Viel Platz für Natur und Radwege in Sachsen-Anhalt

Radfahrer auf dem Unstrut-Radweg bei Dorndorf in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: imago images / Schöning

Für manchen Natururlauber und Fahrradtouristen ist eine Tour durch Sachsen-Anhalt ein Aufbruch ins Neuland. Abseits der vielbefahrenen Straßen verfügt Sachsen-Anhalt über ein ebenso klug wie naturnah und familienfreundlich angelegtes Radwegenetz über 40.000 Kilometer. Thomas Einsfelder von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt sagte MDR JUMP:

Aufbrechender Himmel über der Trogbrücke am Wasserstraßenkreuz Magdeburg
Bildrechte: Frauke Witzmann

Für Familien bietet sich vor allem der Norden von Sachsen-Anhalt an. Wir haben dort die kleine Schleusentour am Wasserstraßenkreuz. Dort erlebt man Industriegeschichte und dort sieht man die Trogbrücke über die Elbe. Das ist schon eine architektonische Meisterleistung. Das ist etwas, was Kinder nicht überall sehen.

Das Land ist geprägt von zauberhaften Flusslandschaften an Elbe und Havel, Saale, Unstrut und Bode, Mulde und Elster, die in ihrer Ursprünglichkeit einzigartig in Europa sind. Abstecher ins Kernland bieten unter anderem Rundwege im Harz oder in der Altmark.

Elberadweg: 360 Kilometer Natur und Kultur

Auf einer Länge von rund 360 Kilometern ziehen sich Elbe und Elberadweg durch anhaltinisches Gebiet. Vor allem Naturfreunde werden auf dieser Strecke auf ihre Kosten kommen. Wem nach einem Städte-Aufenthalt zumute ist, kann in Dessau, der Lutherstadt Wittenberg, der Barockstadt Oranienbaum mit ihrem niederländischen Flair oder in Landeshauptstadt Magdeburg Station machen. Natur und Kultur bietet ein Abstecher in das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit dem Wörlitzer Park oder dem Schlosspark Luisium.

Elsterradweg: Ideal für einen Tagesausflug

Für alle, die einen kurzen und trotzdem abwechslungsreichen Radweg zu schätzen wissen, ist der Elster-Radweg die richtige Entscheidung. Gut ausgebaut und hervorragend beschildert ist dieser Weg im anhaltinischen Teil ohne große Steigungen gut geeignet für einen Tagesausflug.

Grünes Band

Ein Rebhuhn (Perdix perdix) auf einer Wiese
Bildrechte: IMAGO

Das einstige Grenzgebiet zum "Westen" Deutschlands kann heute mit dem Fahrrad erfahren werden: Etwas holprig manchmal auf alten LPG-Straßen, auf glatt geteerten Radwegen. Wachtürme erinnern daran, dass hier früher auf Menschen geschossen wurde, die die Grenze überwinden wollten. Weil viele Gebiete Sperrzone waren, konnte die Natur fast ungestört bleiben. Mit etwas Glück sieht man auf der Radtour sogar noch Rebhühner. Die sind in vielen Regionen Deutschlands schon vor Jahrzehnten verschwunden.

Muldental-Radweg: Bis zur Mündung

Wo Zwickauer und Freiberger Mulde längst vereinigt sind, zieht sich der Muldental-Radweg durch Sachsen-Anhalt. Dort mündet der Fluss bei Dessau in die Elbe. Alte Orte, Burgen, historische Schlösser und Museen laden unterwegs zum Besuch oder zum Verweilen ein.

Saaleradweg: Herausforderung für Profis

Der Saale-Radweg bietet für alle Mountainbiker und Radprofis ideale Bedingungen. Auf beachtlichen 142 Kilometern Länge finden sich felsige Gebirgszüge, die herausfordernde Steigungen versprechen, sowie geruhsame Flusslandschaften.

Unstrut-Radweg: Entlang der Weinberge

Wer es gemütlicher mag, dem bietet der Unstrut-Radweg alles, was das Radlerherz begehrt. Dieser idyllische Radwanderweg wird von Weinbergen gesäumt, die das nördlichste Weinanbaugebiet Europas markieren.

Himmelsscheibenradweg

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt weltweit als älteste Abbildung des Kosmos. Vom heutigen Aufbewahrungsort, dem Landesmuseum für Vorgeschichte in der Saalestadt Halle, kann man eine etwa 70 Kilometer lange Fahrradtour in Sachsen-Anhalt auf dem Himmelsscheibenradweg zum Ausgrabungsort auf dem Mittelberg machen.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 03. Juni 2020 | 06:50 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP