir, wenn du mit Partner oder Partnerin unterwegs bist, starre andere Besucher nicht an und rücke anderen auch nicht zu nah auf die Pelle.

Wie oft du in die Sauna kannst

Der grundsätzliche Rat lautet: Einmal pro Woche für drei Saunagänge. Der Effekt hält gut sieben Tage an. Öfters zu gehen, schadet gesunden Menschen nicht, bringt aber gesundheitlich auch nicht mehr.

Was es noch zu beachten gibt

Blick durch die Fenster einer Fass-Sauna nach draußen ins Grüne
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Bei uns in Deutschland saunieren Männer und Frauen oft völlig problemlos nackt zusammen. Zwar gibt es in vielen Saunen bestimmte Tage oder Abteile an und in denen Frauen auch alleine saunieren können. Allgemein geht es aber problemlos gemeinsam. Achtung: Das ist die Ausnahme! In den meisten anderen Ländern saunieren die Geschlechter getrennt, manchmal sogar in Pflichtsaunakleidung. Die Gepflogenheiten können sich also mitunter erheblich von unseren unterscheiden. Wenn du im Ausland eine Sauna besuchen willst, erkundige dich darum vor dem Saunagang genau nach den dort geltenden Regeln.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 02:10 Uhr

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