Dose, Steintopf, Kühlschrank: Wie lagere ich Weihnachtsgebäck richtig?

16.12.2019 | 02:10 Uhr

Weihnachtsplätzchen 1 min
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MDR JUMP Mo 16.12.2019 02:10Uhr 01:15 min

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Warum kann Weihnachtsgebäck verderben?

Um zu verstehen, warum Pfefferkuchen und Co. unter Umständen schnell ungenießbar werden, hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Neben relativ stabilen Zutaten wie Zucker, Honig und Kakao, finden sich in den Rezepten oft auch Butter, Sahne und Eier. Die verderben gerne und schnell. Deshalb halten sich eher trockene Plätzchen länger als Backwerk mit Cremefüllung oder weichem Marzipan-Marmeladenkern. Stollen ist fast sechs Monate haltbar und besteht auch aus vielen leicht verderblichen Zutaten, aber: Stollen hat im Vergleich zu seiner großen Masse eine relativ kleine Oberfläche. Bei Plätzchen und Keksen ist das ganz anders. Die sind relativ leicht und haben eine große Oberfläche. Diese sorgt zwar beim Essen für optimalen Kontakt zu den Geschmacksknospen, bietet aber auch Keimen eine gute Angriffsfläche.

Nach dem Backen auskühlen lassen

Egal, welche Art von Weihnachtsgebäck, immer gilt: Das Backwerk muss vor dem Einpacken und Lagern richtig auskühlen. Werden Plätzchen warm verpackt, bleiben sie im schlimmsten Falle weich und klebrig. Auch Zuckerguss, Schokoladenüberzug und andere Verzierungen sollten vollkommen abgetrocknet sein, damit sie beim Verpacken nicht verkleben.

Nicht alles in einen Topf werfen

Weihnachtsgebäck hat je nach Sorte und Verarbeitung verschiedene Ansprüche an die richtige Lagerung. Hinzu kommen unterschiedlich lange Lagerungszeiten. Das Gebäck sollte also getrennt nach Sorten jeweils einzeln aufbewahrt werden. So lassen sich Geschmack und Eigenschaften am besten erhalten.

In Blechdose und Tontopf

Halb geöffnete Keksdose mit Weihnachtsplätzchen
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Lebkuchen und Honigkuchen entwickeln ihren vollen Geschmack erst, wenn sie nach dem Backen noch zwei bis drei Wochen durchziehen können. Genau wie alles andere weiche Weihnachtsgebäck lagert man sie in Tontöpfen oder Blechdosen. Die einzelnen Lagen Gebäck können durch Pergamentpapier getrennt werden. Damit Leb- und Honigkuchen schön weich bleiben, legt man Apfelschnitze mit in Topf oder Dose. Um Schimmel zu vermeiden, eignet sich Alufolie als Unterlage, die mit den Apfelstücken alle zwei bis drei Tage ausgetauscht wird. Knusprige Plätzchen haben in Tontöpfen nichts verloren, denn darin würden sie weich werden. Sie gehören in Blechdosen. Dort bleiben sie knusprig und behalten ihren Biss. Sowohl Tontöpfe als auch Blechdosen sollten dunkel und bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Plastikdosen

Fettreiches Gebäck wie Makronen, Gebäck mit Creme oder selbstgemachtes Konfekt gehören in den Kühlschrank. Zur Aufbewahrung eignen sich dabei luftdicht verschließbare Gefrierdosen. Auch hier helfen kleine Apfelstücke oder ein Stück Schale von Mandarine oder Orange, um das Gebäck feucht zu halten. Wieder gilt: Das Auswechseln dieser Helfer nach zwei oder drei Tagen nicht vergessen. Knusprige Plätzchen werden in Plastik weich. Und auch für Plätzchen mit Schokoüberzug ist der Kühlschrank als Lagerort nicht geeignet. Die Schokolade kann hier kleine Zuckerkristalle "ausblühen", sie färbt sich grau. Geschmacklich ändert das nichts, es sieht nur nicht schön aus.

Sonderfall Stollen

Stollen
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Der Christstollen ist das Weihnachtsgebäck schlechthin. Und gerade wer sich die Mühe macht, dieses aufwendige Backwerk selbst herzustellen, will lange etwas davon haben. Damit sich die Aromen des Stollens voll entfalten, er also schön durchzieht, sollte er mindestens vier Wochen vor dem Verzehr gebacken werden. Wegen seiner reichhaltigen und feuchten Zutaten trocknet Stollen nicht so leicht aus. Er sollte trotzdem in ein Leinentuch geschlagen oder in Alufolie verpackt und dann in einer Tüte oder einer Dose luftdicht verschlossen gelagert werden. Die optimalen Lagerbedingungen für den Stollen sind drei bis zwölf Grad, 70 Prozent Luftfeuchte und Dunkelheit. Hier bieten sich also Keller, Speisekammer oder die Fensterbank des kühlsten Raumes der Wohnung als Lagerort an. Im Kühlschrank hingegen würde der Stollen austrocknen. Zum Servieren sollte der Stollen in der Mitte angeschnitten werden. So lässt er sich danach gut zusammenschieben und hält länger feucht.

Lagerzeiten

Trocken gebackene Plätzchen und Gebäck wie Zimtsterne können bis zu acht Wochen aufbewahrt werden. Lebkuchen sind bis zu vier Monate haltbar. Gebäck mit cremigen Füllungen oder Marmeladen-Verzierung sollte hingegen spätestens nach einer Woche aufgebraucht sein. Stollen hält sich bei guter Lagerung mindestens vier Wochen, oft sogar viel länger.

Einfrieren

Trockene Plätzchen lassen sich auch ganz normal in Tüten oder in Plastikdosen einfrieren. Wichtig ist, dass jedes Behältnis luft-, wasser- und aromadicht verschlossen ist. Genau wie bei der Lagerung im Kühlschrank gilt auch hier: Plätzchen mit Schokolade mögen die Kälte nicht. Auch Stollen kann eingefroren werden. Dazu wickelt man ihn in Alufolie und verstaut ihn in einem gut verschlossenen Gefrierbeutel. Auftauen lässt man das Gebäck am besten bei Zimmertemperatur oder stellt es kurz in die Mikrowelle. Wer die Plätzchen zu Kaffee oder Kakao warm servieren will, schiebt sie einige Minuten in den Backofen. Plätzchen oder Kekse, in denen ganze Früchte verarbeitet sind, sollten nicht eingefroren werden, denn die Früchte werden beim Auftauen leider matschig. Weihnachtsgebäck hält sich gefrostet zirka drei Monate.

Und wenn doch mal etwas übrig bleibt?

Wer es partout nicht schafft, die Weihnachtskekse aufzuessen, kann ihnen in Kuchen und Desserts eine zweite Chance geben. Bei vielen Rezepten lässt sich z.B. Biskuit durch zerbröselte Kekse ersetzen oder aus den Plätzchen werden Streusel für einen Crumble oder Kekskugeln. Nüsse können geröstet und dann ein köstliches Topping für Salate werden. Überschüssige Schokolade lässt sich für den nächsten Geburtstagsschokoladenkuchen einschmelzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. Dezember 2019 | 10:45 Uhr