Quicktipp Smartphone-Girokonten: Darauf ist zu achten

27.06.2018 | 02:10 Uhr

Eine Frau hält in der einen Hand ein Smartphone und in der anderen eine Bankkarte. 2 min
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MDR JUMP Mi 27.06.2018 02:10Uhr 01:56 min

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Die reinen Smartphone-Konten gibt es derzeit von einer Handvoll Anbieter: Vom Fintech-Start-Up N26, von 1822 Mobile (einer Tochter der Frankfurter Sparkasse), der ReiseBank (Bankomo) und dem Mobilfunkanbieter O2 (O2 banking). Sämtliche Bankgeschäfte und auch das Einrichten des Kontos selbst werden komplett über Smartphone oder Tablet abgewickelt. "Da gibt es keine Bankfilialen, sodass auch ein Kostenfaktor wegfällt. Damit können sie ihre Konten auch in der Regel kostenlos anbieten", sagt Thorsten Neuhetzki vom Onlineportal inside handy. Eine Hotline für Probleme werde aber meist angeboten. Zusätzlich können Nutzer bei N26, Bankomo und O2-Banking noch wie gewohnt ein Onlineportal für Überweisungen oder andere Bankgeschäfte am Computer nutzen.

Anmelden übers Handy

Für die reinen Smartphone-Girokonten können sich Nutzer über zwei Wege anmelden: Auf der Internetseite des Anbieters gibt es Onlineformulare, die dann mit den persönlichen Daten ausgefüllt werden. Alternativ kann einfach die App heruntergeladen und darüber das Konto eröffnet werden. Auch wenn die Konten nur übers Smartphone laufen, können die Anbieter auf eine Formalie nicht verzichten: Bei der Anmeldung müssen Nutzer ihre Identität bestätigen. Das geht zum Beispiel über das Post-Ident-Verfahren, für das man mit den Personalausweis und dem entsprechenden Formular zur nächsten Postfiliale geht. Etwas weniger umständlich und deutlich schneller ist das sogenannte Video-Ident-Verfahren "Das kann ich etwa per Videochat machen. Da gibt es Dienstleister, die das im Auftrag der Banken machen", erklärt der Experte. Im Videochat halten dann Nutzer vereinfacht gesagt ihren Personalausweis mit ins Bild. Das reicht nach deutschem Recht für die Identifikation.

"Smarter und einfacher"

Aus Sicht von Thorsten Neuhetzki bieten die reinen Smartphone-Girokonten zwei große Vorteile gegenüber Konten bei herkömmlichen Banken, die nur übers Handy verwaltet werden: "Bei den Mobilkonten habe ich einfach mehr Auswertungsmöglichkeiten: Damit lassen sich leichter Statistiken erstellen – was habe ich für Essen, Miete, Alkohol ausgegeben." Zudem ließen sich Zahlungen an Freunde oder Familie sehr einfach erledigen: "Wenn ich bei der gleichen Smartphone-Bank bin, wie mein Freund, kann ich einfach per Handynummer oder per E-Mail-Adresse Geld hin und her schicken", erklärt der Experte von inside handy. Haben Freunde, Kollegen oder Verwandte ein Konto bei einer anderen Bank, bekommen sie nach dem Geldtransfer eine Mail oder SMS aufs Handy. Ein Link in der Nachricht führt sie dann zu einem Onlineformular, in das einfach die eigenen Bankdaten eingetragen werden. Den Rest erledigt die Bank.

Kostenfallen

Hände tippen auf ein Smartphone
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Die meisten der Smartphone-Girokonten sind kostenlos, aber nicht alle. Bankomo etwa berechnet 4,90 Euro im Monat. Für eine Variante mit zusätzlichen Versicherungen verlangt N26 knapp sechs Euro im Monat. Je nach Anbieter gibt es zum Girokonto eine Kreditkarte oder Girocard oder manchmal auch beide fürs bargeldlose Bezahlen und Geldabheben dazu. Kunden sollten aber vorab genau nachlesen, wie das Thema Geldabheben geregelt ist. "Das ist je nach Anbieter drei- bis fünfmal im Monat kostenlos. Wenn ich öfter abhebe, kostet das bis zu zwei Euro pro Abheben", sagt unser Experte. Je nach Anbieter gehen Nutzer der Girokonten dafür an die Geldautomaten fremder Banken. Bei 1822 Mobile können dafür die rund 25.000 Sparkassenautomaten in Deutschland gratis genutzt werden. Ein echter Kostentreiber kann der so genannte "Geldnotruf" von O2 banking werden: "Da bekommt man 100 Euro für dreißig Tage, wenn der Dispo ausgereizt ist und zahlt dafür sechs Euro. Das sollte man sich sehr gut überlegen", sagt Thorsten Neuhetzki.

Sicherheitsregeln beachten

Auch wenn die Girokonten nur übers Smartphone geführt werden, sind sie aus Sicht unseres Experten nicht automatisch unsicherer als herkömmliche Konten. "Ich würde aber zum einen immer drauf achten, dass eine deutsche Bank dahintersteht. Bei 1822 Mobile ist das etwa die Frankfurter Sparkasse, N26 hat eine eigenständige Banklizenz. Wenn die Pleite gehen, greift die deutsche Einlagensicherung", sagt Thorsten Neuhetzki. Guthaben bis 100.000 Euro sind dann gesetzlich abgesichert. Zudem sollten Kunden der mobilen Girokonten ein paar Sicherheitsregeln beachten: "Ich würde das Smartphone immer gegen den Zugriff von Dritten sichern – mit Passwort oder Fingerabdruck. Damit die eben nicht die Konto-App nutzen können", sagt unser Experte. Zudem setzten die Apps selbst noch einmal den Fingerabdruck als Absicherung ein.

Fazit

Reine Smartphone-Girokonten ersparen lästigen Papierkram und lassen sich noch etwas einfacher nutzen als herkömmlichen Konten mit zugehöriger App. Die Anmeldung ist meist auch innerhalb von Minuten erledigt. Zudem sind die Girokonten meist auch günstig, weil die Anbieter im Vergleich zu traditionellen Banken deutlich weniger Kosten haben. Nutzer sollten allerdings beim Bargeldabheben ein paar Regeln beachten. Sonst wird es teuer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 27. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 02:10 Uhr