Was beim Kauf einer Waschmaschine wichtig ist

30.11.2018 | 02:10 Uhr

Aus einer Waschmaschine hängt Wäsche 1 min
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Umschau-Quicktipp Waschmaschine

Waschmaschine

MDR JUMP Do 29.11.2018 02:10Uhr 01:09 min

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Wer eine Waschmaschine besitzt, die deutlich älter als zwölf Jahre ist, immer lauter klappert und viel Strom frisst, der sollte über den Kauf eines neuen Gerätes nachdenken. Reparaturen alter Geräte lohnen in der Regel nicht. Man kann die alte Maschine gut ins Recycling geben, und das Neugerät verbraucht sehr viel weniger Strom. Allerdings sollte man bei der Anschaffung einiges beachten.

Bauart und Standort

Die erste Entscheidung vor dem Neukauf einer Waschmaschine ist die des Gerätetyps: Top- oder Frontlader? Bei Topladern sitzen alle Bedienelemente oben und die Geräte werden auch von oben befüllt. Wegen ihrer geringeren Breite von 40 bis 50 Zentimetern haben sie auch ein geringeres Fassungsvermögen, passen aber gut in kleinere Küchen oder Bäder. Toplader sind meist nicht so umfangreich ausgestattet wie Frontlader. Es gibt nicht so viele Modelle auf dem Markt, und die Geräte sind im Vergleich teurer als Frontlader. Frontlader werden über das runde Bullauge befüllt und sind je nach Fassungsvermögen 50 bis 60 Zentimeter breit. Bei diesen Geräten muss man zwischen Stand- oder Einbaugerät wählen. Einbau-Waschmaschinen werden ohne Abdeckplatte direkt unter eine Arbeitsplatte montiert. Bei voll integrierten Einbaugeräten wird vor der Befüllungsluke noch eine zur Küchenzeile passende Möbeltür angebracht.

Trommelgröße

Lange Zeit waren 4,5- bis 6-Kilo-Trommel die Standardgrößen. Inzwischen gibt es Waschmaschinen, die bis zu 12 Kilogramm Trockenwäsche fassen. Größere Waschtrommeln schonen Textilien beim Waschen, weil mehr Platz ist, und sie waschen die großen Mengen effizienter und umweltfreundlicher. Zwei Waschladungen mit sieben Kilo benötigen weniger Wasser und Energie als drei Ladungen mit je fünf Kilogramm. Allerdings nur, wenn die Maschine auch voll beladen ist. Denn bei halber Ladung spart man nicht die Hälfte bei Energie und Wasser, sondern nur 20 bis 30 Prozent.

Übervolle Wäschekörbe vor einer Waschmaschine
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Als Faustregel gilt: Die richtige Trommelgröße ist die, die man regelmäßig auch vollpacken kann. Für einen Singlehaushalt oder eine kleine Familie sind Waschmaschinen mit 5 bis 6 Kilo Fassungsvermögen ausreichend. Mit der derzeit am häufigsten angebotenen Trommelgröße von 6 bis 8 Kilogramm kommt ein vier- bis fünf-Personen-Haushalt aus. Größere Maschinen lohnen sich erst ab 6 Personen.

Ausstattung

Grundsätzlich gilt: Je mehr Ausstattung, desto teurer die Maschine. Bestimmte Waschprogramme, Energiesparmodus und Mengenautomatik sind inzwischen Standard. Fachleute empfehlen ein integriertes Wasserschutzsystem, verschiedene Schleudermodi, eine Unwuchtkontrolle und freie Temperaturwahl. Nicht unbedingt erforderlich hingegen sind Zusatzausstattungen wie Trommelbeleuchtung, sensorgesteuerte Schaumkontrolle oder auch eine besondere Geräuschdämmung. Relativ neu auf dem Markt sind Geräte mit einer Dosierungsautomatik, die das Dosieren selbst übernimmt, und WLAN-fähige Maschinen, die über eine App eventuelle Fehlermeldungen ans Smartphone senden und sich auch über das Handy steuern lassen. Wer auf diese Funktionen Wert legt, zahlt entsprechend mehr.

Bedienung

Drehknopf an Waschmaschine.
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Die tollste Waschmaschine taugt nichts, wenn sie sich nicht auch gut bedienen lässt. Funktionen des Gerätes – auch solche, die seltener genutzt werden – sollten ohne Handbuch verständlich, Touch-Display und/oder Drehknöpfe leicht bedienbar sein. Wichtig ist ebenfalls eine ausreichend große Trommelöffnung, sonst wird das Beladen mit großen Wäschestücken wie Gardinen oder Bettwäsche zur Tortur. Da man das Flusensieb öfter reinigen muss, sollte es gut zu erreichen und zu öffnen und schließen sein.

Schleuderleistung

Je höher die Maschine beim Schleudern tourt, desto trockener (aber auch zerknitterter) wird die Wäsche. Für empfindliche Textilien reichen 800 Umdrehungen pro Minute, bei Handtüchern dürfen es gern 1.200 oder 1.400 U/min sein. Wer einen Trockner nutzt, sollte die Wäsche mit 1.400 U/min schleudern, denn die Waschmaschine braucht zum Schleudern weniger Strom als der Trockner zum Aufheizen. Das spart also Energie.

Betriebsgeräusche

Wer die Waschmaschine in der Wohnung aufstellen will, sollte die Geräuschentwicklung beim Waschen und Schleudern beachten. Je nach Gerät ist von sehr laut bis sehr leise alles auf dem Markt. Wichtiger als das kurzzeitige Schleudern ist die Geräuschbelastung beim Waschen. Die Werte für die Lärmpegel beim Waschgang und beim Schleudern sind auf dem Energielabel der Maschine angegeben.

Strom- und Wasserverbrauch

Beim Kauf einer Waschmaschine muss unbedingt auf einen niedrigen Strom- und Wasserverbrauch geachtet werden, sonst geht das neue preiswerte Gerät mit den Betriebskosten schnell ins Geld. Allgemein ist der Verbrauch bei den Geräten zwar gesunken, dennoch geht die Spanne der Verbrauchsdaten der angebotenen Maschinen sehr weit auseinander.

Das Energielabel zeigt die Energieeffizienzklasse der Waschmaschine auf einer Skala von D bis A+++ an. Seit 2013 dürfen allerdings keine Maschinen unterhalb der Klasse A+ mehr angeboten werden. Die Energieeffizienzklasse wird über den Stromverbrauch beim Baumwoll-Waschprogramm mit 40 Grad (Teilbeladung) und 60 Grad (Teil- und Vollbeladung) von 220 Wäschen pro Jahr ermittelt.

Das Energielabel gibt auch Auskunft über den Wasserverbrauch der Maschine. Bei dessen Ermittlung sind ebenfalls 220 Wäschen pro Jahr die Grundlage. Eine normale Maschine mit 6 Kilo Fassungsvermögen sollte nicht mehr als 50 Liter pro Wäsche verbrauchen.

Sicherheit

Die neue Waschmaschine muss ein Sicherheitszeichen, wie das CE-, GS- und VDE-Zeichen tragen. Damit die Waschmaschine nicht nur effizient, sondern auch sicher ist, sollte sie über ein sogenanntes Waterproof- bzw. AquaStop-Wasserschutzsystem verfügen. Diese Systeme verhindern Wasserschäden. Muss die Maschine bei blockiertem Programm entleert werden, ist es hilfreich, wenn der Entleerungsschlauch leicht zugänglich ist und möglichst hoch über dem Boden liegt, damit sich ein Gefäß zum Auffangen des Restwassers leicht unterstellen lässt. Und wer Kinder im Haus hat, für den ist eine Maschine mit einer Kindersicherung ratsam.

Kaufentscheidung

Werbeprospekte versprechen viel, wirkliche Auskunft über die Qualität einer Waschmaschine geben Test. Die Stiftung Warentest stellt regelmäßig Waschmaschinen auf den Prüfstand und ein Blick in die Ergebnisse lohnt sich. Wer sich für einen Online-Kauf, entscheidet ohne vorher die Maschine real zu begutachten, sollte vorher die Nutzerbewertungen studieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 30. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 02:10 Uhr

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