Smarte Rauchmelder – wie sinnvoll sind die modernen Geräte?

Rund 350 Menschen sterben pro Jahr durch Feuer in der Wohnung. Rauchmelder können das verhindern. Die Stiftung Warentests hat aktuelle Modelle geprüft – bei uns erfährst du die Ergebnisse und wichtige Tipps zur Anwendung.

Darum braucht jeder einen Rauchmelder

Das Fiese am Feuer: Die meisten Menschen sterben nicht durch die Flammen selbst, sondern den giftigen Rauch. Und das besonders nachts, denn im Schlaf ist unser Geruchssinn praktisch ausgeschaltet. Es reichen aber schon drei Atemzüge voll Qualm und Kohlenmonoxid, um bewusstlos zu werden.

Wichtig: Unser Sehen und Hören sind nachts nicht ausgeschaltet. Deswegen können Rauchmelder durch ihr lautes Piepsen Leben retten. Für gehörlose oder schwerhörige Menschen gibt es spezielle Melder mit grellen Lichtblitzen und /oder Vibration. Ihre Anschaffung wird oft von den Krankenkassen unterstützt

Melder sind (fast) überall Pflicht

Bisher war es ein ziemliches Durcheinander, wo und ab wann man einen Rauchmelder installieren muss. Seit dem 1.1.2021 gilt nun in fast ganz Deutschland: Rauchmelder gehören in alle neuen, sanierten/umgebauten und alle sogenannten Bestandsbauten. Laut aktueller Gesetzeslage müssen sie in allen Schlaf- und Kinderzimmern und den Räumen, die dorthin führen, installiert sein. Einzige Ausnahme ist der Freistaat Sachsen: Hier müssen in alten Häusern und Wohnungen keine Rauchmelder installiert werden. Dazu zählen auch Häuser und Wohnungen, die nur so saniert wurden, dass dafür kein Bauantrag gestellt werden musste.

Wer einbauen und wer bezahlen muss

Rauchmelder
Bildrechte: Colourbox.de

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, es gilt aber meist der Grundsatz: Der Eigentümer ist für Einbau und Wartung zuständig. Die Kosten können auf den Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung umgelegt werden. Wichtig in Sachsen: Mieter sollten mit dem Vermieter unbedingt klären, dass in der Wohnung Rauchmelder installiert werden. Macht er das nicht, mach Du es selbst- 60 Euro für Schlaf-, Kinderzimmer und Flur sind jedes Leben wert und Einbau plus Wartung bekommst du ohne Hilfe hin.

Welchen Rauchmelder du brauchst

Du hast drei grundsätzliche Möglichkeiten:

Der Standard-Rauchmelder - ist genau richtig für eine normale Wohnung. Er wird an der Zimmerdecke möglichst in der Mitte installiert und meldet sich, wenn es qualmt oder seine Batterie dem Ende entgegen geht mit lautem Piepton. Für rund fünf Euro gibt es ganz preiswerte Modelle, mit einem entscheidenden Nachteil: Die nötige 9 Volt Batterie kostet gut zwei Euro und muss fast jährlich gewechselt werden. Das nervt und wenn du gerade mal keinen neue Batterie zur Hand hast, bist du auch vorerst nicht geschützt.

Deswegen hat die Stiftung Warentest aktuell auch nur Melder mit einer Batterielebensdauer von mindestens zehn Jahren getestet. Die kosten ab knapp 20 Euro, dafür hast du aber jahrelang Sicherheit. Die Stiftung Warentest warnt  vor Billigangeboten: "Die versprechen ebenfalls zehn Jahre, meinen aber nicht die Batterie-, sondern die Gesamtlebensdauer des Gerätes."

Der funkvernetzte Rauchmelder - ist besonders für große, weitläufige Wohnungen und Häuser geeignet. So bekommst du frühzeitig mit, wenn es in einem abgelegenen Zimmer brennt. Im Melder aktivierst du ein kleines Funkmodul, so sind alle installierten Geräte verbunden und piepen auch alle gleichzeitig, wenn eins vor rauch warnt. Allerdings auch, wenn bei nur einem die Batterie runter ist. Kostenpunkt ab rund 80 Euro. Wichtig bei Funkrauchmeldern: "Sie nutzen kein WLAN. So besteht auch keine Gefahr, dass Daten über das Internet abgegriffen werden können", so die Stiftung Warentest.

Der smarte Rauchmelder - ist mit anderen Meldern oder/und einer Steuerzentrale sowie einer passenden App verbunden. Du kannst die Batterieüberprüfung und einen Probealarm vom Handy aus steuern. Im Ernstfall werden du oder die Feuerwehr auch gewarnt, wenn niemand zuhause ist. Vorsicht: In einem Test aus dem Jahr 2018 bemängelte die Stiftung Warentest, dass smarte Melder bei vergeblichen Log-in Versuchen viel Batterieleistung verschwenden. Manche haben im Ernstfall nicht mehr gewarnt.

Die Testergebnisse

Die fünf Testsieger bei den Einzelgeräten kommen von Abus, Busch-Jaeger, Cavius, Ei Electronics und Hekatron. Sie kosten von rund 19 Euro bis knapp 30 Euro. Von Busch Jaeger, Ei Electronics und Hekatron wurden auch funkvernetzte Melder getestet: Alle waren nahezu gleich gut und kosteten zwischen 68 und 85 Euro. Von den 17 getesteten Rauchmeldern bekam nur der PX-1 von Pyrexx ein Mangelhaft. "Er alarmiert zu spät, erkennt einen Brand zu langsam - erst wenn der Rauch schon dicht ist", kritisieren die Tester.

Fazit

Rauchmelder sind in jeder Wohnung ein Muss, egal, was das Gesetz vorschreibt. Am einfachsten und langfristig zuverlässigsten sind Standard- oder funkvernetzte Rauchmelder. In der Regel müssen sie einmal im Monat per Knopfdruck überprüft werden, nach spätestens 10 Jahren gehören sie komplett ausgetauscht.  Die raucherkennenden Sensoren  könnten dann verschmutzt sein. Greif nicht zum Billigprodukt, du musst nur dauernd Batterien wechseln. Ein festverbauter Ionenakku hält bis zu 10 Jahre.  Nahezu alle Geräte von Markenherstellern funktionieren ohne Probleme. Achte beim Kauf darauf, dass der Hersteller eine Nutzungsgarantie auch für die Batterie für 10 Jahre vergibt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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