Quicktipp: Grillsaison Was darf ein guter Grill kosten?

Grillen wie die Profis 2 min
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MDR JUMP Mo 24.07.2017 02:10Uhr 02:06 min

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Wer Grillen will hat, die Qual der Wahl: Zwischen dem Einmalgrill mit Holzkohlefüllung für 3,45 Euro bis zum fünfflammigen Gasgrill mit Backplatte und Bratspieß für mehr als 1.000 Euro gibt es eine große Auswahl an Geräten. Da stellt sich die Frage, was einen guten Grill ausmacht, und wie viel der kosten darf. Grundsätzlich sollte sich jeder Grillwillige zunächst die Frage stellen, womit er sein Grillgut erhitzen möchte. Hier gibt es im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten.

Mit Kohle

Holzkohlegrills sind die Klassiker unter den Grillgeräten. Während die billigsten Modelle klein nur für den einmaligen Gebrauch gedacht sind, lässt sich auf dem einfachen Trichtergrill aus dem Baumarkt (ab ca. 40 Euro) schon mal eine Wurst mehr grillen.

Glühende Grillkohle unter dem Grillrost
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Mehr Möglichkeiten bietet ein Grill mit Deckel. Laut Nick Polzin von der Grill-Akademie Magdeburg liegt hier nämlich der entscheidende Unterschied vom einfachen zum anspruchsvollen Brutzeln. Denn mit dem Deckel ist indirektes Grillen möglich. Dazu wird das Grillgut auf eine Stelle gelegt, unter der sich keine Glut befindet. Wenn dann der Deckel draufkommt, bleibt die Hitze im Grill und es wird gegart.

Bei einigen Modellen besteht zudem die Möglichkeit, weitere Einsätze wie etwa einen Steakrost oder einen Pizzastein zu integrieren. Deckelgrills sind schon ab 35 Euro zu haben. Markenmodelle mit Rollen an den Füßen und Thermometer im Deckel kosten dagegen schon mal um die 200 Euro.

Wer häufig eine größere Gruppe mit Grillgut zu versorgen hat, sollte sich für Grills mit größerem Durchmesser oder für einen Holzkohle-Grillwagen entscheiden. Auf letzteren passen reichlich Würste und Steaks. Auch hier ist man in der preiswertesten Version mit ca. 50. Euro dabei. Geräte mit Markennamen kosten ab 200 Euro aufwärts. Grillexperte Nick Polzin hat dafür einen Rat: "Wichtig ist, dass man auf die Materialstärke achtet. Je dicker nämlich das Blech, aus dem der Grill gefertigt ist, desto besser kann er die Hitze halten." 

Richtig spannend wird das Grillen mit Holzkohle, wenn man sich einen sogenannten Smoker zulegt, denn damit ist direktes und indirektes Grillen, Räuchern und Kochen möglich. Der Einstiegspreis liegt hier bei rund 150 Euro. Optisch ansprechender und länger haltbar sind teurere Smoker. Die Preisspanne reicht hier bis 800 Euro.

Mit Gas

Würste auf einem Gasgrill
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Gasgrills sind sofort auf Temperatur und machen daher keine Probleme, wenn Gäste etwas später kommen und man nochmal etwas nachgrillen muss. Außerdem machen sie keine Asche, kaum Ruß und lassen sich einfach reinigen. Gasgrills finden immer mehr Fans. Neben den genannten Vorteilen, bieten die Geräte weitere Möglichkeiten wie direktes und indirektes Grillen, getrennte Platten, Grillen auf Gusseisen, Grillen am Drehspieß oder Kochen. Gute Modelle gibt es ab 300 Euro. Sie schneiden übrigens in einem Test der Stiftung Warentest nicht schlechter ab als Modelle für ca. 600 Euro. Die teureren Gasgrills bieten aber meist mehr Grillplatten und eine größere Heizleistung. 

Mit Strom

Steaks auf einem Elektrogrill
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Elektrogrills sind nicht urig, aber praktisch. Sie sind schnell auf Betriebstemperatur und die ist auch bei einfachen Modellen meist stufenlos einstellbar. Beim Elektrogrillen entsteht zudem kaum Rauch, was der Nachbarschaft gefallen dürfte. Mit rund 30 Euro ist man bei einem einfachen Tischgrill dabei. Wer viele Leute beköstigen möchte, der muss Zeit einrechnen, denn die elektrische Grillerei geht ein wenig langsamer vonstatten als das Grillen mit Holzkohle oder Gas. Markenprodukte ab 200 Euro warten mit Deckel und zusätzlichen Arbeitstischen auf, haben etwas mehr Power und sind optisch nicht von anderen Grills zu unterscheiden. 

Fazit

Vor dem Kauf sollte sich jeder fragen, wie oft der Grill wirklich benutzt werden soll, für wie viele Leute und ob er evtl. den ganzen Sommer über im Freien steht. Denn Billigprodukte und auch gerade die Eigenmarken von Baumärkten bieten in Ausstattung und Funktionen ähnliche Möglichkeiten, wie die Markenhersteller. Dabei kosten sie meist nicht mal die Hälfte. Dafür sind aber die Markenprodukte besser verarbeitet, aus hochwertigerem Material und dadurch haltbarer.

Grillt man also nur ab und zu in kleiner Runde, und dann auch nur das Standardprogramm, dann ist man mit einem Grill für 50 bis 100 Euro bestens bedient. Wer sich öfter ans Feuer stellt und seine zahlreichen Freunde mit saftig gegartem Fisch und frisch Gesottenem vom Drehspieß verwöhnen möchte, der sollte nicht unter 300 Euro ins "Grillgeschäft" einsteigen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 25.07.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2017, 02:10 Uhr