Fenster putzen: So klappt es schnell und streifenfrei

20.03.2019 | 02:10 Uhr

Fenster werden geputzt. 1 min
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Umschau-Quicktipp Fenster putzen

Fenster putzen

MDR JUMP Mi 20.03.2019 02:10Uhr 01:05 min

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Saubere Fenster gehören zum gründlichen Frühjahrsputz dazu. Doch nur den wenigsten macht Fensterputzen Spaß, und trotz aller Mühe bleiben oft an den Scheiben hässliche Schlieren. Fenstersauger und Putzroboter sollen die Arbeit erleichtern, aber auch per Hand kann sich mit der richtigen Methode jeder über streifenfreie, saubere Fenster freuen.

Noch vor den Scheiben: Als erstes sind die Rahmen dran

Bevor es an die Fensterscheiben geht, sollten zunächst Fensterbänke und Rahmen von grobem Dreck befreit werden. Sie sind starker Verschmutzung ausgesetzt: Von außen durch Insekten, Pollen und Straßenschmutz beispielsweise, von innen durch Staub, Handabdrücke, Küchendämpfe oder eventuell auch Zigarettenrauch. Der grobe Schmutz sollte deshalb mit Wasser abgewaschen werden. Holzfensterrahmen benötigen zudem eine spezielle Pflege, die sie vor Verwitterung schützt. Für die Innenseite kann Möbelpolitur verwendet werden, für die Außenseite finden sich im Baumarkt entsprechende Holzlasuren. Sind hartnäckige Flecken auf Kunststoffrahmen zu sehen, können ein Putzschwamm, Schmutzradierer oder Putzstein helfen. Wichtig ist, dass die Reinigungsutensilien auch für Glas geeignet sind, damit nichts zerkratzt. Kunststoffrahmen müssen generell häufiger gereinigt werden als Holzrahmen. Sie sind elektrostatisch aufgeladen und ziehen so Staub an.

Der richtige Zusatz: Klare Scheiben ohne Spezialreiniger

Wenn der Rahmen sauber ist, geht es ans Scheibenputzen. Spezielle Glasreiniger sind nicht nötig. Vielmehr empfehlen Experten eine Mischung aus 5 Liter Wasser mit einem Schuss Spiritus. Das Wasser sollte nur lauwarm und nicht zu heiß sein, denn das begünstigt das Bilden von Schlieren. Wer andere Reinigungsmittel verwenden will, sollte sie sparsam dosieren und erst nachträglich ins lauwarme Wasser einfüllen, um zu viel Schaumbildung zu vermeiden. Auch das könnte sonst wieder zu lästigen Rückständen auf dem Glas führen. Übrigens: Als Geheimtipp gegen Nikotinschleier gilt Salmiak-Geist im Wasser. Das ist eine 10%-ige Ammoniaklösung, die es beispielsweise im Baumarkt zu kaufen gibt.

Auf die Technik kommt es an

Zunächst sollten die Scheiben nass gereinigt werden, und zwar von oben nach unten in schlangenförmigen Bewegungen. Ein einfacher Schwamm oder Lappen reicht dafür aus. Anschließend, wenn das Fenster sauber ist, muss die Scheibe trocken poliert werden. Dafür eignen sich ein Fensterleder, ein einfaches, fusselfreies Tuch, ein Mikrofasertuch oder Küchenpapier. Mit welchem Tuch man die besten Ergebnisse erzielt, ist individuell unterschiedlich und muss ausprobiert werden. Vorsicht jedoch vor Zeitungspapier: Wenn es nicht ganz sauber ist, kann es die Scheibe zerkratzen, außerdem sorgt die Druckerschwärze für hässliche Spuren auf Rahmen und Fensterbank – und auch den Händen.

Eine Frau putzt mit einem Wischer ein Fenster
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Professionelle Fensterreiniger benutzen meist einen Abzieher mit fester Gummilippe: Bei ihrer Technik wird das nasse Fenster vom oberen Eck immer waagerecht bahnenweise abgezogen – nicht von oben nach unten, denn dabei entstehen Streifen. Zwischendurch wird die Gummilippe mit einem Tuch abgetrocknet. Bahn für Bahn wird so das Fenster trocken. Anschließend werden mit einem Tuch noch die Ränder trocken gewischt.

Elektrische Helfer: Das können Fenstersauger und Roboter

Fenstersauger

  • Kostenpunkt: ab 35 Euro

So funktioniert es: Die Geräte ähneln herkömmlichen Abziehern mit Gummilippe, saugen aber zusätzlich noch das Schmutzwasser in einen Wassertank. Etwas aufwendigere Geräte haben einen weiteren Tank für Frischwasser an Bord, mit dem die Scheiben vorgereinigt werden können. Der Akku der Geräte hält in der Regel eine halbe Stunde durch, bevor er wieder in die Ladestation muss.

In Tests von Elektronikmagazinen wurde gezeigt: Die meisten Geräte reinigen tatsächlich streifenfrei, lediglich am Rand muss ab und zu nachgearbeitet und die Rahmen mit einem Mikrofasertuch getrocknet werden. Die Hersteller behaupten zudem, ein geringerer körperlicher Einsatz sei nötig und man sei mit der Fensterreinigung schneller fertig. Sinnvoll ist der Einsatz von Fenstersaugern vor allem in Räumen, die saugstarke Teppichböden oder hochwertiges Parkett haben, da anders als bei der Reinigung mit Eimer und Lappen nichts heruntertropft. Schwierig wird die Reinigung des unteren Teils bodentiefer Fenster, da mit den Geräten aufgrund ihrer Form der untere Rand nicht erreicht werden kann. Auch für Fenster mit eingebauten Fensterkreuzen können Fenstersauger ungeeignet sein. Extrem verschmutzte Fenster müssen beim Einsatz von Fenstersaugern vorgereinigt werden.

Saugroboter

  • Kostenpunkt: ab 170 Euro

So funktioniert es: Die Roboter werden mit einem Reinigungsbelag geliefert, der eingesetzt und mit der ebenfalls mitgelieferten Reinigungsflüssigkeit besprüht wird. Dann setzt man den Roboter auf die Scheibe. Er hält sich durch einen selbsterzeugten Unterdruck dort fest und beginnt mit dem Putzen. Vor Gebrauch muss der Akku geladen werden, das dauert in der Regel etwa zwei Stunden. Manche Geräte funktionieren auch mit direktem Stromanschluss und haben den Akku nur für den Notfall.

Kritikpunkte bei der Leistung der Roboter sind immer wieder die Fensterecken und -kanten, denn die erreichen die Roboter nicht. Hier ist also Nacharbeit gefragt. Bei starken Verschmutzungen brauchen die kleinen Automaten Unterstützung von Menschenhand durch Vorputzen. Auch sind die Roboter recht langsam und müssen von Hand umgesetzt werden. Das ist besonders bei mehrfach unterteilten Altbaufenstern unpraktisch. An schrägen Dachfenstern kann der Roboter gar nicht eingesetzt werden, da der Unterdruck für ein Haften an der Schräge nicht ausreicht. Der Einsatz solcher Geräte lohnt sich derzeit also vor allem bei sehr großen Fensterflächen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. März 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 02:10 Uhr

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