Für welche Tiere eine Versicherung sinnvoll ist

28.10.2019 | 02:10 Uhr

Eine kranke Katze wird untersucht
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MDR JUMP Mo 28.10.2019 02:10Uhr min

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Haftpflichtversicherung

Grundsätzlich gilt auch bei Haustieren: Der Halter haftet, wenn jemand durch sein Tier geschädigt wurde. Dies beinhaltet Schäden, die das Tier anderen Personen oder dessen Eigentum zufügt. Die gesetzliche Grundlage ist Paragraph 833 im Bürgerlichen Gesetzbuch. Kleintiere wie Katzen, Vögel, Kaninchen oder Hamster sind normalerweise über die private Haftpflichtversicherung des Besitzers abgesichert. Hier ist also keine spezielle Tierhaftpflichtversicherung notwendig. Anders bei Hunden, Pferden und exotischen Tieren. Für diese Tiere empfehlen Experten eine gesonderte Haftpflichtversicherung. Diese übernimmt im Schadensfall alle Kosten, die im Fall einer Beschädigung anfallen. Dazu können die Reinigungskosten zählen, wenn das Tier die neue Hose der Nachbarin voll sabbert, als auch die ärztlichen Behandlungskosten, wenn das Tier zubeißt. Noch schlimmer: Ein Tier rennt auf die Straße und verursacht einen Verkehrsunfall. In einem solchen Fall haftet der Besitzer für Sach- und Personenschäden, auch für Folgeschäden wie langwierige teure Behandlungen  oder lebenslange Rentenzahlungen.

Für Hundebesitzer ist in einigen Bundesländern eine solche Haftpflichtversicherung sogar Pflicht. Das betrifft Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Hamburg, Schleswig Holstein und Niedersachsen. In Sachsen ist eine Hundehaftpflicht für Halter von Kampf- oder Listenhunden gesetzlich vorgeschrieben.

Wie auch bei allen anderen Versicherungen variieren Bedingungen, Deckungssummen und Preise auch hier. Wichtig zu beachten, sind die Ausschlüsse, also die Fälle, die über die Versicherung nicht abgedeckt sind. Versichert sollten folgende Sachverhalte sein:

Hundehalter-Haftpflichtversicherung:

  • Mietsachschäden
  • Verstöße gegen Halterpflichten (z.B. wenn der Hund nicht angeleint ist)
  • Deckschäden
  • Auslandsaufenthalte
  • Hundehüter (Neben dem Besitzer sollten auch andere betreuende Personen mitversichert sein.)

Die Versicherungssumme sollte mindestens fünf Millionen Euro betragen. Die Kosten für eine gewöhnliche Hundehaftpflichtversicherung belaufen sich auf etwa 40 bis 50 Euro im Jahr.

Pferdehalter-Haftpflichtversicherung:

  • Mietsachschäden inklusive Pferdebox
  • Flurschäden
  • Deckschäden
  • Verstöße gegen Halterpflichten
  • Pferdehüter und Reitbeteiligungen

Die Versicherungssumme sollte auch hier mindestens fünf Millionen Euro betragen. Die Versicherungskosten hängen auch vom Einsatz des Pferdes ab. Für eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung zahlt man etwa 100 Euro im Jahr.

Krankenversicherungen

Ein Hund mit Pflaster auf dem Kopf
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Ein großer Kostenfaktor bei Haustieren sind tierärztliche Behandlungen. Es gibt sie für Hunde, Katzen und Pferde. Impfungen, eine verletzte Pfote, eine Kastration. Müssen wegen einer entzündeten Gebärmutter die Eierstöcke einer Hündin entnommen werden, kostet dies schon mal 2.000 Euro. Aber Achtung: Ist das Tier bereits erkrankt, versichert kein Anbieter mehr. Nur gesunde Tiere werden versichert. Und: Je älter das Tier zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, desto höher die Kosten für die Krankenversicherung. Oft dürfen die Tiere zum Versicherungsbeginn aber auch nicht jünger als zwei Monate sein. Viele Anbieter verlangen Impfnachweise sowie einen normierten Microchip unter der Haut. Oft gilt der Versicherungsschutz auch für einen festgelegten Zeitraum im Ausland, teilweise sind allerdings nur Europareisen abgesichert. Tierhalter können grundsätzlichen zwischen zwei Versicherungsvarianten wählen:

Krankenvollversicherung
Bei Unfällen oder Erkrankungen übernimmt diese Versicherung Kosten für Untersuchungen, Behandlungen und Operationen. Alltäglichere Leistungen wie Impfungen sind dabei jedoch nicht immer mitversichert. Die Beitragshöhe richtet sich nach vielen Faktoren, zum Beispiel Alter, Rasse, Größe, Gewicht und Tierarzt. Häufig gelten Einschränkungen und Jahreshöchstgrenzen. Auch eine Selbstbeteiligung um die 20 Prozent ist normal. Finanztest hat ermittelt, dass diese Versicherung für Hunde ab 120 Euro bis fast 1.300 Euro pro Jahr kosten kann. Bei Katzen sind es zwischen 160 und 560 Euro.

Hund auf dem Operationstisch
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Operationskostenversicherung
Da die Vollversicherung vergleichsweise teuer ist, bieten Versicherer noch eine reine OP-Kostenversicherung an. Hier sind, wie der Name schon sagt, nur OP-Leistungen, genauer gesagt chirurgische Eingriffe unter Narkose, abgesichert. Diese Versicherung ist günstiger als die Vollversicherung. Da OP-Kosten meist sehr hoch sind, bietet sich diese Versicherung im Einzelfall an. Allerdings sollte man auch die Gesamtkosten bedenken. Bei einer Basis-OP-Kostenversicherung kommen beispielsweise für einen 12jährigen Labrador je nach Tarif zwischen 2.100 und über 5.000 Euro zusammen

Bei Krankenversicherungen für Tiere sollte unbedingt das Kleingedruckte genauestens geprüft werden, damit die Versicherung im Krankheitsfall die Kosten auch wirklich übernimmt oder man nicht selbst auf einem großen Rest sitzen bleibt. Letzteres kann der Fall sein, wenn Tierarztpraxen mit dem dreifachen Satz der Gebührenordnung der Tierärzte Leistungen abrechnen, die Versicherungen aber zumeist nur maximal den zweifachen Satz übernehmen.

Fazit

Bei Pferden und Hunden ist eine Tierhalterhaftpflicht sehr sinnvoll. Sonst kann es im Schadensfall richtig teuer werden oder den finanziellen Ruin bedeuten. Hier unbedingt genau auf die Versicherungsbedingungen achten und vergleichen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 28. Oktober 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2019, 02:10 Uhr