Was kostet eine Tattoo-Entfernung?

Immer mehr Deutsche lassen sich tätowieren. Doch oft setzt nach der anfänglichen Euphorie die Enttäuschung ein, weil das Motiv aus der Mode gekommen ist oder einfach nicht mehr gut aussieht. Dann hilft nur eine professionelle Tattoo-Entfernung. Dabei muss einiges beachtet werden, damit die Haut möglichst gesund und narbenfrei bleibt.

Tattoo-Entfernung mit einem Laser 1 min
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MDR JUMP Do 25.02.2021 10:45Uhr 01:19 min

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Die Kosten einer Tattooentfernung hängen von Faktoren wie Größe und Alter des Tattoos, Art und Menge des verwendeten Tätowiermittels, Hauttyp und Methode ab. Experten gehen davon aus, dass die Entfernung eines Tattoos zirka das Zehnfache vom Preis des Stechens kostet. Je nach Anzahl der Sitzungen, die es braucht, um das Motiv vollständig zu entfernen, sind zwischen mehreren hundert und ein paar tausend Euro realistisch. Krankenkassen zahlen für eine Tattooentfernung nur, wenn medizinische Gründe wie zum Beispiel eine allergische Reaktion auf ein Tätowiermittel oder eine Infektion oder Entzündung bestehen. Bei der Kostenübernahme durch die Krankenkasse wird in der Regel immer eine Selbstbeteiligung erhoben.

Laserbehandlung

Lasern ist heutzutage die Methode der Wahl zur Entfernung von Tattoos. Farbpigmente sitzen bis zu 4 Millimeter tief unter der Haut und müssen auch dort entfernt werden. Der Laser wird so eingestellt, dass die Wellenlänge seiner Strahlung zum Farbstoff des Tattoos, das entfernt werden soll, passt. Die Energie der optischen Strahlen des Lasers trifft auf die Pigmente, die dabei in kleine Teile zerschossen werden. Die Bruchstücke der Pigmente werden dann vom Körper über die Lymphbahnen abtransportiert und über Niere und Darm ausgeschieden. Ein Teil der Partikel bleibt im Körper zurück. Bei farbigen und sehr dichten Tattoos sind immer mehrere Behandlungen notwendig. Mit jeder Sitzung verschwinden Pigmente. Bei großflächigen und stark farbigen Tattoos, insbesondere in Gelb, Braun und Violett, sollte man aber beachten, dass die Entfernung meist nicht komplett gelingt. Darüber hinaus warnt das Bundesamt für Strahlenschutz davor, dass bei der Zerstörung mancher Pigmente giftige und teilweise krebserregende Stoffe wie Blausäure oder Benzol entstehen können.

Risiken beim Lasern

Werden die Laser nicht sachgerecht eingesetzt, kann es zu Verbrennungen, Pigmentstörungen, Entzündungen und Narbenbildungen kommen. Außerdem kann die Haut an der Stelle, wo vorher das Tattoo saß, nach dem Lasern heller als die restliche Haut sein. Dieser Effekt entsteht, weil der Laser nicht nur die Farbpigmente des Tattoos, sondern teilweise auch die hauteigenen angreift.

Ein Verband wird am Hangelenk angelegt.
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Nach einer Laserbehandlung ist die Haut gerötet, manchmal gleicht die gelaserte Stelle einer Schürfwunde und muss desinfizierend behandelt und vor Licht geschützt werden, da sich die Haut sonst verfärben kann. Sauna, Sport und Schwimmen sind während des Heilungsprozesses zu meiden. Für die Entfernung eines Tattoos sind zwischen sechs und zehn Behandlungen im Abstand von vier bis sechs Wochen üblich. Die Tattooentfernung mittels Laser ist trotz aller Risiken die bisher effektivste Methode, die ungeliebten Bildchen von der Haut zu entfernen.

Welche weiteren Methoden gibt es?

Tattoos können auch abgeschliffen, abgefeilt, mit Milch- oder Fruchtsäure weggeätzt oder im Rahmen einer Kältetherapie mit flüssigem Stickstoff behandelt werden. Vor diesen Methoden wird allerdings strikt gewarnt, denn sie führen fast immer zu Verletzungen der Haut, zu Narben oder Pigmentstörungen. Bei kleineren Tattoos könnte eine chirurgische Entfernung in Frage kommen. Dabei wird die oberste Hautschicht entfernt. Die Methode ist gründlich und kostengünstig. Allerdings besteht auch hier die Gefahr einer Narbenbildung.

Wo kann man sich das Tattoo entfernen lassen?

Einer Frau wird in einer Praxis ein Tattoo entfernt.
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Seit dem 31. Dezember 2020 gilt eine Änderung der Strahlenschutzverordnung, in der festgeschrieben ist, dass die Tattooentfernung durch Lasern unter Arztvorbehalt gestellt wird. Heißt, nur noch Ärzte mit entsprechender Fachkunde, also hauptsächlich Hautärzte und plastische Chirurgen, dürfen Tattoos entfernen. 1,2 Millionen Deutsche lassen jährlich Tattoos weglasern. Essentiell ist ein Beratungsgespräch vor der Behandlung. Empfohlen wird, bei diesem Gespräch probeweise ein kleines Areal zu behandeln, denn erst dann lässt sich einschätzen, wie viele Sitzungen etwa notwendig sind und wie teuer es werden wird.

Fazit

Schon bevor ein Tattoo gestochen wird, sollte bedacht werden, dass man es später vielleicht wieder loswerden will. Die Tattooentfernung ist zeitaufwendig, kostenintensiv und nicht schmerzfrei. Sie sollte immer von einem Profi, am besten von einem Dermatologen, vorgenommen werden, auch wenn selbst dieser eine vollständige Entfernung nicht garantieren kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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