Was tun bei Silberfisch-Befall?

16.10.2019 | 02:10 Uhr

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MDR JUMP Mi 16.10.2019 02:10Uhr 01:00 min

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Silberfischchen, wie die Tiere korrekt genannt werden, gehören zu den Insekten. Das erkennt man an den sechs Beinen, auf denen sie sich durch die Wohnung bewegen. Mit fünf Fühlern orientieren sie sich in ihrer Umgebung. Flügel haben sie keine. Den Namen geben ihnen ihre silbrig-glänzenden Schuppen. Maximal einen Zentimeter werden sie groß und erreichen ein Alter von bis zu acht Jahren. Sie tagsüber zu finden, ist reichlich schwer: Die lichtscheuen Tiere verkriechen sich in Ritzen und Spalten und kommen erst nachts heraus, um sich auf Nahrungssuche zu machen.

Silberfische nützlich gegen Hausstaubmilben

Zucker- und stärkehaltige Lebensmittel sind ihre Leibspeise, aber auch Haare, Kleber- und Kleister-Reste an Tapeten, Papier und Stoff stehen auf ihrem Speiseplan. Hinzu kommen Hausstaubmilben und Schimmelpilze, somit sind die Tierchen sogar in gewisser Weise nützlich. Krankheiten können sie nicht übertragen. Das heißt: Als schädliches Ungeziefer kann man die Silberfischchen nicht einordnen. Dennoch ekeln sich viele Menschen vor den Tieren und wollen ihnen in ihrer Wohnung kein Zuhause bieten.

Beste Vorsorge: kühle, trockene Räume schaffen

Ein Frau öffnet zum Lüften die Fenster.
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Silberfischchen fühlen sich am wohlsten, wenn die Raumluft warm und feucht ist. Bei Temperaturen ab 20 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 Prozent siedeln sie sich überhaupt erst an. Daher sind sie meist in Badezimmer und Küche zu finden. Wer also Silberfischchen in seiner Wohnung vermeiden möchte, sollte gut und regelmäßig lüften und nicht zu stark heizen. Bei Badezimmern ohne Fenster sollte die Tür länger offen gelassen werden, damit die warme, feuchte Luft nach dem Duschen oder Baden in den Flur abziehen kann. Wäsche sollte idealerweise nicht in der Wohnung oder nur bei guter Lüftung getrocknet werden.

Silberfische als Indikatoren von Schimmelbefall

All diese Maßnahmen sind auch wichtig, um Schimmelbefall in der Wohnung zu vermeiden – und die Anwesenheit von Silberfischchen daher ein wichtiges Indiz, um die Wohnung auf die Entstehung von Schimmelpilzen abzusuchen. Die Tiere sind also wichtige Hinweisgeber auf mögliche, gesundheitsschädigende Bedingungen in den eigenen vier Wänden. Sie sagen hingegen nichts über den Grad der Sauberkeit einer Wohnung aus und sind kein Anzeichen von Hygienemängeln.

Vertreibung durch Kälte und Duftstoffe möglich

Wer die Silberfischchen in der eigenen Wohnung loswerden möchte, kann natürlich versuchen, die Raumtemperatur für eine gewisse Zeit unter 20 Grad zu senken. Allerdings ist das im Sommer kaum möglich und in der kälteren Jahreszeit nicht wirklich angenehm für das eigene Wohlbefinden. Einige Haushaltsmittel helfen, die Silberfischchen zu vertreiben. Die Insekten mögen den Geruch von Lavendel, Essig und Zitrone nicht. Duftsäckchen und Reinigungszusätze mit diesen Duftstoffen können also helfen, die Tiere loszuwerden. Da sie sich aber in den kleinsten Ritzen aufhalten, ist es schwer, die Gerüche bis in die letzten Ecken der Wohnung verströmen zu lassen.

Beseitigung mit Klebefallen

Ein effektives Hausmittel ist die Honig-Klebefalle. Dazu wird ein Stück Pappe oder Backpapier mit Honig bestrichen und nachts in Küche oder Badezimmer ausgelegt. Im Drogeriehandel gibt es außerdem Klebefallen mit Duftstoffen. Die Funktionsweise ist bei beiden gleich: Die Tiere können dem süßen Geruch nicht widerstehen, bleiben kleben und können am nächsten Morgen entsorgt werden. Essensreste in der Küche und lose Haare im Bad sollten regelmäßig entfernt werden, damit die Silberfischchen weniger Nahrung finden. Zudem sollten Lebensmittel immer luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Wer sehr starken Befall mit Silberfischchen hat, kann sich an einen Schädlingsbekämpfer wenden – allerdings sollte dann auch genau untersucht werden, ob die Wohnung stark mit Schimmel belastet wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. Oktober 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 02:10 Uhr

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