Sicher verreisen: So packst du dein Auto richtig

05.07.2019 | 02:10 Uhr

Ein Paar belädt den Kofferraum eines Autos.  1 min
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MDR JUMP Fr 05.07.2019 02:10Uhr 01:04 min

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Viele unterschätzen die Gefahr: Bei einem Unfall können eigentlich harmlose Gegenstände zu tödlichen Geschossen werden. Schon bei einem Aufprall mit 50 km/h kann der Innenraum eines Autos zerstört und die Insassen schwer verletzt werden. Bei einem Frontalzusammenstoß krachen Gegenstände mit dem 30- bis 50-fachen ihres eigenen Gewichtes von hinten auf die Autoinsassen. Das bedeutet Lebensgefahr und das Risiko schwerster Verletzungen von Kopf und Wirbelsäule. Schon die nicht gesicherte Ein-Liter-Trinkflasche fliegt bei einer ordentliche Vollbremsung mit dem Gewicht eines Zementsacks durchs Auto.

Fahrzeugführer ist in der Pflicht

Alle Gegenstände, die du im Auto mitnimmst, müssen sicher verstaut werden. Der Paragraph 22 der Straßenverkehrsordnung schreibt vor:

…dass auch bei einer Vollbremsung oder plötzlichem Ausweichen nichts verrutschen darf.

vollbepackter Kofferrraum
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Wirst du mit dem überladenen Urlaubsauto und frei herumliegenden Gepäckstücken von der Polizei kontrolliert, können bis zu 35 Euro Bußgeld fällig werden. Gefährdest du durch deine Ladung zusätzlich andere Verkehrsteilnehmer, dann drohen mehrere hundert Euro Bußgeld und unter Umständen ein Punkt.

Auch deine Kaskoversicherung kann Hilfe verweigern, wenn du Schäden am Auto hast, die durch deine falsche Ladungssicherung entstanden sind.    

Goldene Regeln: Schweres nach unten! Kein Glas!

Experten empfehlen, schweres Gepäck wie Koffer zuerst einzuladen. Besonders massive Gegenstände solltest du in den Fußraum des Fonds legen. So bleibt der Schwerpunkt des Autos niedrig und das Kurvenverhalten unverändert. Verfrachte Gepäck mit hohem Gewicht niemals in die Dachbox. Kleinere Gegenstände, die leicht herumfliegen, sollten in einer geeigneten Kiste oder Tasche verstaut werden. Die sogenannte Hutablage ist für Gepäck tabu, denn dieses würde bei einem Unfall direkt gegen die Köpfe der Insassen geschleudert.

Auf der Rückbank sollten Gepäckstücke mit maximal 25 Kilogramm Gewicht liegen. Alles, was schwerer ist, kann bei einem Crash die Vordersitze durchbrechen. 

Transportiere außerdem keine Glasflaschen oder andere Gegenstände aus Glas im Innenraum. Gehen die bei einer Vollbremsung zu Bruch, drohen schlimme Schnittwunden. Heiße Getränke solltest du in sicheren Bechern transportieren. Der heiße Kaffee im Pappbecher von der Raststätte gehört nicht in den Innenraum. Packe alle Gepäckstücke möglichst ohne Lücken und dicht aneinander ein. Hohlräume lassen sich gut mit kleineren Kleidungsstücken, Decken oder ähnlichen Dingen auffüllen.

Kinderspielzeug am besten in eine Box

Ein Mann versucht, ein großes Plüschtier im bereits beladenen Kofferraum unterzubringen.
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Achte gerade bei der Fahrt mit Kindern darauf, dass nichts im Auto herumliegt. Das ist zwar nicht einfach, aber extra Boxen, die neben dem Kind festgemacht werden können, helfen, Stifte, kleine Blöcke und Spielzeug sicher zu transportieren. Eine Tasche, die nicht mehr in den Kofferraum passt, gehört auf keinen Fall ungesichert auf die Rückbank neben den Kindersitz. Im Zweifel legst du sie in den Fußraum.

Trenngitter und Spanngute nutzen

Wer einen Kombi oder Kompaktwagen belädt, dem empfehlen Experten, ein Trennnetz oder ein Trenngitter einzubauen, beziehungsweise die vorhandenen Absperrnetze zu nutzen. Das gilt besonders dann, wenn ein Gepäckstück über die Lehne des Rücksitzes hinausragt. Schließe gerade beim Kombi, wenn möglich, das vorhandene Kofferraumrollo. Auf jeden Fall muss es geschlossen sein, wenn du kein Trennnetz oder –gitter benutzt.  Im Idealfall sollte die Ladung im Kofferraum festgezurrt werden – nicht mit einfachen Schnüren oder Gummispannern, sondern nur mit geeigneten Spanngurten, die über 700 kg Reißfestigkeit verfügen. Solche Gurte sind schon für unter zehn Euro zu haben. Auch Decken oder Gepäcknetze eignen sich für einen zusätzlichen Schutz. Sie können zum Abschluss über den Kofferraum gespannt werden.

Anti-Rutsch-Matten: Kleiner Aufwand, große Wirkung

Wahre Wunder bewirken Anti-Rutsch-Matten. Sie kosten relativ wenig Geld und es gibt sie in verschiedenen Größen – passend für alle Autotypen. Diese Gummimatten werden einfach in den Kofferraum gelegt. Sie schonen nicht nur den eigentlichen Belag des Kofferraums, sondern verhindern vor allem, dass Hartschalenkoffer oder andere glatte Gegenstände auf dem Teppich-Belag hin und her rutschen können.

Dachboxen bieten extra Stauraum

Ein Segen – gerade bei kleineren Autos – ist der zusätzliche Platz in einer Dachbox. In ihr lässt sich am besten leichte Ladung verstauen. In der Betriebsanleitung deines Autos findest du Werte für die maximale Dachlast, auch in der Gebrauchsanweisung der Dachbox sind Maximalwerte für die Beladung angegeben. Halte diese Werte unbedingt ein! Die zulässigen Lasten können stark schwanken. Viele Autos halten um die 90 Kilo aus, bei manchen ist aber schon bei 40 Kilo Dachlast Schluss. Und: Wenn die Dachbox zu schwer beladen wird, kann sich der Schwerpunkt des Autos verlagern. Das beeinflusst das Fahrverhalten des Wagens ungünstig. Verteile das Gepäck möglichst gleichmäßig. Schweres gehört in die Mitte der Box. Dann kannst du die Hohlräume befüllen. Zum Abschluss – wie im Kofferraum – muss alles mit Spanngurten gesichert werden. Die sind im Normalfall in den Dachboxen integriert. Schau während der Pausen immer mal nach, ob alles noch am rechten Platz sitzt.

Wohin mit dem Fahrrad?

Bis zu fünf Arten von Radträgern kannst du an deinem Auto nutzen. Der klassische Fahrradträger kommt auf den Dachgepäckträger. Beachte hier besonders bei mehreren und schweren Rädern die maximale Dachlast. Auch die Höchstgeschwindigkeit ist bei diesem System begrenzt: Mehr als 130 km/h sind in der Regel nicht drin, ordentlich mehr Sprit verbrauchst du außerdem. Heckklappenträger können an die Heckklappe der Autos montiert werden. Diese Art erschwert das Ein- und Ausladen des Kofferraums. Ein Kupplungsträger kommt mittels Spannvorrichtung auf die Anhängerkupplung. Bei manchen Autos ist an der Stelle ein Träger schon fest eingebaut. Und wenn du viel Platz im Auto hast, kannst du auch einen Innenraumträger montieren. Auf jeden Fall sind die Transportvarianten am Heck sicherer als auf dem Dach. Verwende zum Befestigen nur vorgeschriebene Gurte und Spannbänder und kontrolliere während der Fahrt immer mal wieder, ob noch alles fest sitzt. Achten bitte immer darauf, dass Beleuchtung, Blinker, Rücklicht und Kennzeichen von Rädern oder den Halterungen nicht verdeckt werden.

Und das Haustier?

Ein kleines Mädchen spielt in einem beladenen Pkw-Kofferraum neben einem Hund.
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Sollen Hund, Katze und Maus mit auf die Reise, dann gehören sie auf keinen Fall frei beweglich in den Fahrgastraum des Autos. Transportiere deine Lieblinge am besten in den dafür geeigneten Boxen und schnalle diese fest. Dafür gibt es spezielle Tiergurte. Auch die Unterbringung frei beweglich im Heck des Kombis ist möglich. Das geht aber nur, wenn du ein entsprechendes festes Trenngitter einbaust. Achtung: Bei dieser Art Transport besteht für Tiere die größte Verletzungsgefahr. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2019, 02:10 Uhr