Was hilft am besten gegen Sonnenbrand?

Wir sind mitten im Hochsommer. Die Sonne scheint intensiv - so sehr, dass gerade hellhäutige Menschen schnell einen Sonnenbrand kriegen wenn sie nicht aufpassen. Was wirklich gegen Sonnenbrand hilft und wie es erst gar nicht dazu kommt, das klären wir jetzt.

Die Schulter einer jungen Frau pellt sich 1 min
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MDR JUMP Do 06.08.2020 10:45Uhr 00:54 min

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Warum ist Sonnenbrand so gefährlich?

Neben Schmerzen bedeutet jeder Sonnenbrand auch immer eine irreparable Schädigung der Haut. Je häufiger es zu einem Sonnenbrand kommt, desto mehr leidet die Haut. Sie kann davon richtig krank werden. Gemeint ist vor allem der schwarze Hautkrebs, der durch häufige Sonnenbrände entstehen kann. Wird diese Krebsart sehr früh diagnostiziert, kann man den noch oberflächlichen Tumor leicht aus der Haut schneiden. Hat der Krebs aber erstmal über das Lymphsystem Metastasen gestreut, bleiben den Betroffenen trotz Operation und Chemotherapie oft nur noch wenige Monate zum Leben. Jeder Sonnenbrand ist also tatsächlich ein unnötiges Lebensrisiko und nicht etwa eine lustige Anekdote aus dem Urlaub.

Wie beuge ich am besten Sonnenbrand vor?

Am gesündesten ist, wenn es gar nicht erst zu einem Sonnenbrand kommt. Den besten Schutz bietet richtige Kleidung. Diese sollte nicht zu hell sein. Außerdem gehört ein Sonnenhut oder eine Mütze dazu und Sonnencreme, - oder milch. Je nach Hauttyp sollte ein entsprechend hoher Lichtschutzfaktor – idealerweise 50 – und eine ordentlich dicke Schicht aufgetragen werden. Bis zu drei Esslöffel sollten auf dem ganzen Körper verteilt werden. Nach dem Baden oder wenn man viel schwitzt, sollte der Schutz erneuert werden. Wer empfindliche Haut hat und eventuell schon mit Sommersprossen vorbelastet ist, der sollte sich überlegen, ob es wirklich das volle Sonnenbad sei muss. Sommersprossen sind nämlich nichts anderes, als bereits geschädigte Hautpartien. Besonders sorgfältig sollte man an den sogenannten Sonnenterassen ein. Das sind die Hautstellen, unter denen quasi direkt Knochen liegen: Nasenrücken, Hand- und Fußrücken und Schienbein.

Was sollte ich bei Kindern besonders beachten?

ein Mädchen cremt sich ein
Kinder sollten nicht in die Mittagssonne. Bildrechte: Colourbox.de

80 Prozent aller Hautschäden durch Licht werden im Kindesalter verursacht. Deshalb sind entsprechende Kleidung, der Sonnenhut und ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor hier besonders wichtig. Außerdem gehören Kinder im Sommer zwischen 11:00 und 15:00 Uhr in den Schatten, da in dieser Zeit die UV-Strahlung besonders stark ist. Beim Eincremen sollte man alleine für das Gesicht eine Menge von drei Teelöffeln verteilen.

Was hilft unmittelbar bei einem Sonnenbrand?

Wer beim Sonnenbaden Schmerzen auf der Haut verspürt, sollte sofort aus der Sonne, ab in den Schatten und die Haut kühlen, je schneller, desto besser.

  • Richtig Kühlen

Die optimale Kühltemperatur liegt in einem Bereich zwischen 15° und 20°. Wird’s viel kälter, kann das den Heilungsprozess der Haut verlangsamen. Gekühlt wird am besten mit Wasser, feuchten Tüchern oder speziellen Wassersprays. Je sauberer das Wasser, desto besser. Schließlich ist die Hautoberfläche durch den Sonnenbrand beschädigt und empfindlich gegen Keime und Verschmutzungen. Eis oder Kühlkissen sollten nicht direkt auf die betroffenen Stellen gebracht werden. Bei Blasenbildung sollt man die Blasenhaut als Schutz bestehen lassen. Wenn sich darunter eine neue feste Schicht gebildet hat, löst sich die alte Haut von allein ab.

  • Viel trinken & Pflegeprodukte

Viel trinken hilft auch um einen Flüssigkeitsmangel in der Haut auszugleichen. Mittel aus der Apotheke oder Drogerie wie After Sun Lotion, Hydrocortison-Gel  oder Panthenol-Spray beruhigen die Haut und schützen zum Teil vor Infektionen. Aber hier gilt beim Auftragen: Weniger ist mehr, zu viel von den Pflegeprodukten könnte die Haut unnötig abschirmen und die Ableitung der Wärme verhindern.

Welche Hausmittel helfen bei Sonnenbrand?

Neben den erwähnten Pflegeprodukten aus der Apotheke gibt es eine große Zahl an natürlichen Produkten, die beim Sonnenbrand helfen sollen. Allerdings ist ihre Wirkung mitunter umstritten. Wichtig: Alles unter 37 Grad kann hilfreich sein.

Aloe Vera

Gel aus Aloe Vera
Gel aus Aloe Vera Bildrechte: Colourbox.de

Die Pflanze enthält viel Feuchtigkeit und viele Vitamine. Einfach ein Stück abschneiden, halbieren und die austretende Flüssigkeit auf der Haut verteilen. Wichtig dabei: Die Pflanze muss sauber sein, es darf also kein Staub oder ähnliches auf die Haut gelangen. Alternativ gibt es in Apotheke und Drogerie Aloe-Vera Gels.

Joghurt, Quark und Buttermilch

Zur Kühlung können auch Packungen mit diesen Milchprodukten beitragen. Allerdings werden die durch die Haut sehr schnell erhitzt und können dann unter Umständen kleben. Die Produkte sollten am besten nie direkt auf die Haut aufgetragen werden sondern nur in Form eines Wickels. Sind die Wickel aufgewärmt, müssen sie gewechselt werden.

Essigwasser

Essig wirkt leicht desinfizierend und soll auch Juckreiz lindern. Am besten Apfelessig eins zu eins mit Wasser mischen, Tücher/Lappen befeuchten und auf die Haut legen.

Arnika

Die Pflanze wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. In Apotheke und Drogerie bekommt man Salben und Gels mit Arnika.

Wann ist der Sonnenbrand vorbei?

Das hängt von dem Hauttyp ab. Das Problem: meist holt man sich den Sonnenbrand gleich zu Beginn des Urlaubs. Eigentlich hat man dann in den kommenden Tages nichts mehr in der Sonne zu suchen. Dann heißt es: Lange Kleidung und Schatten. Nur so hat die Haut eine Chance sich zu regenerieren. Und das kann ein bis zwei Wochen oder auch länger dauern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. August 2020 | 10:45 Uhr

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