Schlüssel weg: So erkennst du gute Schlüsseldienste

Es geht so schnell und ist so ärgerlich: Irgendwo auf dem Heimweg hat man den Schlüssel verloren, oder ein Dieb hat ihn aus der Handtasche gestohlen. In solchen Fällen sollten Mieter schnell reagieren, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Mann lässt seinen Schlüssel auf einer Bank liegen 1 min
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MDR JUMP Fr 08.01.2021 10:45Uhr 01:11 min

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Maximal 100 Euro für den Nachtschlüsseldienst

Wer keinen Zweitschlüssel dabei oder einen weiteren Schlüssel beim Nachbarn deponiert hat, hat keine Wahl: Der Schlüsseldienst muss kommen. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor schwarzen Schafen unter den Diensten. Sie haben daher eine Art Leitfaden zusammengestellt und dafür auch Preise erfragt. So kostet etwa die Türöffnung an einem Feiertag in Sachsen-Anhalt im Schnitt 90 Euro, in Sachsen und Thüringen um die 100 Euro. Deutlich mehr sollte der Schlüsseldienst auch nicht kosten. Trotz der Notsituation sollte man einen kühlen Kopf bewahren und nach einem Festpreis fragen, in dem auch schon der Nacht- und Feiertagszuschlag enthalten ist. Auch wenn der Schlüsseldienst nach der Arbeit Druck macht und mehr verlangt, sollten Verbraucher nicht mehr zahlen. Viele Firmen verlangen zwar eine sofortige Barzahlung. Das ist aber keine gesetzliche Pflicht. Auf Wunsch kann auch eine Rechnung nach sorgfältiger Prüfung später bezahlt werden.

Sofort Bescheid geben

Geht ein Schlüssel verloren, müssen sofort der Vermieter oder bei einem Firmenschlüssel der Arbeitgeber informiert werden. Sonst handelt man fahrlässig und muss zahlen, wenn es Schäden gibt, sagen unsere Experten. Sie raten zudem, immer die Polizei zu informieren. Dabei sei egal, ob die Schlüssel gestohlen oder nur verloren wurden. Der Grund: Wenn jemand die Schlüssel findet und die Wohnung ausräumt, hat man sonst möglicherweise ein Problem. So haben sich bereits Hausratversicherer geweigert, bei Fahrlässigkeit der Mieter zu zahlen. Im konkreten Fall hatte der Mann den Schlüssel in der Umkleide liegen lassen.

Schlüssel nicht einfach nachmachen

Für viele Wohnungen gibt es gleich drei oder vier Schlüssel. Geht einer davon verloren, lassen Mieter den häufig einfach nachmachen. Aber: Wenn das rauskommt, kann es Ärger geben. Denn man verstößt dann gegen Vorschriften aus dem Mietvertrag und der Vermieter könnte Schadenersatz fordern. Vor allem bei Schließanlagen mit einem Schlüssel für Haustür, Keller und Wohnungstür ist diese Gefahr groß. Auch bei Firmenschlüsseln sollten Arbeiter und Angestellte verloren gegangene Exemplare nicht einfach nachmachen lassen.

Teurer Austausch von Schließanlage

Für Mieter oder auch Firmenangestellte kann es richtig teuer werden, wenn sie einen Schlüssel für eine Schließanlage verlieren. Das kostet im Extremfall bis zu 10.000 Euro. Wenn der Mieter fahrlässig handelt, muss er den Austausch auch zahlen. Also etwa wenn er den Schlüsselbund auf dem Beifahrersitz liegen lässt. In solchen Fällen müsse aber immer noch eine so genannte Missbrauchsgefahr zum eigentlichen Verlust dazu kommen. Heißt: Wenn die Adresse am Bund dran ist oder der Personalausweis mit gestohlen wird, kann der Dieb möglicherweise sofort in die Wohnung oder das Haus eindringen. In solchen Fällen dürfe die Anlage auf Kosten des Mieters gleich komplett getauscht werden. Wer dagegen bestohlen oder ausgeraubt wird, handelt nicht fahrlässig. In solchen Fällen muss der Vermieter den Tausch der Schließanlage übernehmen.

Versicherung trägt Austauschkosten

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Unsere Experten raten dazu, in der Haftpflichtversicherung einen möglichen teuren Schlüsselverlust mit abzusichern. Manche Policen decken das ab. Wenn nicht, sollten Mieter und auch Firmenangestellte mit Schlüssel eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen. Oder den Schutz mit in die Haftpflicht aufnehmen lassen. Vermieter müssten übrigens darauf hinweisen, wenn ein Haus mit einer Schließanlage ausgerüstet sei. Sonst können sich Mieter nicht ausreichend vor möglichen hohen Kosten bei Verlust schützen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Januar 2021 | 10:45 Uhr

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