Wie finde ich die richtige Sonnenbrille?

Sind Sonnenbrillen in erster Linie tatsächlich ein Modeaccessoir? „Nein“, lautet die klare Antwort vom Innungsobermeister der Augenoptiker Thüringens, Detlef Micheli. Sonnenbrillen sind viel mehr eine Lebensversicherung für unsere Augen. Ob auch die billigen Brillen aus dem Modeladen etwas taugen, wo du Kompromisse machen kannst und wo nicht, das klären wir jetzt.

Frau trägt Sonnenbrille 1 min
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MDR JUMP Fr 29.05.2020 10:45Uhr 01:10 min

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Warum sind Sonnenbrillen so wichtig?

Sonnenbrillen schützen unsere Augen vor dem sichtbaren Sonnenlicht. Durch ihre Tönung verringern sie die Blendwirkung der Sonne. So können wir auch bei hellem Licht gut sehen. Sonnenbrillen schützen aber auch vor dem nicht sichtbaren UV-Licht. Das ist besonders schädlich für unsere Netzhaut. Experten schätzen, dass gut ein Drittel aller Hornhaut- und Bindehauterkrankungen im Alter von UV-Strahlen verursacht wird. Grund genug also, die Augen im Sommer entsprechend zu schützen.

Was macht eine gute Brille aus?

Sonnenaufgang wird von Gläsern einer Sonnebrille reflektiert
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Je heller es draußen ist, desto stärker sollte die Tönung sein. Von Kategorie 0 bis Kategorie 4 gibt es fünf verschiedene Grade. Los geht’s bei einer ganz leichten Tönung für den Spaziergang am Sommerabend. Die kräftigste Tönung eignet sich zum Beispiel bei strahlendem Sonnenschein auf der Skipiste. Aber Tönung ist nicht gleich UV-Schutz. Das heißt eine besonders dunkle Brille schützt nicht unbedingt besser vor der gefährlichen Strahlung schützen. UV-Schutz selbst wird in Nanometer angegeben. In Mitteleuropa ist ein Schutz bis 380 Nanometer Wellenlänge normal. Ist auf der Sonnenbrille ein CE-Zeichen aufgedruckt, dann erfüllt die Brille die in der EU geltende Norm.  Das Problem: So ein CE-Zeichen kann man auch nachmachen und auf Billigmodelle aufdrucken. Deshalb im Zweifel einfach vom Optiker noch mal checken lassen. Außerdem braucht eine wirklich gute Brille noch entspiegelte Gläser und zwar von beiden Seiten. Stehen die Gläser nämlich ein bisschen zu weit vom Auge ab, fällt das Licht von hinten auf´s Glas und wird von dort ins Auge reflektiert, inklusive UV-Strahlung. Und deshalb muss eine Brille auch gut sitzen.

Woran erkennt man eine schlechte Brille?

Schlechte Gläser verzerren häufig das Bild. Wenn du die mit ein wenig Abstand vom Kopf vor ein Fensterkreuz hältst, darf dort nichts versetzt sein oder gar schief. Auch kleine Bläschen oder Einschlüsse im Glas lassen sich ganz gut erkennen  und weisen auf eine minderwertige Qualität hin. 

Was muss eine gute Brille kosten?

An einer Straße werden Sonnenbrillen verkauft.
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Ab 50€ bekommt man eine gute Brille, die vor der Sonne schützt. Dabei muss es nicht immer das Optikerfachgeschäft sein. Es gibt auch Drogerieketten die hochwertige Brillen anbieten. Generell gilt aber lieber eine Billigbrille, als keine Brille zu tragen.

Worauf sollten Autofahrer achten?   

Braune, graue und leicht grüne Gläser sind zumeist farbecht und lassen sich deshalb im Auto gut tragen. Blaue Gläser können hingegen Farben verfälschen und sind in der Dämmerung nicht gut geeignet. Wer häufig durch den Wald fährt, kennt den lästigen schnellen Licht- und Schattenwechsel, der es den Augen schwer macht. Dafür eignen sich kontraststeigernde Gläser. Die filtern spezielle Lichtanteile. Achtung vor einer zu starken Tönung, gerade abends könnte es dann mit Brille so dunkel werden, dass man als Fahrer nicht mehr genug sieht. Das gilt besonders für die sogenannten Nachtfahrerbrillen mit gelben Gläsern. Die erhöhen den Kontrast und hellen gefühlt auf, brauchen aber eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 75 Prozent

Sollte man auch im Schatten eine Sonnenbrille tragen?

Ja. Auch wenn es auf den ersten Blick keinen Sinn zu machen scheint,  aber auch im Schatten können Sonnenbrillen nützlich sein. Denn gerade da öffnet sich unsere Pupille weiter, lässt also mehr Licht durch und damit eben auch UV-Licht. Wer also im Schatten eine Brille mit leichter Tönung trägt, der schont seine Augen.

Was ist  bei Kindersonnenbrillen zu beachten?

Ein Mädchen trägt eine Sonnenbrille.
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Kinderaugen sind besonders empfindlich. Deshalb Finger weg von Spielsonnenbrillen für zwei, drei Euro. Kindersonnenbrillen müssen eine gute Qualität haben und hundertprozentig vor UV-Strahlen schützen. Deshalb sollte man den gleichen Maßstab ansetzen, wie bei einem Kauf für sich selbst und hin und wieder den Sitz der Kindersonnenbrille überprüfen.

Kunststoff oder Glas?

Das spielt für die Qualität keine Rolle. Kunststoffgläser sind leichter, haben dafür aber eine empfindlichere Oberfläche als Glas.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. Mai 2020 | 10:45 Uhr

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