Was tun bei Nackenschmerzen?

15.03.2019 | 02:10 Uhr

Ein Mann sitzt vor einem Laptop und hält sich vor Schmerzen den Nacken. 1 min
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Umschau-Quicktipp Nackenschmerzen

Nackenschmerzen

MDR JUMP Fr 15.03.2019 02:10Uhr 01:10 min

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Nackenschmerzen nerven! Zieht, drückt oder klemmt die Übergangsstelle von Kopf zu Körper, können wir uns schlecht konzentrieren, haben Probleme beim Bewegen und Entspannung geht dann erst recht nicht. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung sollen ab und zu oder auch sehr häufig unter Nackenschmerzen leiden. Wir sagen, was du tun kannst, wenn es dich erwischt und wann du unbedingt zum Arzt solltest.

Warum solltest du den Schmerz ernst nehmen?

Das Problem- und Behandlungsfeld der Nackenschmerzen ist riesengroß. Manche Arten sind absolut harmlos, bei anderen können wirklich ernsthafte Erkrankungen, wie etwa eine beginnen Querschnittslähmung dahinterstecken. Manche Symptome haben psychische Ursachen, andere sind rein körperlicher Art. Entsprechend unterschiedlich müssen die Beschwerden behandelt werden. Deshalb ist es für dich wichtig, abzuklären, welche Art von Nackenschmerzen bei dir vorliegt. Danach richtet sich die notwendige Behandlung. Wichtig: Nicht oder falsch behandelte Nackenschmerzen können sich unter Umständen verselbstständigen und ein dauerhaftes, ernstes Problem werden.

Was ist was?

Manche trifft es wirklich plötzlich, der Hals wird steif und schmerzt. In diesem Fall sprechen Mediziner von akuten Nackenschmerzen. Die können bis zu drei Wochen anhalten und auch nach einer Schmerzpause nochmal wiederkehren. Sie sind in der Regel harmlos, aber es gibt Ausnahmen. Das bedeutet für dich: Schmerzt plötzlich der Nacken, solltest du abklären, ob du noch weitere Symptome hast. Das können etwa Taubheit in den Fingern oder Füßen, Übelkeit oder auch Sehstörungen sein. Ist das nicht der Fall, klingen die akuten Schmerzen in der Regel nach ein paar Tagen oder Wochen wieder ab. Dauern die Schmerzen länger als 12 Wochen, spricht man von chronischen Schmerzen. Die musst du in jedem Fall behandeln, auch wenn nicht unbedingt eine ernste Ursache dahinter stecken muss. Wichtig ist auch, herauszufinden, ob deine Schmerzen körperliche Ursachen haben oder eventuell eine psychische Belastungsstörung dahinter steckt. Deshalb: Wenn du nicht sicher bist, woher deine Schmerzen kommen, kläre es frühzeitig mit deinem Arzt ab.

Was löst die Schmerzen aus?

Unser Nacken ist ein komplexes, äußerst bewegliches Gebilde aus Muskeln, Nervenbahnen, Sehnen und dem Fasziengewebe. Angeschlossen sind der für die Größe des Halses verhältnismäßig schwere Kopf, der Rumpf und die Schultern. Enorm viele Möglichkeiten also, sich falsch zu belasten, zu verzerren und zu verletzen. So kann es schon ausreichen, wenn du nachts nur falsch und verdreht liegst. Dabei können Nerven gedrückt werden, was zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen führen kann und eben zu Schmerzen im Nacken. Viel häufiger sind aber Haltungsfehler Ursache für die Schmerzen. Wenn du falsch oder zu lange vor dem Computer sitzst, viel und im falschen Winkel auf Handy oder Tablet schaust oder gar die falschen Schuhe trägst. Das und andere Fehlhaltungen mehr können bewirken, dass sich die Nackenmuskeln verspannen. Auch Kälte oder dauerhafter Luftzug können derart negativ auf die Muskeln wirken. Sie werden nicht mehr richtig durchblutet, verkrampfen und schmerzen. Gleiches gilt für das Fasziengewebe, das die Muskulatur umgibt, auch dort kann es durch Fehlhaltungen zu Verklebungen und einer Unterversorgung kommen. Auch ein sogenanntes Schleudertrauma, etwa nach einem Autounfall, kann heftige Schmerzen verursachen. Hier werden die Muskeln in der Regel stark gezerrt. Das kann oft auch erst Tage später zu einer Schmerzreaktion führen.

Weiterhin können psychische Belastungen wie Stress, Trauer oder eine Depression im Endeffekt zu Nackenschmerzen führen. Nicht zuletzt sind Verschleißerscheinungen an Bandscheiben, Knorpeln oder eine Arthrose Ursache für Schmerzen. Und auch eine Muskelentzündung kann für Schmerzen verantwortlich sein. Infektionen, Rheuma und auch ein Tumor im Nervenbereich sind selten aber möglich. Wichtig: Oft ist dein Nackenbereich schon lange belastet, es reicht dann nur ein kleiner Auslöser, wie eine kurzzeitige Fehlhaltung oder eine kleine Zerrung und es schmerzt. Dann ist es wichtig, dass du die wirkliche Ursache abklärst, vor allem dann, wenn die Schmerzen länger anhalten.   

Warum musst du den Schmerzkreis durchbrechen?

Bei akuten Nackenschmerzen solltest du mit einer Behandlung nicht lange warten. Das gilt übrigens auch für viele andere Schmerzbeschwerden. Ansonsten kann es sein, dass der Körper ein Schmerzgedächtnis aufbaut und aktiviert. Dabei werden besonders bei sehr heftigen Schmerzen Verknüpfungen im Gehirn gebildet, die auch dann noch Schmerzsignale aussenden können, wenn das eigentliche Problem längst verschwunden ist.

Was kannst du selber tun?

Nackenschmerzen
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Akute Nackenschmerzen kannst du zunächst selbst mit Schmerzmitteln behandeln, wenn du sie gut verträgst. Auch Schmerzsalben kannst du für kurze Zeit ohne ärztlichen Rat verwenden. Wärme durch eine  Infrarot-Lampe, Nackenpflaster oder auch ein Kirschkernkissen kann schmerzhaften Verspannungen lindern. Darüber hinaus können Entspannungsübungen, Yoga oder die Feldenkrais-Methode dazu beitragen, die Muskeln und das umliegende Gewebe zu lockern und zu entlasten. Ruhe und Stressabbau sind ebenfalls wichtig. Auf jeden Fall solltest du dich, wenn möglich weiter bewegen und nicht in eine Schonhaltung verfallen. Die verspannten Muskeln verziehen sich sonst unter Umständen immer weiter. Das kann bis zu einem sogenannten Schiefhals führen, bei dem der Kopf dann tatsächlich mehrere Zentimeter aus der Achse heraus steht.

Wann musst du zum Arzt

Dauern die Schmerzen länger als drei Tage oder kehren immer wieder, solltest du zum Arzt gehen. Er kann entscheiden, ob und wie lange Medikamente genommen werden sollten oder ob zum Beispiel eine Physiotherapie helfen kann. Wichtig ist auch zu klären, ob hinter den Beschwerden eine Verspannung oder eine Entzündung steckt. Das eine wird mit Wärme behandelt, das andere unter Umständen mit Kälte. Bei unklaren Ursachen wird der Hausarzt dich zum Orthopäden und/oder Neurologen überweisen. Steckt hinter den Beschwerden nämlich zum Beispiel ein eingeklemmter Nerv oder ein verletzter Wirbel, drohen unbehandelt im schlimmsten Fall Lähmungserscheinungen. Stecken psychische Probleme hinter deinen Schmerzen, kann der Arzt dich an einen Psychotherapeuten oder Psychiater verweisen. Achtung: In seltenen Fällen können akute und starke Schmerzen im Nacken auch auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hindeuten. Zögere bei solch plötzlichen und sehr starken Beschwerden nicht und rufe umgehend den Notarzt über die 112.

Vorbeugen und Heilen

Alle Dinge, die Stress und Anspannung vermeiden, tun dem Nacken gut. Wichtig ist Bewegung, richtiges Gehen und Sitzen und auch die richtige Brille. Denn auch angespanntes Schauen mit zusammengekniffenen Augen kann Schmerzen  verursachen. Dosiere körperliche und seelische Belastungen. Sorge für Dehn- und Streckpausen während der Arbeit und allgemein für eine möglichst große Beweglichkeit. Schütze deinen Nacken vor Kälte und Feuchtigkeit und vor extremen Bewegungen. Und sorge dafür, dass dir auch seelisch nicht zu viel im Nacken sitzt. Denn  auch das kann Schmerzen auslösen. Wenn du das Gefühl hast, dass der Nacken durch eine ungünstige Schlafposition verspannt ist, könnte ein Nackenkissen helfen. Es sorgt dafür, dass der Kopf beim Schlafen richtig liegt und die Muskulatur entspannen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. März 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 02:10 Uhr