Lässt sich Urlaubsbräune konservieren?

19.08.2019 | 02:10 Uhr

Eine Gebräunte Frau im Swimming Pool 1 min
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MDR JUMP Mo 19.08.2019 02:10Uhr 01:00 min

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Wer die Sommer-Bräune konservieren möchte, muss zunächst wissen, was passiert, wenn unsere Haut braun wird. Hier ist der Farbstoff Melanin entscheidend. Je mehr davon in den Hautschichten eingelagert ist, desto dunkler ist sie. Umgekehrt ist die Haut heller, wenn sie wenig Melanin enthält.

Frau dreimal mit unterschiedlich hellen Hauttönen
Melanin lässt die Haut dunkler werden. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Doch das Pigment sorgt nicht nur für Bräune, sondern auch für den Schutz der Haut. Wenn der Körper mehr Melanin bildet, ist er auch besser gegen die hautschädlichen UV-Strahlen des Sonnenlichts geschützt. Die Sonnenbräune ist also ein natürlicher Schutzschild der Haut gegen die schädliche UV-Strahlung im Sonnenlicht. Experten raten deshalb, die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen und so sanft dieses Schutzschild Stück für Stück aufzubauen – natürlich immer mit dem passenden UV-Schutz. Bei Kindern und Menschen mit sehr heller oder noch nicht vorgebräunter Haut empfehlen Hautärzte Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Er schützt die Haut, lässt aber immer noch genug Sonne durch, um braun zu werden.

Künstliche Bräune aus der Tube

Mogeln ist trotzdem möglich – mit Selbstbräuner. Ihn gibt es als Milch, Creme, Gel, Spray oder sogar auf Tüchern, mal konzentriert und mal niedriger dosiert als Zusatz in Bodylotions, mal nur für das Gesicht oder gleich für den ganzen Körper. Einige Anbieter individualisieren ihre Produkte auch je nach Hauttyp.

Eine Frau lässt sich Selbstbräuner in einem Kosmetikstudio auf die Haut sprühen
Selbstbräuner kann auch aufgesprüht werden. Bildrechte: imago/Panthermedia

Selbstbräuner enthalten chemische Substanzen wie die Zuckerarten Dihydroxyaceton und Erythrulose. Sie dringen in die verhornten Zellen an der Hautoberfläche ein und bilden Farbstoffe, die die Haut bräunen. Der Effekt tritt innerhalb weniger Stunden ein und verblasst nach einigen Tagen wieder. Die Bräune, die entsteht, ist anders als natürliche Sonnenbräune. Zum einen handelt es sich um andere Farbstoffe, zum anderen entsteht die Bräune nur an der Hautoberfläche und nicht in tieferen Hautschichten. Die meisten Selbstbräuner sind deshalb auch kein Ersatz für eine Sonnencreme. Nur wenige Produkte enthalten einen UV-Schutz.

Es gibt aber auch eine Kehrseite. Ökotest hat 2016 verschiedene Produkte untersucht und dabei bedenkliche Substanzen entdeckt – selbst in Naturprodukten. Bei zu langer oder zu warmer Lagerung kann sich krebserregendes Formaldehyd abspalten. Wer sich für Selbstbräuner entscheidet, sollte das Produkt also kühl und nicht zu lange aufbewahren und nur vorübergehend anwenden.

Selbstbräuner müssen immer gleichmäßig aufgetragen werden, sonst kann das Ergebnis unregelmäßig oder fleckig wirken. Für ein gleichmäßiges Ergebnis bietet es sich an, zuvor ein Körperpeeling anzuwenden oder einzelne Partien wie Knie und Ellenbogen leicht mit herkömmlicher Bodylotion vorzucremen. Wichtig: Nach dem Eincremen müssen die Hände gründlich gewaschen werden, sonst verfärben sich die Handflächen.

Sommerbräune dank Solarium?

Ein Mann im Solarium
Der Besuch im Solarium ist erst ab 18 erlaubt. Bildrechte: mago/Felix Jason

In den 1990er-Jahren schossen Solarien wie Pilze aus dem Boden. Inzwischen ist die Konjunktur abgeflaut, aber gerade im Frühjahr und Frühsommer werden Solarien von Sonnenhungrigen genutzt – vor allem von jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, wie eine Studie der Universität Heidelberg zeigt. Weil die künstliche Sonne keine echte ist, bereitet sie die Haut nicht optimal auf die intensive Sommersonne vor. Bei zu häufigen Besuchen Solarium drohen sogar dauerhafte Haut-Schädigungen. Zudem kann die Bräunung auf der Sonnenbank die Haut austrocknen.

Für Minderjährige ist ein Besuch im Solarium per Gesetz tabu. Das wurde sogar höchstrichterlich vom Bundesverfassungsgericht entschieden.

Was Hautärzte empfehlen

Gläser mit Creme
Feuchtigkeit von außen und von innen helfen, die Bräune länger zu erhalten. Bildrechte: imago images / Niehoff

Wer die Urlaubsbräune möglichst lange erhalten möchte, schafft dies durch eine gute Hautpflege. Sonne, salziges Meerwasser oder gechlortes Wasser lassen die Haut schneller austrocknen. Weil sie dadurch angeregt wird, sich häufiger zu erneuern, verliert sie auch schneller die Sonnenbräune. Es gilt also, das Austrocknen der Haut zu vermeiden. Dabei hilft zum einen die Pflege von außen, etwa durch eine fett­reiche Körperlotion, die verhindert, dass die Haut schnell schuppt. Achtung: Die meisten After-Sun-Lotionen reichen dafür nicht, denn sie enthalten nicht genug Fett, um den Sommerteint langfristig zu konservieren. Zum anderen hilft der Haut eine Pflege von innen dabei, nicht auszutrocknen und die Hauterneuerung nicht zu beschleunigen. Die "Geheimrezepte" dafür sind: ausreichend trinken, auf Nikotin verzichten und genügend Schlaf.

Mut zur Blässe

Frau unter Sonneschirm am Strand
Baun werden ist kein Muss. Bildrechte: imago images / Westend61

Man muss nicht ganzjährig tief gebräunt  sein. Wenn die Sonne nicht intensiv scheint, wird die Haut automatisch blasser, da sich die oberen Hautschichten regelmäßig erneuern. Sonneneinstrahlung lässt die Haut zudem schneller altern. Wer der Haut zugesteht, etwas heller zu bleiben, sieht deshalb unter Umständen jünger aus. Früher war helle Haut sogar ein Schönheitsideal. Frauen schützten sich mit Sonnenschirmen, um bloß nicht zu gebräunt zu werden und ihre noble Blässe zu erhalten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. August 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 02:10 Uhr

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