Technik mieten: So geht es

zuletzt aktualisiert: 29.03.2019 | 14:04 Uhr

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Umschau-Quicktipp Technik mieten

Technik mieten

MDR JUMP Fr 29.03.2019 02:10Uhr 01:04 min

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Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns mittlerweile in jedem Lebensbereich begegnet. Technik und vor allem Elektrogeräte sind hierbei besonders kritisch, denn nicht immer garantiert deren Herkunft saubere Rohstoffe oder die Einhaltung bestimmter Umweltstandards. Ihre Langlebigkeit ist heute kaum noch gegeben. Ökologisch sinnvoll sind daher Unternehmen, die Technik zum Mieten und Teilen anbieten. Die Idee dahinter ganz simpel: die Lebensdauer der Geräte verlängert sich, Ressourcen und die Umwelt werden geschont.

Zielgruppen

Technik mieten ist nichts, was Nutzer machen, weil es zwangsläufig günstiger ist als kaufen, sondern weil sie ihre Geräte auf diese Art jederzeit unkompliziert auch wieder loswerden können. Sei es, weil der Bedarf nicht da ist, oder weil man durch Mieten auch immer die neueste Technik nutzen oder ausprobieren kann - die neueste Kamera im Urlaub oder einen Beamer für gemeinsame Film- oder Fußballabende.

Wer bietet an?

Momentan gibt es in Sachen Miettechnik vor allem zwei große Player am Markt: das Unternehmen Grover und Otto Now. Ein anderes StartUp läuft unter dem Namen leihbar.de und existiert seit 2013 in Berlin. Auch hier werden Dinge des täglichen Bedarfs verliehen, darunter auch Technik. Anders als bei Grover und Otto Now müssen allerdings bei leihbar.de die Geräte an bestimmten Abholfilialen oder Sharing Boxen selbst abgeholt und zurückgebracht werden. Außerdem gibt es diverse Kleinanbieter wie frents.de, wir.de und fairleihen.de, hinter denen aber Privatpersonen stecken. Hier besteht natürlich das Problem: Man weiß nicht, was man bekommt und wie alt die gemietete Technik eigentlich ist.

Angebot und Preis

Das StartUp Grover ist mit 1.500 Geräten im Angebot, darunter auch stets die neueste Technik, das führende Unternehmen für Unterhaltungselektronik zum Leihen auf dem europäischen Markt. Dennoch bleibt es nur eine Auswahl. Wer also etwas ganz Spezielles sucht oder ein bestimmtes Modell, wird beim Verleiher vielleicht nicht immer fündig. Grover unterscheidet nach 10 Kategorien. Dabei wird besonders beliebte oder neueste Technik farblich hervorgehoben. So weiß der Nutzer sofort, was gerade angesagt ist. Laptops, Smartphones und Spielekonsolen sind bei den Mietkunden am beliebtesten. Grover vermietet seine Produkte über die eigene Plattform, arbeitet aber auch mit Elektronik-Partnern wie MediaMarkt, Saturn, Gravis, Conrad und Tchibo zusammen, bei denen ebenfalls Technik vermietet wird. Diese bieten allerdings nicht selbst Technik an, sondern vermitteln die Kunden an den Partner oder bieten sich als Abholfilialen vor Ort an.

grafische Darstellung einer Küche
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Anders bei Otto now: Hier ist das Angebot mit 700 Artikeln im Angebot deutlich kleiner und die Auswahl speziell an Technik auch wesentlich geringer. Neben Multimedia gibt es hier auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen, Sportgeräte und auch Möbel. Preislich macht sich das bemerkbar: Die Mietpreise bei Otto now sind deutlich günstiger als bei Grover. So oder so: Bezahlen lassen sich alle Anbieter den Service gut. Auf die Lebensdauer eines Gerätes gerechnet, kommen gerade Nutzer mit langen Mietverträgen deutlich teurer als beim Kauf. Weil Technik online sehr günstig ist und die Preise oft deutlich unter der Empfehlung der Hersteller liegen, kann der Aufschlag beim Mieten dreißig Prozent und höher ausfallen.

Mietbedingungen

Für wen ein Mieter sich entscheidet, hängt aber auch von der Mietdauer ab. Bei Grover muss man sich maximal einen Monat an ein Gerät binden, bei Otto now mindestens 3 Monate. Entscheidet man sich für Möbel, muss man diese sogar mindestens für 6 Monate mieten. Generell aber gilt für beide: Je länger die Mietdauer, desto geringer der monatliche Mietpreis. Sind bei Otto now im Preis auch Anlieferung, Rücksendung/Abholung und Service im Schadensfall oder beim Aufbau dabei, kommen bei Grover die Geräte stets per DHL zu einem Unkostenbeitrag von 4,99 Euro. Die Rücksendung ist kostenlos.

Auch ein Kauf von Geräten ist bei Grover möglich: Mietet man so lange, dass die Mietzahlungen den UVP plus drei Monatsmieten erreicht haben, kann das Gerät zum Symbolpreis von 1 Euro auch erworben werden. Damit liegt man aber deutlich über den Verkaufspreisen im Internet. Der Kauf über ein Leihportal lohnt sich also nicht. Otto now bietet diese Möglichkeit nicht an.

Schadensfälle

Sollte das Gerät während der Leihfrist kaputt gehen, übernimmt Grover über die Grover-Care-Versicherung 90 Prozent der Kosten. Bei Verlust oder Diebstahl zahlt allerdings der Kunde selbst. Auch Otto now haftet für Schäden und tauscht Geräte entsprechend aus oder übernimmt die Reparatur. Es sei denn, der Nutzer verursacht den Schaden selbst. Die Nachweisbarkeit könnte hier ein Problem werden. Bestimmte Versicherungen nehmen Miettechnik heute aber auch schon in ihre Haftpflichtversicherungen auf. Hier sollte man sich vorher informieren.

Nachhaltigkeit

Nachhaltig ist Grover, indem nicht alle Geräte brandneu sind. Sie werden teilweise auch gereinigt, desinfiziert, auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und wieder in den Mietkreislauf zurückgeführt. Alte oder aus der Mode gekommene Geräte werden verkauft oder durch gerechte Entsorgung wieder in den Umlauf gebracht. Auch Otto now verfährt nach diesem Prinzip. Auch hier arbeitet man mit Großhändlern zusammen, die alte Modelle als Second Ware verkaufen oder ordnungsgemäß entsorgen. Ob ein Gerät neu oder überholt ist, wird dabei nicht kenntlich gemacht. Dass beides bei einem Leihgerät aber in Frage kommt, wird zumindest in den AGBs der Anbieter erwähnt.

Fazit: Mieten als flexible Lebensform

Das Mieten und Teilen passt sich der heutigen flexiblen Lebensgestaltung an, und hier reiht sich auch die Technik ein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Teure Kaufpreise und Finanzierungen sind tabu, man kann die neueste Technik haben und sie nach Belieben auch schnell wieder auswechseln - Konsum ohne Eigentum. Das lohnt sich aber nur bei einer kurzen Mietdauer. Außerdem können durch das Mieten auch Nutzer Zugang zu neuester Technik haben, die sich andernfalls solche Geräte gar nicht kaufen würden oder könnten. Und schließlich muss man sich weder um Wiederverkauf noch um Wertverlust Sorgen machen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. März 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 14:04 Uhr

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