So werden Teddy, Einhorn und Co. wieder flauschig und sauber

Kuscheltiere und Schnuffeltücher sind wichtiger als man glaubt. Sie sind die ersten eigenen Besitztümer und oft direkte Ansprechpartner unserer Kinder. Wir erklären, wie sie lange halten und immer möglichst hygienisch sind.

Müssen neue Kuscheltiere vor dem ersten Knutsch gewaschen werden?

„Das kommt darauf an, wo sie hergestellt wurden“, so die Aussage von Antje Zahl, Chefin der Manufaktur Steiner Plüschtiere aus Georgenthal in Thüringen. „Wenn Plüschtiere aus Fernost kommen, kann es sein, dass sie für den langen Transport im Container zum Schutz vor Schädlingen behandelt werden. Solche Plüschtiere sollten Sie auf jeden Fall vor dem ersten Gebrauch waschen“, so die Expertin weiter. Tiere, die mit dem Siegel Handmade in Germany versehen sind, können in der Regel einfach so beknuddelt werden, besonders sicher sind Produkte aus Bio-Materialien.

Wann eine Wäsche wirklich nötig ist

Wenn das Kuscheltier mal so richtig schön durch den Matsch gezogen oder mit Brei bekleckert wurde, muss eine Reinigung sein. Das gilt auch, wenn dein Kind krank war. Ansonsten reicht es, das Kuscheltier aller vier Wochen mal einer Kontrolle zu unterziehen und wenn’s müffelt, muss es dran glauben.

Dabei gilt: Weniger ist mehr. Farben, Stoff und Füllung leiden bei jeder Wäsche genau so wie Nähte, Nasen und Augen. Die solltest du vor und nach dem Waschen auch jeweils unbedingt nochmal überprüfen, damit nichts in Kinderhände und Mund kommt, was dort nicht hingehört. Ein wichtiger Tipp unserer Expertin schon für die Anschaffung: „Die hellen Materialien werden natürlich viel schneller mal schmuddelig, als dunkle Oberflächen.“

Auch Motten mögen Kuscheltiere

Vorsicht, wenn du ein Kuscheltier mit Überzug oder Füllung aus tierischen Produkten kaufst. „Wenn Bio-Kuscheltiere mit Schafwolle gefüllt sind, können sich dort Motten einnisten. Das gilt auch zum Beispiel, wenn bestimmte Körperteile aus Wollfilz gemacht sind“, warnt Kuscheltierdesignerin Antje Zahl.

Wichtig: Bei Mottenbefall helfen eine gründliche Wäsche oder/und ein mehrtägiger Kuraufenthalt im Gefrierfach.

Richtig Waschen…

Stark verschmutzte Stellen kannst du mit Kern oder Gallseife vorbehandeln. „Dann beachten Sie unbedingt die Waschanleitung, wenn denn eine am Kuscheltier dran ist“, rät die Expertin. So erfährst du, ob das Kuscheltier einen Gang in der Waschmaschine verträgt oder mit der Hand gewaschen werden muss. Damit Farbe und Form möglichst lange erhalten bleiben, sollten Kuscheltiere immer im Wäschenetz oder einem gleichfarbigen Kopfkissenbezug gewaschen werden. Nicht mehr als 30 Grad warm und am besten im Fein- oder Schonwaschgang. Auch das Waschmittel sollte möglichst mild sein. Ein flüssiges Fein- oder Wollwaschmittel eignet sich am besten. Pulver reinigen gründlicher, weil mit Bleiche, dafür greifen sie aber die Farben stärker an.

und Trocknen

Dazu kommt das Plüschtier am besten auf die Leine an die frische Luft. Wichtig dabei: das Plüschtier immer mal wieder drehen und aufschütteln, dann klumpt die Füllung nicht zusammen. Noch ein Tipp von der Kuscheltierexpertin: „In manchen Fällen geht’s auch im Trockner, manche unserer Kunden bekommen damit das Fell besonders flauschig. Das geht aber nur, wenn der Trockner dafür die geeigneten sanften Programme hat und Sie sich mit der Bedienung wirklich auskennen.“

Wenn der Teddy zu groß für die Waschmaschine ist

Dann kannst du eine Seifenlauge aufschäumen und den großen Kerl damit einschäumen. Den Schaum ein bisschen einziehen lassen und ausbürsten. „Sie können aber auch in der Reinigung nachfragen. Es gibt einige Firmen, die Kuscheltiere annehmen und behandeln“, rät Antje Zahl von Steiner Plüschtiere aus Georgenthal.

Auch auf die Füllung kommt es an

Neue Plüschtiere sind im Idealfall mit einer Polyesterfaser gefüllt, die mehrere Wäschen problemlos mitmacht. „Das gilt auch für Plüschtiere aus DDR-Produktion, die sind meist mit robusten Schaumstofflocken gefüllt. Sie sollten die aber unbedingt im Wäschenetz waschen. Wenn dort nämlich eine Naht aufgeht, haben Sie die Flocken überall in der Waschmaschine“, rät die Expertin. Noch ältere Tiere mit einer Füllung aus Holzwolle sollten nur äußerlich gereinigt werden. Sonst wird die Holzwolle brüchig und zerbröselt.

Wenn Läuse unterwegs sind…

muss das Kuscheltier in die Frostfachquarantäne. „Da sollten Sie es ein paar Tage lassen und wenn Einfrieren nicht möglich ist, verpacken sie das Tier luftdicht in einem Folienbeutel“, rät Antje Zahl. Nach ein paar Tagen sind die Läuse schlichtweg verhungert. 

Spielzeug reinigen allgemein

Bei den meisten Spielzeugen reicht ein feuchtes Abwischen am besten mit einem milden Bioreiniger. Hygienesprays oder –spülmittel bitte nur in begründeten Ausnahmen, zum Beispiel bei einer Krankheit verwenden. Ansonsten sind ein paar Keime auf Kuscheltier und Spielzeug nicht schädlich, sondern fördern eher die Abwehrkräfte. Hygienespüler und Co. fördern hingegen die Bildung von Allergien und können die Haut reizen. Einige Desinfektionsmittel sind für Babys und Kleinkinder sogar giftig.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei Arbeit | 28. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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