Lästigen Schnupfen loswerden

29.01.2019 | 02:10 Uhr

Junges Mädchen putzt sich die Nase. 1 min
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MDR JUMP Di 29.01.2019 02:10Uhr 01:02 min

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Schnupfen gehört zu den unangenehmen Begleiterscheinungen einer Erkältung. Die Nase juckt und ist zu, das Atmen fällt schwer, man schmeckt und riecht nichts mehr. Ein Schnupfen kann aber auch Zeichen einer Allergie sein und chronisch werden. Wir sagen dir, mit welcher Form man es zu tun hat und wie man den Schnupfen lindert – hier kommen die Tipps dazu.

Was ist Schnupfen?

Bei Schnupfen, lateinisch Rhinitis, ist die Nasenschleimhaut entzündet. Sie wird wund, schwillt an und sondert wässriges oder auch eitriges Sekret ab: Die Nase läuft.

Schnupfenarten und Ursachen

Erkältung

Gesellen sich Mattigkeit, Halsweh, Kopfschmerzen und Husten zum Schnupfen, ist die Ursache in der Regel eine Erkältung. Diese wird in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. Der Schnupfen ist dann ein Symptom der Erkältung und vergeht in der Regel nach ein bis zwei Wochen wieder.

Allergie

Immer mehr Menschen leiden inzwischen an einem allergisch bedingten Schnupfen, auch Heuschnupfen genannt. Dieser wird durch Pollen blühender Bäume oder Gräser ausgelöst und kann inzwischen bis auf die Wintermonate fast das ganze Jahr auftreten - je nach Pflanze, die die entsprechende Allergie auslöst. Beim Heuschnupfen läuft die Nase attackenartig oder dauerhaft. Dazu kommen meist Nasenjucken, tränende Augen und oft auch ein kratziges Gefühl im Gaumen, bei starker Ausprägung auch Atembeschwerden und Hautausschläge.

Hormone

Wenn sich das Gleichgewicht der Hormone im Körper verändert, können die Nasenschleimhäute anschwellen. Ein Beispiel ist der durch den veränderten Östrogenspiegel ausgelöste, sogenannte Schwangerschaftsschnupfen, der meist im letzten Drittel der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt wieder vergeht. Ursache eines hormonell bedingten Schnupfens kann aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion sein.

Medikamente

Atembeschwerden und trockene Nasenschleimhäute können auch Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Dazu gehören z.B. manche Arten der Pille und einige Mittel gegen Bluthochdruck. Tritt ein Schnupfen auf, den man nicht auf eine Erkältung zurückführen kann, hilft es also, den Beipackzettel von Medikamenten zu lesen, die man unter Umständen aktuell einnehmen muss.

Analgetika-Intoleranz

Wenig bekannt ist, dass auch Schmerzmittel zu Schnupfen führen können. Manche Menschen reagieren bereits auf normal hohe Dosen des Wirkstoffes Acetylsalicylsäure (ASS) oder bestimmter Antirheumatika mit Beschwerden wie Schnupfen oder Geruchsstörungen. Von dieser Intoleranz Betroffene leiden häufig parallel an Asthma, Nasenpolypen oder einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine angegriffene Nasenschleimhaut, die die Nase laufen lässt, kann aber auch durch starke Geruchsbelastung (z.B. Meerrettich), Schmutz (z.B. Staub oder Rauch), oder den unsachgemäßen Gebrauch von Nasenspray verursacht werden. Auch von innen kommende Auslöser wie Medikamente, Alkohol, Hormone oder Stress können die Funktion der Nasenschleimhaut beeinflussen. Werden die Ursachen nicht behandelt, kann ein Schnupfen chronisch werden.

Wann muss ich mit meinem Schnupfen zum Arzt?

Ein erkältungsbedingter Schnupfen braucht in der Regel keine ärztliche Behandlung. Plagt einen der Schnupfen aber länger als zwei Wochen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt ebenfalls, wenn der Ausfluss aus der Nase blutig oder grünlich gefärbt ist und sich zusätzlich Fieber, Kopf- oder Gesichtsschmerzen einstellen. Auch wer zusätzlich zum Schnupfen Atembeschwerden hat oder andauernd Husten muss, sollte zu seinem Hausarzt gehen. Kinder, vor allem Säuglinge, sollte man immer von einem Arzt untersuchen lassen, wenn der Schnupfen so stark ist, dass sie Probleme mit dem Atmen oder Trinken haben und natürlich auch, wenn die Kleinen fiebrig werden.

Wie wird der Schnupfen behandelt?

Kräutertee mit Früchten in einem Sieb
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Bei einem erkältungsbedingten Schnupfen geht es in erster Linie darum, die Symptome zu lindern. Hierbei helfen Rotlichtbestrahlungen und Inhalieren. Beim Inhalieren sind Kräuterzusätze sinnvoll. Aber Achtung: Die dabei beliebte Kamille ist nicht geeignet für Kinder, bei Asthma und bei Korbblütler-Allergien. Ebenso sollte Dampfbädern bei Kindern und Asthmatikern kein Eukalyptus zugesetzt werden. Die Einnahme von Bromelain, das sind zwei Enzyme der Ananaspflanze, hilft beim Abschwellen der Atemwegsschleimhäute. Kräutertees wirken beruhigend. Ergänzend helfen Nasenspülungen oder –duschen. Antibiotika werden bei Schnupfen nur eingesetzt, wenn eine bakterielle Infektion vom Labor nachgewiesen wurde. Beim allergischen Schnupfen geht es nicht ohne Medikamente, denn seine Auslöser lassen sich nicht immer vermeiden. Antihistaminika und auch Immuntherapien werden hier von Allergologen eingesetzt, um die Betroffenen möglichst symptomfrei zu halten.

Vorsicht bei Nasensprays!

Abschwellende Nasensprays sind beliebt bei einer laufenden Nase. Sie enthalten sogenannte Sympathomimetika wie Xylometazolin oder Osymetazolin als Wirkstoffe. Treffen die Wirkstoffe auf die Blutgefäße der Nasenschleimhäute, ziehen diese sich zusammen. Dadurch verringert sich die Blutzufuhr und das Gewebe schwillt ab. Die Nase ist wieder frei. Die Anwendung abschwellender Nasensprays sollte auf eine Woche begrenzt werden – das empfehlen Ärzte und so steht es auch im Beipackzettel. Doch daran halten sich viele Nutzer nicht. Werden die Nasensprays jedoch nicht rechtzeitig abgesetzt, können sie abhängig machen.

Eine Frau sprüht sich Nasenspray in die Nase.
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Wendet man abschwellende Nasensprays zu lange an, gewöhnen sich die Schleimhäute an den Wirkstoff. Dadurch kommt es zu einem sogenannten Rückfall-Effekt: Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, schwellen die Nasenschleimhäute stark an. Das wiederum führt dazu, dass Betroffene das Spray wieder einsetzen. Der Dauergebrauch führt zu einem chronischen Schnupfen, der nur durch einen Hub aus dem Nasenspray kurz gelindert wird – Betroffene sind abhängig. Setzen sie dann das Nasenspray ab, kann es zu Erstickungsängsten und Stimmungsschwankungen kommen. Die dauergereizten Schleimhäute können austrocknen und ihre Funktion, Keime abzuwehren, nicht mehr erfüllen. Eine Entwöhnung sollte mit ärztlicher Unterstützung erfolgen. Der Arzt wird zuerst den Grund des ursprünglichen Schnupfens feststellen und behandeln, da bei chronischen Ursachen des Schnupfens sonst eine Rückfallgefahr besteht. Um die Entwöhnung zu erleichtern, empfehlen Ärzte zunächst ein kortisonhaltiges Nasenspray zu nutzen oder zuerst nur bei einem Nasenloch auf das Spray zu verzichten. Die gute Nachricht ist: Hat man die Nasenschleimhaut einmal komplett entwöhnt, erholt sie sich meist vollständig.

Wie kann ich mich vor Schnupfen schützen?

Der beste Schutz vor Schnupfen sind die Stärkung der Immunabwehr und eine immer gut befeuchtete Nasenschleimhaut. Gesunde Ernährung, viel Flüssigkeit, ausreichend Schlaf und Bewegung stärken den Körper und helfen ihm, Krankheitserreger abzuwehren. Umweltbelastungen und Allergene kann man oft nicht umgehen. Aber wer seine Schleimhäute ausreichend feucht hält, unterstützt zumindest die Widerstandskraft.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. Januar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2019, 02:10 Uhr