Was können Saug-Wischroboter und worauf sollte man beim Kauf achten

22.01.2020 | 02:10 Uhr

Saug-Wisch-Roboter 1 min
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MDR JUMP Mi 22.01.2020 02:10Uhr 01:18 min

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Wie funktionieren Saug-Wischroboter?

Saug-Wischroboter sind die eierlegende Wollmilchsau unter den Reinigungsgeräten - so zumindest der Plan. Sie verfügen jeweils über einen Wasser- und einen Staubtank. Im Normalfall saugen sie zunächst die gewünschte Fläche mit Bürsten und Saugdüse. Dann wird aus dem Wassertank das auf der Unterseite befestigte Reinigungspad befeuchtet, und der Roboter macht sich nochmal auf den Weg: zum feucht Durchwischen. Manche Geräte haben eine Wasserdüse an der Front, mit der sie den Boden extra befeuchten können. Ihren Weg finden die preiswertesten Geräte durch chaotisches Herumfahren. Per Zufallsprinzip soll so nach und nach die ganze Fläche abgearbeitet werden. Teure und intelligentere Geräte lassen sich programmieren, per App steuern oder fertigen mithilfe ihrer Sensoren eine eigene Karte vom zu reinigenden Raum an. Sie legen Protokoll an über Flächen die schon gereinigt wurden, Reinigungsintervalle oder Reinigungsdauer. Bei manchen Geräten kann der Besitzer per App und dank eingebauter Kameras live bei der Reinigung zuschauen.

Was sagt die Stiftung Warentest?

Schon im März 2019 hatte die Stiftung Warentest reine Saugroboter unter die Lupe genommen und dabei nur zweimal das Urteil "gut" vergeben. Hauptkritikpunkt bei den reinen Saugern: Sie haben einfach nicht ansatzweise die Saugleistung eines herkömmlichen Handstaubsaugers. Beim aktuellen Test von 5 Kombigeräten, also Saug-Wisch-Robotern, und zwei reinen Wischrobotern sah es nicht besser aus. Das Ergebnis auch diesmal: eher enttäuschend. Kein Gerät erreichte eine Bewertung "gut". Testsieger mit gerade mal "befriedigend" waren bei den Kombigeräten der Ecovacs Deebot Ozmo 930 für 380 Euro und der Xiaomi Roborock S6 für 515 Euro. Die Geräte saugen auf Hartböden ganz passabel und können auch leichte Verschmutzungen befriedigend entfernen. Sie scheitern aber schon an einem eingetrockneten Senffleck. Der Testverlierer Proscenic 790T für 279 Euro ist ebenfalls schwach beim Wischen und bläst dazu noch relativ viel aufgesaugten Staub wieder aus. Seine Gesamtnote: ausreichend. Auch die beiden reinen Wischroboter iRobot Braava jet m6 für 665 Euro und Moneual Everybot RS700 für 197 Euro  bekamen nur ein "befriedigend". Sie wischen dank Sprühdüse beziehungsweise programmierbarer Spotfunktion für wiederholtes Wischen auf besonders beanspruchten Flächen besser als die Kombigeräte. An die Arbeit mit einem Handmopp kommen sie aber längst nicht heran. Fazit von Stiftung Warentest: Wer einen guten Saug-Wischroboter will, muss auf bessere Geräte in der Zukunft warten.  

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Soll es trotzdem jetzt schon ein solches Gerät sein, ist es wichtig, vor dem Kauf zu klären, für welche Räume er genutzt werden soll. Soll er sein Werk nur am Tag oder auch in der Nacht verrichten? Dann braucht er nämlich wirklich verlässliche Sensoren, um selbstständig wieder in die Ladestation zu finden und im Dunkeln keine Hindernisse und Absturzmöglichkeiten zu übersehen.

Aktuelle Geräte haben maximal bis zu 500 Milliliter Volumen im Wassertank. Das reicht oft nur für Flächen von 30 bis 40 Quadratmetern, bei manchen Geräten ist der Tank schon nach 10 Minuten leer. Und alle Geräte müssen per Hand nachgefüllt und das Reinigungspad gewechselt werden. Akku- und Putzleistung müssen also zum Raum passen. Gleiches gilt für die Breite und Höhe der Geräte. Sollen sie auch unter Möbeln und hinter die Couch kommen, muss ein möglichst kleines Modell her. Schwellen und Kanten bis zu 1,5 Zentimeter stellen für die meisten Geräte kein Problem dar, darüber wird’s schwierig. Wer den Roboter vor allem Nachts arbeiten lassen will oder in der Nähe der Nachbarwohnung, sollte auf die Lautstärke achten, die das gerät verursacht. Schließlich summen und brummen die kleinen Helfer bis zu zwei Stunden am Stück durch die Gegend.

Wie intelligent muss er sein?

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Je mehr Sensoren und Funktionen verbaut sind, desto besser kommt der Roboter in der Regel allein zurecht. Bei hochwertigen Geräten helfen Infrarotsensoren um sich im Dunkeln zu orientieren. Sie fertigen auch einen Lageplan der Wohnung an und wissen, wann sie wo reinigen müssen und wo sie schon waren. Das ist besonders bei großen Flächen wichtig, spart intelligentes Vorgehen hier doch Zeit und damit Akkuleistung.

Preislich günstigere Modelle fahren im selben Modus alle Flächen ab, was liegen bleibt, bleibt liegen. Und manche bleiben gar stehen, wenn der Akku leer ist. Sie merken auch nicht, wenn Schmutz liegen bleibt. Bessere Geräte haben Schmutzsensoren und merken, wenn noch Schmutz da ist. Sie schalten dann in den erwähnten Spotmodus, fahren also den betreffenden Quadratmeter nochmal ab. Allerdings machen diese Modelle das jeweils nur einmal, was dann noch liegen bleibt, das erfassen auch die teuren Roboter nicht. Fast alle Geräte lassen sich per App steuern.

Was kosten die Geräte und die Austauschprodukte?

Gute Saugroboter sind ab rund 600 Euro zu haben, ein halbwegs akzeptables Kombigerät für zirka 400 Euro. Beim Kauf ist aber unbedingt darauf zu achten, was der Hersteller für Austausch-Wischtücher oder -Staubbürsten verlangt. Da kann ein Dreierpack Wischpads schnell mal 40 Euro kosten. Wohlgemerkt werden die Pads vom Roboter nicht gereinigt oder ausgewrungen. Alles was sie auf ihrer Tour aufsammeln, bleibt in ihnen kleben oder hängen. So müssen sie relativ häufig getauscht werden. Die Zusatzprodukte sind also ungleich teurer als Staubbeutel von herkömmlichen Staubsaugern oder gar ein einfacher Wischmopp.  

Wer braucht also einen Saug-Wisch-Roboter?

Ginge es nach den Herstellern, dann fast jeder Haushalt. Doch der Nutzwert überzeugt nicht jeden. Tatsächlich hinken die Saug-Wischroboter bei Saug- und Wischleistung in jeder Beziehung einer Handreinigung hinterher. Wer häufig nur mal drüber wischen lassen möchte, ohne auf eine gründliche Reinigung zu bestehen und wer sich an einer mitunter stundenlangen Geräuschkulisse von 60 Dezibel (Rasenmäher 10 Meter entfernt) nicht stört, für den sind Saug-Wisch-Roboter gute Putzhelfer. Wer allerdings auf Gründlichkeit Wert legt, wird es mit diesen Geräten schwer haben. Denn sie sind zum häufigen selbstständigen Reinigen vor allem von harten Böden in klar strukturierten Räumen geeignet. In Räumen mit Teppichen, Ecken, Kanten und Möbeln haben die Geräte aber Schwierigkeiten. Handarbeit ist den Robotern also in Sachen Wischen und Saugen weit überlegen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 22. Januar 2020 | 10:45 Uhr

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