Wie viel muss man für eine Soundbar ausgeben?

29.08.2018 | 02:10 Uhr

Soundbar 2 min
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MDR JUMP Mi 29.08.2018 02:10Uhr 01:54 min

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Flachbildfernseher liefern brillante Bilder und sehen schick aus. Sie klingen aber meist furchtbar. In den Geräten ist in der Regel schlicht zu wenig Platz für gute Lautsprecher, die einen ausgewogenen Klang und guten Bass liefern. Das Problem sollen Soundbars oder auch Sounddecks lösen. Schon einfachere Modelle für ab 100 Euro können den Klang hörbar verbessern.

Riegel- oder Flunderform

Soundbars sind vereinfacht gesagt Lautsprecher in Stabform – "Bar" steht im Englischen für "Stab" –, die direkt vor den Fernseher gestellt oder an der Wand unter das Gerät gehängt werden. Die Soundbar wird über ein HDMI-Kabel an den Fernseher angeschlossen und ersetzt im Betrieb dessen Lautsprecher. Genauso funktionieren Sounddecks: Da wird der Fernseher einfach auf die extrem flachen Geräte gestellt. "In der Regel reichen schon Geräte ab 100 Euro und man hat einen besseren Sound als man über die im Fernseher verbauten Lautsprecher bekommt. Für eine Soundbar mit richtig wohlklingendem Sound muss ich dann etwa 250 Euro ausgeben", sagt Sven Hansen vom Computermagazin c’t. Einfache Erklärung: Die schmalen Riegel haben mehr Membranfläche zur Verfügung als jeder Flachbildfernseher.

Auch mit extra Bass

Einige Hersteller bieten Soundbars oder -decks mit einer zusätzlichen Bassbox an. "Die sind etwas für Leute, die sagen: Ich möchte, dass bei einem Actionfilm das Sofa wackelt", sagt unser Experte. Integriere der Hersteller die Bassbox in die Soundbar, werde die allerdings deutlich wuchtiger. Bei einer geteilten Lösung dagegen könne die Bassbox frei im Raum aufgestellt werden. Die wird meist per Funk mit der Soundbar verbunden. Störende Kabel gibt es also in der Regel nicht. Dabei komme es gar nicht drauf an, wo die Box stehe: "Das menschliche Gehör kann den Bass nicht so richtig gut orten", sagt Sven Hansen. „Bass ist mehr ein Gefühl als ein Geräusch, und damit können Sie die Bassbox sogar unter die Couch packen. Sie ist bei vielen Herstellern auch flach genug dafür“, sagt Andreas Nolde vom Verbraucher- und Technikportal CHIP Online. Beim Aufstellen von Bassbox und auch Soundbar ist einzig der Untergrund wichtig. "Da gilt wie bei allen Lautsprechern: Es sollte nichts mitschwingen oder mitscheppern und dann kann es auch schon losgehen", sagt c’t-Experte Hansen.

„Explosion hinten, Motorgeräusch links vorn, Pistolenschuss rechts…“

Eine Heimkino-Anlage im Wohnzimmer.
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Für viele Filmfans ist wichtig, dass auch zu Hause die Filmgeräusche wie im Kinosaal von allen Seiten angeliefert werden. Nur so stellt sich das Gefühl ein, mitten im Geschehen zu sitzen. Dieses Raumklang-Gefühl versuchen auch einige Hersteller der schmalen Soundbars zu vermitteln und setzen dafür auf Technik-Tricks. "Die Hersteller arbeiten beispielsweise mit Projektionstechniken. In einer Soundbar sind mehrere Lautsprecher, die in verschiedene Richtungen abstrahlen und da wird dann etwa auch die Zimmerdecke als Bande benutzt", sagt Sven Hansen. So könnten die Soundbars tatsächlich Klangereignisse an verschiedenen Positionen im Raum entstehen lassen. Das funktioniere allerdings in der Praxis nicht immer perfekt: „Die wenigsten Leute sitzen in einem perfekten, symmetrischen Raum. Meist gibt es noch Vorhänge oder andere Sachen, die den Schall ablenken oder schlucken“, sagt Sven Hansen. "Das klingt ganz nett, was bei den Soundbars da an Raumklang erzeugt wird. Es ist aber kein Ersatz für eine echte 5.1- oder 7.1-Heimkino-Anlage mit mehreren Boxen, die man dann im Zimmer verteilt", sagt Andreas Nolde.

Abstimmung über den HDMI-Anschluss

Der Fernseher zeigt das Bild, die Soundbar übernimmt den Ton und beide Geräte werden über eine Fernsehbedienung gesteuert. Dieses Zusammenspiel klappt bei aktuellen Modellen in der Regel problemlos, weil die Hersteller geräteübergreifend auf den Standard "Consumer Electronics Control" (kurz: CEC) setzen. Dabei werden verschiedene Geräte über ein HDMI-Kabel verbunden und dann gemeinsam gesteuert. "Dann geht etwa auch der Fernseher automatisch an, wenn ich die Soundbar anschalte. Oder der Lautsprecher vom TV übernimmt, wenn ich die Soundbar ausschalte", sagt unser Experte. Neben CEC-Standard und HDMI-Anschluss können Käufer noch auf zusätzliche Anschlussmöglichkeiten an der Soundbar achten. "Oftmals klingen die Soundbars schon so gut, dass ich gar keine extra Stereoanlage im Wohnzimmer mehr brauche. Und da wäre es gut, wenn die noch weitere Anschlüsse für den CD-Spieler oder das Handy hat".

„Bitte auf ZDF umschalten!“

Inzwischen bieten einige Hersteller auch so genannte „smarte“ Soundbars oder –decks an. Solche Geräte kosten ab 300 bis 400 Euro aufwärts und lassen sich wie die bekannten "Amazon Echo"- oder "Google Home"-Boxen über Spracheingabe steuern. Die Soundbars sind zudem mit dem Internet verbunden und können so den Fernseher auch mit Musik- oder Filminhalten aus dem Web versorgen. "Da geht’s halt darum, dass ich nur noch ein Gerät und nicht zwei im Raum stehen habe – also Soundbar und noch einen smarten Lautsprecher" sagt Sven Hansen. Über die smarte Soundbar könne dann auch der Fernseher via Spracheingabe gesteuert werden. "Da kann ich dann einfach sagen: Ich möchte ZDF oder ARD oder RTL 2 haben", sagt unser Experte.

Fazit

Selbst preiswerte Soundbars für einhundert Euro aufwärts können den schlechten Klang vieler Flachbildfernseher schon deutlich verbessern. Die Technik ist ausgereift und damit können auch Laien beim Kauf nicht viel falsch machen. Sie sollten aber auf die Zusatzausstattung der Geräte achten: Wichtig sind etwa zusätzliche Anschlüsse für weitere Musiklieferanten. Einige Modelle kommen mit zusätzlichen Bassboxen, die dann frei im Raum aufgestellt werden können. Wirklichen Raumklang können die Soundbars in der Praxis je nach Wohnzimmer nicht immer liefern. Filmfans müssen dafür auf in der Regel teurere Heimkino-Anlagen ausweichen. Smarte Soundbars kosten deutlich mehr, sparen dafür aber die Anschaffung von Alexa und Co.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 29. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2018, 02:10 Uhr

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