Test Rasenvertikutierer

30.03.2020 | 02:10 Uhr

Handvertikutierer in Aktion 1 min
Bildrechte: imago images / Redeleit

MDR JUMP Mo 30.03.2020 02:10Uhr 01:00 min

Audio herunterladen [MP3 | 943,1 KB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 1,8 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/test-rasenvertikutierer-102.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Vorab-Test

"Vertikutieren" ist vom Begriff "vertical cut" (englisch für "senkrechter Schnitt") abgeleitet: Auf einer Walze angebrachte Messer ritzen den Rasen leicht an und zerkleinern und entfernen dabei liegengebliebene Grashalme, Algen und Moos. So eine Behandlung braucht aber nicht jeder Rasen, sagt Norbert Lischka. Er berät Haus- und Gartenbesitzer, Golf- und Fußballplatzbetreiber bei der Rasenpflege.

Vertikutieren ist nicht grundsätzlich wichtig, wenn man gute Rasenpflege betreibt. Das heißt: Man setzt auf das richtige Gras, düngt und wässert vernünftig. Es kann aber was bringen, wenn man verborgene Reste von Laub, Nadeln und Schnittgras entfernen will oder Probleme mit Kräutern, Algen und Moos hat.

Dafür kann man einfach mal die Harke leicht durch den Rasen ziehen: Bleiben Moos, Algen oder Laub in den Zinken hängen, lohnt sich das Vertikutieren. Auch wenn der Boden liegengebliebenes Schnittgut etwa vom Mähroboter oder vom Rasenmäher nicht aufnehmen kann, ist die Zusatz-Pflege sinnvoll.

Wenn man den Rasen mit einer Nachsaat dichter machen will, bringt Vertikutieren auch was. Dann kommt der Grassamen in die Rillen vom Vertikutierer. Die Nachsaat sollte man dann gut bedecken.

Vertikutiermaschine mit Motor nur für große Rasenflächen

Grundsätzlich reicht eine Gummiharke oder auch ein einfacher Handvertikutierer aus, um Rasenfilz zu entfernen. Schließlich wird das nur ein-, zweimal im Jahr gemacht: Vor der Wachstumsphase im Frühjahr und eventuell noch einmal nach dem letzten Rasenschnitt im Herbst. Motorbetriebene Vertikutierer erleichtern die Arbeit und sind daher eher für größere Flächen gedacht. Sebastian Jentsch vom Test-Portal AllesBeste sagt:

Illustration -  Eine Steckdose in einer Grasfläche.
Bildrechte: colourbox

Unter 100 Quadratmeter Rasenfläche lohnt sich das nicht. Dann steht das Teil nur ein Jahr lang rum. Bis 600 oder 800 Quadratmeter reicht ein Gerät mit Elektromotor. Darüber lohnt sich dann ein benzinbetriebener Vertikutierer, damit man das Kabel nicht immer hinter sich herziehen muss.

Gute Vertikutierer mit Elektroantrieb gibt es laut Test für rund 150 Euro. Für gute benzinbetriebene Maschinen müssen 600 bis 800 Euro bezahlt werden.

Günstige Geräte sind sperriger und weniger stabil

Laut dem aktuellen Test von AllesBeste unterscheiden sich günstige Vertikutierer mit Motor von teuren Maschinen zumindest beim Arbeitsergebnis kaum. Alle Geräte können den Rasen von Moos und Filz befreien Sebastian Jentsch sagt:

Das ist ja eine ganz simple Mechanik mit einer Walze mit Messern drauf und die haben auch die billigen Geräte.

In seinem Test fielen die günstigen Vertikutierer eher in den Kategorien "Haltbarkeit" und "Fahrspaß" deutlich ab.

Die lassen sich dann unterschiedlich gut über den Rasen schieben. Günstigere Maschinen sind dann manchmal extrem ungelenkig und wenn dann noch der Halteholm im Gehäuse wackelt, dann fühlt sich das wie ein Bierkasten mit Stange an, den man über den Rasen schiebt. Dann macht das nicht so viel Spaß.

Manche Hersteller legen ihren Geräten eine zweite Walze bei, die statt mit Messern mit starren Drähten bestückt ist. Die soll den Rasen extra "belüften". Rasenexperte Norbert Lischka hält nichts von solchen Extras:

Auch eine Gummiharke bringt ja schon eine Zusatzbelüftung. Und beim Vertikutieren wird der Rasen auch automatisch oberirdisch belüftet.

Auch auf einen Fangkorb können Käufer eines Vertikutierers verzichten. Sebastian Jentsch sagt:

Da landet nach zehn Metern oder 15 Metern so viel Erde drin, dass man den Korb wieder entleeren muss. Das kann aber alles auf der Fläche liegen bleiben und danach harkt man das zusammen.

Kauf oder Leihe?

Manche Baumärkte und Verleihplattformen im Internet bieten an, motorbetriebene Vertikutierer für etwas unter 100 Euro auszuleihen. Aus Sicht von Sebastian Jentsch ist das für größere Flächen eine echte Alternative zum Kauf:

Die kann ich dann einmal pro Jahr von vorn nach hinten durchvertikutieren und bin das Gerät dann wieder los. Das steht dann nicht bei mir rum.

Norbert Lischka sieht das anders. Wer sich ein Gerät leihe, stehe auch unter Zeitdruck:

Wichtig fürs Vertikutieren sind trockene Verhältnisse. Der Rasen muss trocken sein. Wenn der aber feucht ist und ich geh mit der Maschine drüber, sind die Ergebnisse schlechter. Dann habe ich mehr Aufwand, um das Material rauszubekommen und verbrauche mehr Strom oder Benzin.

Tipps fürs Vertikutieren

Egal ob man mit der Hand den Rasen vertikutiert oder mit einem Motor-Gerät – ein paar Regeln sollte man aus Sicht unserer Experten beachten. Norbert Lischka:

Grundsätzlich sollte man immer erst aber einer Bodentemperatur von acht bis zehn Grad vertikutieren. Sonst schadet man dem Gras.

Aus Sicht des Rasenexperten sollten die Messer am Vertikutierer auch immer scharf sein. Das gelte im Übrigen auch für den Rasenmäher. Alles andere schade dem Rasen. Sebastian Jentsch rät noch, beim Vertikutieren immer die Spur einzuhalten und nicht kreuz und quer über den Rasen zu fahren. Letzteres schädige die Rasenwurzeln stärker, weil sie häufiger von den rotierenden Messer getroffen werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 30. März 2020 | 11:45 Uhr

Mehr Quicktipps