Yoga für Anfänger: So hältst du dich fit

13.02.2019 | 11:00 Uhr

Mutter und Tochter beim Yoga am Strand 1 min
Bildrechte: imago/Westend61

MDR JUMP Mi 13.02.2019 10:45Uhr 01:08 min

https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/audio-969650.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Wer besonders schnellen Muskelaufbau oder ein Konditionstraining sucht, ist beim Yoga falsch. Heike Streicher, Sportwissenschaftlerin an der Universität Leipzig und selbst Yoga-Fan, sagt:

Yoga ist keine Gymnastik, es ist eigentlich auch keine Sportart. Es ist sportlich gesehen eher eine Bewegungstechnik.

Sanfte Körperstärkung ist verknüpft mit dem Ziel, achtsam mit sich umzugehen, sich zu entspannen und Ruhe zu erreichen. Körper, Geist und Atmung sollen in Einklang gebracht werden. Die meisten Yoga-Stunden beginnen mit einem Entspannungsteil, beinhalten verschiedene Bewegungsübungen (Asanas) und Atemtechniken (Pranayama) und enden mit einer meditativen Entspannung.

Das Schöne ist, dass Yoga wirklich für jede Person geeignet ist, egal in welchem Alter und selbst dann, wenn man kleinere körperliche Einschränkungen hat.

Yoga ist gut für Rücken und Psyche

Laut unserer Expertin werden bei Yoga alle motorischen Grundeigenschaften wie Kraft, Flexibilität oder Balance angesprochen. Daher seien die Übungen gut für den Haltungs- und Bewegungsapparat. Durch regelmäßiges Üben werden Muskeln aufgebaut und gedehnt und die Durchblutung wird angeregt. Yoga kann zudem dazu dienen, Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen zu lindern. Bei einigen Krankheitsbildern können bestimmte Bewegungsübungen jedoch auch schädlich sein. Übungen, die ein starkes Hohlkreuz bilden, etwa die "Kobra", führen zur Überstreckung und können Rückenbeschwerden verstärken. Umkehrhaltungen, also Übungen, bei denen der Kopf tiefer als die Körpermitte liegt, wie beispielsweise beim "Hund" oder dem "Schulterstand", können Herzpatienten zu schaffen machen.

Wichtig bei allen Übungen ist, dass sie achtsam und nur so weit praktiziert werden, wie es die eigene körperliche Grenze erlaubt.

Olga Kawkaskaja unterrichtet eine Yoga-Klasse in einem Bikram-Yoga-Zentrum
Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Erfahrene und gut ausgebildete Yoga-Lehrer wissen zudem um die möglichen Probleme bei den Übungen und bieten schonendere Alternativen an. Denn: Yoga ist kein Wettbewerb, es geht nicht darum, besonders schnell zu sein oder Übungen besonders weit zu treiben, sondern darum, seinem Körper etwas Gutes zu tun. Daneben ist die ausgleichende, entspannende Wirkung auf die Psyche für viele Menschen hilfreich und kann bei Schlafstörungen, stressbedingten Beschwerden oder Depressionen helfen. Aufgrund der positiven Effekte übernehmen viele Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsprävention anteilig die Kosten für Yoga-Kurse.

Den richtigen Yoga-Kurs finden

So alt, wie Yoga ist, so unterschiedlich sind die Ausrichtungen, die sich heute in den Kursen wiederfinden. Die verschiedenen Yoga-Richtungen unterscheiden sich in der Intensität der Bewegungsübungen, dem Anteil von Atemübungen oder dem Einsatz von Hilfsmitteln. Beim "Flying Yoga" beispielsweise hängen die Teilnehmer in Tüchern und üben somit mit reduziertem Körpergewicht. "Power Yoga" ist eine etwas forderndere Form, die die Teilnehmer gut ins Schwitzen bringt. Es gibt auch spezielle Angebote wie Hormon-Yoga für Frauen, Schwangerschaftskurse oder Rücken-Yoga. Nadine Streicher sagt:

Welche Form des Yogas für jemanden passt, das ist eigentlich nur mit eigenem Erproben herauszufinden, und das ist ein Prozess, der etwas dauert und vielleicht auch ein paar verschiedene Probekurse erfordert.

Das gilt auch für die Wahl des richtigen Trainers: Nahezu jeder Yogalehrende hat einen eigenen Stil entwickelt, wie seine Kurse aufgebaut sind und setzt einen eigenen Schwerpunkt in der Yoga-Praxis. Die meisten Studios ermöglichen die kostenlose Teilnahme an einer Trainingseinheit, bevor man sich an einen Kurs bindet.

Gute Lehrer sind wichtig

Yoga-Lehrer ist kein geschützter Beruf und es gibt viele Yoga-Ausbildungszentren mit unterschiedlich langer Ausbildungsdauer. Einen gut ausgebildeten Yoga-Lehrer zu erkennen, ist daher für Anfänger oft schwer. Ein Indiz dafür, dass der Trainer weiß, was er tut und worüber er redet, ist die Erfahrung. Wer bereits viele Jahre selbst praktiziert und Kurse anbietet, zudem eine längere Ausbildung in einem Yoga-Zentrum abgeschlossen hat, der hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen guten Blick für die richtige Körperhaltung der Teilnehmer bei schwierigen Bewegungsübungen und kann die Idee hinter Yoga gut erklären. Ein anderes Indiz ist, ob die Krankenkassen Kurse des Lehrenden bezuschussen. Das tun sie nur für diejenigen, die einen bestimmten Ausbildungsstatus mit dem Wissen über medizinische Grundlagen nachweisen können. Wichtiger als bei vielen anderen Sportarten ist jedoch, dass die Chemie stimmt: Wenn man bei jemandem trainiert, der einem unsympathisch ist, wird man sich wohl kaum wohlfühlen und so die Grundvoraussetzung einer guten Yogastunde erreichen.

Kosten für die Kurse variieren stark

Yoga
Bildrechte: colourbox

Die Preise für Yoga-Kurse sind von Studio zu Studio unterschiedlich und hängen auch davon ab, welche Art des Yogas angeboten wird. Eine Stichprobe des MDR –Magazins UMSCHAU im Januar 2019 hat gezeigt, dass in Leipziger Yogastudios durchschnittlich knapp 50 Euro im Monat für einen Grundlagen-Kurs, der einmal in der Woche stattfindet, verlangt wird. In einigen Fitnessstudios werden ebenfalls Yoga-Kurse im Rahmen der Mitgliedschaft angeboten, zudem übernimmt die Krankenkasse anteilig die Kursgebühren bei einigen Lehrern. Geld für Ausrüstung muss man zunächst nicht ausgeben: Yoga wird barfuß in bequemer Freizeitkleidung praktiziert. Übungsmatten sind in den Studios für alle Kursteilnehmer vorhanden und müssen nur gekauft werden, wenn zusätzlich zu Hause geübt werden soll.

YouTube-Yoga für Anfänger nicht zu empfehlen

Wer sich entschließt, mit Yoga zu beginnen, sollte nach der Empfehlung von Heike Streicher unbedingt zunächst einen Kurs machen:

Ein guter Lehrer kann die Technik sauber zeigen und den Teilnehmern helfen, möglichst keine falschen Bewegungsabläufe zu üben und damit auch keine gesundheitlichen Probleme befördern.

Yogastunden zu Hause sollte also nur machen, wer schon erste Kenntnisse in den Bewegungsübungen hat und weiß, worauf es ankommt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Februar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 09:59 Uhr